Sonstiges

Werbung Filmplakate
Musik, Stars, Politik Urlaubsplakate, Comics, Bücher
Werbung der Coburger Autohäuser Witze

 

1950 1951 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959

1950

  Die beliebtesten weiblichen Vornamen sind Renate, Monika und Angelika.
  Die beliebtesten männlichen Vornamen sind Wolfgang, Peter und Jürgen.
  Briefmarken-Jahrgang 1950 der Deutschen Bundespost
  Briefmarken-Jahrgang 1950 der Deutschen Bundespost Berlin
02. Januar Für die Faschingssaison sind beim Wiener Magistrat etwa 200 größere und kleinere Faschingsveranstaltungen gemeldet. Die meisten Bälle finden im Messepalast, im Konzerthaus und in den Sofiensälen statt.
03. Januar Der Bayerische Rundfunk nimmt auf dem Wendelstein eine UKW-Bergstation in Betrieb.
In München leuchten nach Mitteilung der Städtischen Elektrizitätswerke 6.000 Straßenlampen.
05. Januar Die französische Fluggesellschaft Air France beginnt den Linienverkehr auf der Strecke Paris-Berlin (West).
In Moskau werden erstmals seit dem Winter 1940/41 wieder Temperaturen von -35°C gemessen.
09. Januar Die im Zweiten Weltkrieg beschädigte Autobahnbrücke über die Wied wird von Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm für den Verkehr freigegeben. Damit ist die Autobahnstrecke Köln-Frankfurt wieder durchgehend befahrbar.
10. Januar In Italien treten drei Mio. Arbeiter in den Streik, nachdem am Vortag in Modena sechs Arbeiter bei Auseinandersetzungen mit der Polizei getötet und 50 weitere verletzt worden sind.
12. Januar Beim Zusammenstoß zwischen dem britischen U-Boot "Truculent" und einem schwedischen Tanker in der Themsemündung kommen 64 Seeleute ums Leben.
14. Januar Das sowjetische Jagdflugzeug MiG-17 absolviert seinen Jungfernflug.
15. Januar Im Künstlerhaus in Wien endet die seit Oktober 1949 laufende Ausstellung "Die Wienerin".
Der Österreichische Rundfunk eröffnet ein Studio in Linz.
17. Januar Von einer elfköpfigen Bande wird in Boston das Geldtransportunternehmen Brink's ausgeraubt. Die Täter erbeuten beim bis dahin größten bewaffneten Raubüberfall in den USA Bargeld von mehr als 1,2 Millionen sowie Schecks und Wertpapiere von mehr als 1,5 Millionen US-Dollar. Das Ereignis wird im Jahr 1978 als "Das große Dings bei Brinks" mit Peter Falk in der Hauptrolle verfilmt.
18. Januar Auf einer Pressekonferenz in Bonn räumt der Vorsitzende des Verwaltungsrates des NWDR, Heinrich Raskop, Fehler im Finanzgebaren des Senders ein. Der Nordwestdeutsche Rundfunk ist in jüngster Zeit auch wegen seiner Personalpolitik ins Gerede gekommen, nachdem mehrere angesehene Journalisten den Sender verlassen haben oder auf Außenposten abgedrängt wurden.
Herbert von Karajan und die Wiener Symphoniker weilen erstmals zu einem Gastspiel in Hamburg.
20. Januar In der DDR soll ein weiteres Uranbergbaugebiet erschlossen werden. Dafür beginnen bei Wernigerode im Harz die Ausschachtungsarbeiten.
21. Januar Die Ausstellung "Der blaue Reiter 1908-1914 und die Zeitgenossen" in der Kunsthalle in Basel (Schweiz) wird eröffnet.
24. Januar In Köln protestieren die Bühnenangehörigen in der britischen Zone gegen den Personalabbau an Theatern.
29. Januar Bei einem Erdbeben im Süden Irans werden über 1.000 Menschen getötet und 20 Ortschaften zerstört.
01. Februar In München sind 47.000 Kraftfahrzeuge gemeldet.
02. Februar Empörung löst die Nachricht aus, dass die Schauspielerin Ingrid Bergman einen Sohn geboren hat, dessen Vater nicht ihr Ehemann Petter Lindström, sondern der italienische Regisseur Roberto Rosselini ist, mit dem die Bergman seit 1949 zusammenlebt.
Der Bayerische Rundfunk nimmt den 250-Watt-Sender Würzburg in Betrieb.
03. Februar In den Vorprogrammen der Kinos wird erstmals die "Neue Deutsche Wochenschau" gezeigt.
12. Februar In Torquay, Großbritannien, wird die "Europäische Rundfunkunion" gegründet.
17. Februar Der Hessische Rundfunk nimmt den 10-kW-Sender Großer Feldberg in Betrieb.
20. Februar In den rheinischen Karnevalshochburgen wird der Rosenmontag gefeiert.
22. Februar Die Stadt New York beschließt, "Regenmacher" zu Hilfe zu holen, um der durch die seit zehn Monaten anhaltende Trockenheit verursachte Trinkwasserknappheit zu begegnen.
23. Februar In Gegenwart des Kölner Erzbischofs Kardinal Josef Frings sowie Vertretern der Stadt Köln und des Landes Nordrhein- Westfalen wird die Schatzkammer des Kölner Doms wieder geöffnet. Die seit 1939 geschlossene Schatzkammer, in der kirchliche Kunstwerke von hohem historischen Wert aufbewahrt werden, hat die Einwirkungen des Zweiten Weltkriegs unbeschadet überstanden.
02. März Die erste DDR-Briefmarke erscheint.
04. März Im Wolfsburger VW-Werk läuft der 100.000. Volkswagen vom Band.
08. März VW beginnt mit der Serienproduktion des VW-Transporters "Bulli".
12. März Das bislang schwerste Unglück in der zivilen Luftfahrt, der Absturz einer Maschine in der Nähe des Flughafens Llandow in Wales, fordert 80 Menschenleben.
13. März In Dortmund wird der 500.000. Einwohner geboren.
Einer der wertvollsten deutschen Kunstschätze, der 1457 entstandene Mainzer Psalter, kehrt per Flugzeug aus den USA in die Bundesrepublik Deutschland zurück. Der Psalter, der älteste bekannte Drei-Farb-Druck, wurde vermutlich 1945 in Dresden gestohlen und illegal in die Vereinigten Staaten gebracht.
14. März In Zürich wird eine deutsche Bücherschau eröffnet, die anschließend in Bern und Basel gezeigt wird.
Das amerikanische FBI veröffentlicht die erste Fahndungsliste "FBI Ten Most Wanted Fugitives".
15. März Der erste UKW-Sender des Hessischen Rundfunks wird auf dem Feldberg im Taunus in Betrieb genommen.
Der 1948 ausgearbeitete Kopenhagener Wellenplan, der die Frequenzen für Rundfunksender in 25 Ländern neu verteilt, tritt in Kraft. In der Bundesrepublik Deutschland können erstmals Sendungen über Ultrakurzwelle ausgestrahlt werden.
Der Österreichische Rundfunk nimmt den provisorischen Sender Bisamberg in Betrieb.
16. März In Genf wird der 20. Internationale Automobilsalon eröffnet, bei dem erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs auch bundesdeutsche Aussteller vertreten sind.
18. März De-Havilland-Chefpilot John Cunningham fliegt mit der De Havilland D.H. 106 Comet 1 in zwei Stunden und zwei Minuten vom britischen Hatfield nach Rom-Ciampino, für den Rückflug braucht er zwei Stunden und vier Minuten.
24. März In Ost-Berlin wird mit einem Festakt in der Staatsoper die Akademie der Künste gegründet, die nach dem Willen der DDR die Nachfolge der Preußischen Akademie der Künste antreten soll. Erster Präsident wird der Schriftsteller Arnold Zweig.
27. März Am Münchner Lenbachplatz eröffnet ESSO Deutschlands modernste Tankstelle.
In der DDR werden die Preise für Lebensmittel um 28 %, die für Fertigwaren um 32 % gesenkt.
29. März Der 1943 gedrehte deutsche Spielfilm "Titanic" wird von der alliierten Hochkommission für das ganze Bundesgebiet mit Aufführungsverbot belegt, weil er antialliierte Propaganda enthalte. Der auf Anregung von Reichspropagandaminister Josef Goebbels entstandene Film enthält u. a.. Szenen, in denen beim Untergang des Ozeanriesen wohlhabende Briten gerettet werden, deutschen Passagieren aber nicht geholfen wird.
01. April Nach dreijähriger - durch französische Demontage bedingter - Unterbrechung nehmen die Borsig-Werke in Berlin-Reinickendorf ihre Produktion wieder auf.
In Baden-Baden wird das Spielkasino wieder eröffnet.
Die Textilgesellschaft Neckermann KG geht in die Neckermann Versand KG über.
Die chinesische Fluggesellschaft Cathay Pacific nimmt ihre erste Lockheed L-188 Electra in Empfang.
03. April In Leipzig werden 130 Kinder aus dem Raum Salzgitter im "Haus der Volkssolidarität" begrüßt. Die Kinder sind zu einem mehrwöchigen Erholungsaufenthalt in die DDR gekommen.
04. April Nach einem Gastspiel in West-Berlin entschließen sich 15 Sängerinnen des Dresdner Mozartchors, nicht in die DDR zurückzukehren.
09. April In seiner Osteransprache im Petersdom mahnt Papst Pius XII. die Katholiken, den Weg des Christentums nicht zu verlassen.
10. April Einen Rekord stellt das US-amerikanische U-Boot "Pickeree" auf, das in 21 Tagen unter Wasser die Strecke von Hongkong nach Pearl Harbour (über 8.000 km) zurücklegte. Das U-Boot ist mit einem "Atemrohr" für die Antriebsmaschine versehen, so dass es auch unter Wasser mit einem Dieselmotor angetrieben werden kann.
12. April 300 Familien aus Chicago sind am ersten Versuch mit Kabelfernsehen beteiligt, der in den USA anläuft. 90 Tage lang sollen die Teilnehmer täglich einen anderen Kinofilm abrufen können, der für eine Gebühr von einem US-Dollar (ca. 4,20 DM) via Kabel auf den heimischen Bildschirm übertragen wird.
15. April In der DDR wird die Schulspeisung eingeführt. In allen Grund-, Ober-, Fach- und Berufsschulen sowie in Kindergärten und Kindertageskrippen erfolgt die Ausgabe einer warmen Mahlzeit.
Alle königlichen Rechte verliert die iranische Prinzessin Fatima, die Schwester des Schah von Iran, Mohammed Resa Pahlawi, weil sie ohne Einwilligung ihres Bruders den US-Amerikaner Vincent Lee Hillyer geheiratet hat. Dies teilt der Kaiserhof in Teheran mit.
16. April Die Fluggesellschaft BEA startet ihren Flugbetrieb vom Flughafen London Heathrow.
17. April In der Bundesrepublik Deutschland beginnt eine Brotwerbekampagne, die sog. Deutsche Brotwoche.
21. April In Frankfurt am Main wird die Deutsche Schlaf- und Speisewagengesellschaft (DSG) mit einem Kapital von 8 Mio. DM gegründet. Die im Bundesgebiet liegenden Vermögenswerte der Vorläufergesellschaft Mitropa AG werden von der DSG übernommen.
Mit einem Festakt im Münchner Hauptbahnhof durch den holländischen Außenminister und Präsidenten der OEEC, Dirk Stikker, wird der "Europazug" feierlich eingeweiht.
23. April In der Ostberliner Marienkirche wird die zweite gesamtdeutsche Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands eröffnet. Die Synode bekennt sich zur Mitschuld der Kirche an der Judenverfolgung in Deutschland während des Nationalsozialismus und fordert die Freilassung aller Kriegsgefangenen, Verschleppten und Internierten.
Im Wiener Stephansdom lehnt der katholische Geistliche Franz Jachym während seiner offiziellen Bischofsweihe überraschend den Eid ab, weil er sich "der Ehre nicht würdig" fühle. Nach einer Unterredung mit Papst Pius XII. wird Jachym schließlich am 20. Mai in Rom ohne weitere Zwischenfälle zum Bischof geweiht.
24. April Die bundesdeutschen Tageszeitungen müssen wegen der anhaltenden Papierknappheit mehrere Monate lang mit verminderter Seitenzahl erscheinen.
25. April Die Münchner Universität ist mit 9.600 Studenten die am meisten frequentierte Hochschule im Bundesgebiet. Es folgen Bonn mit 6.000 und Hamburg mit 5.100 Studierenden.
Das sängerische "Wunderkind" Anja Silja präsentiert sich in West-Berlin der Presse. Die zehnjährige Sopranistin trägt einige Bravourarien vor.
In weiten Teilen Mittel- und Westeuropas gibt es einen Kälteeinbruch: Die in voller Blüte stehenden Obstbäume sind mit Schnee bedeckt. Dagegen ist es in Skandinavien sommerlich warm mit Temperaturen bis zu 30°C.
26. April Der 1886 von Samuel Fischer gegründete und nach der Nazi-Machtübernahme 1933 unterdrückte Verlag S. Fischer wird in Frankfurt am Main neu gegründet.
27. April Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs gibt es im Münchner Hofbräuhaus wieder eine Maibockprobe, an der auch Mitglieder der bayerischen Landesregierung teilnehmen.
29. April In Bern (Schweiz) wird die Ausstellung der Pariser Künstlergruppe "Les Fauves" eröffnet.
30. April Die Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (Spio) legt in einem Manifest u. a.. fest, dass im Verleihjahr 1950/51 in allen Kinos der Bundesrepublik Deutschland mindestens ein Drittel der gezeigten Filme aus der neuen deutschen Filmproduktion stammen soll.
In Mölln beginnen Festlichkeiten zu Ehren Till Eulenspiegels, der 600 Jahre zuvor in der holsteinischen Stadt gestorben sein soll.
01. Mai Mit Springbok Radio geht die erste private Radiostation Südafrikas auf Sendung.
02. Mai In der Klosterkirche Maria Laach wird Lisbeth Adenauer, Tochter von Bundeskanzler Konrad Adenauer, mit Hermann-Josef Werhahn getraut.
03. Mai In Hannover wird die Industriemesse eröffnet. Sie dauert bis 14. Mai.
Im Ostflügel des Mannheimer Bahnhofs wird das nach neuesten hoteltechnischen Gesichtspunkten gebaute Bahnhofshotel mit 50 Zimmern und 75 Betten eröffnet.
Südwestlich von Mainz nimmt der Rheinsender in Wolfsheim seinen Betrieb auf 1016 kHz auf.
In Großbritannien läuft der Flugzeugträger "HMS Ark Royal" vom Stapel.
06. Mai In Köln öffnet die Foto- und Kinoausstellung, die erste nach 15-jähriger Pause. Die gezeigten Produkte sind gegenüber dem Vorkriegsstand deutlich weiterentwickelt worden und können auch international konkurrieren. Die optische Industrie gehört zu den ertragreichsten Devisenquellen der bundesdeutschen Wirtschaft.
Im US-amerikanischen Beverly Hills heiratet die Filmschauspielerin Elizabeth Taylor den Hotelbesitzersohn Conrad "Nick" Hilton jr.
10. Mai Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) wendet sich mit der Forderung an den Bayerischen Landtag, die Verwendung von Stoppuhren zur Feststellung der Geschwindigkeit von Fahrzeugen zu verbieten. In Bayern mussten Autofahrer in jüngster Zeit häufig Geldbußen bezahlen, weil sie wegen überhöhter Geschwindigkeit von der Polizei angehalten worden waren.
11. Mai 39 Bergleute kommen bei einem Grubenunglück in einem belgischen Kohlebergwerk bei Trazegnies, 75 km südwestlich von Brüssel, ums Leben. Ursache des Unglücks ist eine Kohlenstaubexplosion in 750 m Tiefe.
13. Mai Anlässlich des fünften Jahrestages des Demokratischen Rundfunks in der DDR wird die erste UKW-Sendung ausgestrahlt.
14. Mai Die Träger des Müttergenesungswerkes rufen zum Muttertag erstmals zu einer Spendenaktion auf.
In Köln endet die Foto- und Kinoausstellung.
Mit der Linie Kiel-Korsør (Dänemark) wird die erste regelmäßige Schiffsverbindung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Ausland eröffnet.
15. Mai Der bisherige Oberregierungsrat im niedersächsischen Kultusministerium, Werner Pleister, wird neuer Programmdirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR).
Nach 100 Tagen beenden die rund 89.000 Arbeiter in den 25 Werken des US-amerikanischen Automobilbauers Chrysler ihren Streik. Sie konnten sich u. a. mit ihrer Forderung nach Pensionszahlungen der Arbeitgeber in Höhe von 100 US-Dollar (rund 420 DM) pro Monat durchsetzen.
17. Mai Die Fluggesellschaft Western Airlines nimmt den Namen Trans World Airlines (TWA) an.
18. Mai Der Europapolitiker Richard Nicolas Graf Coudenhove-Kalergi erhält in Aachen den Internationalen Karlspreis. Die mit 5.000 DM dotierte Auszeichnung für besondere Verdienste um die europäische Einigung wird zum ersten Mal verliehen.
In der Nähe der polnischen Stadt Krakau beginnen die Bauarbeiten an der neu zu errichtenden Industriestadt Nowa Huta.
20. Mai 78 Bergleute kommen bei einer Schlagwetterexplosion auf der Zeche Dahlbusch in Gelsenkirchen-Rotthausen ums Leben.
Im Karl-Rauch-Verlag erscheint die deutsche Übersetzung des Buches "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry, das zuerst 1943 veröffentlicht wurde.
21. Mai Mit einer Großkundgebung endet in Hamburg die Ostdeutsche Heimatwoche. Zum Abschluss der Veranstaltung stimmen die rund 25.000 Teilnehmer die erste Strophe des Deutschlandliedes an.
Der Verbands Rheinisch-Pfälzischer Schriftsteller wird gegründet.
Ein schweres Erdbeben zerstört einen Großteil der peruanischen Stadt Cuzco der alten Hauptstadt des Inka-Reiches, 100 Menschen kommen ums Leben. Dass nicht mehr Todesopfer zu beklagen sind, wird vor allem darauf zurückgeführt, dass zur Zeit des Bebens etwa 15.000 der 45.000 Einwohner Cuzcos ein Fußballspiel in einem außerhalb gelegenen Stadion besuchten.
23. Mai An Bord des französischen Frachters "Frank Delmas" trifft die erste Tierfangexpedition, die der Hamburger Zoo Hagenbeck nach dem Krieg ausgerichtet hat, im Hamburger Hafen ein. Die meisten der über 100 exotischen Tiere sollen im Tierpark Hagenbeck bleiben.
24. Mai Die Schauspielerin Ingrid Bergman und der Regisseur Roberto Rossellini lassen sich in Mexiko trauen.
25. Mai In West-Berlin wird ein Kino eröffnet, das mit Polsterbänken für Liebespaare ausgestattet ist.
27. Mai In Berlin öffnet die Automobilausstellung am Funkturm.
30. Mai In Bad Kissingen wird der "Allgemeine Deutsche Tanzlehrer Verband" (ADTV) wiedergegründet, zum 1. Vorsitzenden wird Erich Beuss gewählt.
31. Mai Im niedersächsischen Visselhövede kommen sieben Kinder bei der Explosion einer Granate ums Leben. Die Kinder hatten die 50 kg schwere 15-cm-Werfergranate im Wald gefunden und wollten sie an einen Schrotthändler verkaufen.
01. Juni In Gütersloh wird der "Bertelsmann Lesering" gegründet. Er verpflichtet die Mitglieder zur vierteljährlichen Abnahme eines Buches bei vergünstigten Konditionen und Direktlieferung ins Haus.
Der erste planmäßiger Hubschrauberdienst wird mit einer Sikorsky S-51 auf der Strecke Liverpool – Cardiff geflogen.
02. Juni Der Frankfurter Rhein-Main-Flughafen wird von den US-amerikanischen Besatzungsbehörden offiziell in deutsche Hände übergeben.
03. Juni Erstmals wird der Friedenspreis des deutschen Buchhandels vergeben. Den Preis erhält der jüdische Humanist, Philosoph und Dichter Max Tau.
In Stuttgart wird die erste Gartenschau nach Kriegsende eröffnet.
Einem französischen Expeditionsteam gelingt die Erstbesteigung des über 8.000 m hohen Annapurna in Nepal.
04. Juni Die gesamte erste Mannschaft des DDR-Fußballclubs Dresden-Friedrichstadt und ihr Vorsitzender Kurt Schulz fliehen nach West-Berlin.
05. Juni Einen Tag vor seinem 75. Geburtstag hält Thomas Mann im Schauspielhaus in Zürich seine viel beachtete Rede "Meine Zeit".
07. Juni In West-Berlin endet die seit dem 27. Mai laufende Automobilausstellung am Funkturm, die wegen des großen Publikumsandrangs um drei Tage verlängert worden ist.
08. Juni Mit 30.000 Besuchern erlebt in Berlin das Strandbad Wannsee einen Rekordbesuch.
09. Juni In Bremen gründen die öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten der Bundesrepublik die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD).
10. Juni In der Berliner Waldbühne wird das mit 22.000 Plätzen weltweit größte Freilichtkino eröffnet.
In der Kunsthalle in Bern/Schweiz wird eine repräsentative Ausstellung des englischen Bildhauers Henry Moore eröffnet.
11. Juni Der Nordwestdeutsche Rundfunk beginnt in Hamburg mit Probesendungen für ein Fernsehprogramm.
In Berlin-Adlershof erfolgt der erste Spatenstich für den Bau des neuen DDR-Fernsehzentrums.
14. Juli Das Reiterstandbild Friedrichs des Großen wird in Berlin Unter den Linden abmontiert und im Schlosspark von Sanssouci aufgestellt.
17. Juni Als erster deutscher Verlag bringt Rowohlt Taschenbücher heraus: rororo (Rowohlts-Rotations-Romane)
18. Juni Der 1869 erbaute Turm von Berlins höchster Kirche, der evangelischen St.-Georgen-Kirche am Alexanderplatz, wird gesprengt. Die Ostberliner Behörden begründen die Maßnahme mit drohender Einsturzgefahr. Andere Sachverständige sind dagegen der Ansicht, dass der Turm die nächsten 500 Jahre überdauert hätte.
Der Hungerkünstler Willy Schmitz beendet eine 53tägige Fastenzeit, in der er nur von Mineralwasser und Zigaretten gelebt hat. Nach seinen Angaben ist dies ein Weltrekord im Hungern.
Die Kieler Woche mit zahlreichen Segelwettbewerben und vielen kulturellen Veranstaltungen beginnt.
20. Juli In der Stadt Brandenburg (DDR) liefert das Stahl- und Walzwerk den ersten Stahl.
21. Juni In Magdeburg (DDR) wird der Zoologische Garten wieder eröffnet.
22. Juni Borgward bringt zum Preis von etwa etwa 2.800 DM den Lloyd 300 "Leukoplastbomber" auf den Markt.
25. Juni Mit einem Festakt im Gürzenich beginnt die 1.900-Jahr-Feier der Stadt Köln. In einer Festansprache hebt Bundespräsident Theodor Heuss besonders die europäische Bedeutung der Domstadt am Rhein hervor.
Die Kieler Woche wird beendet. Seit dem 18. Juni haben in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt zahlreiche Segelwettbewerbe, aber auch viele politische und kulturelle Veranstaltungen stattgefunden.
27. Juni Bei der Explosion eines Treibstofflagers in der westsyrischen Stadt Homs kommen 60 Menschen ums Leben, weitere 300 werden verletzt. Das Unglück ereignet sich, als die Feuerwehr einen Brand in dem Lager zu löschen versucht.
29. Juni Im Münchner Haus der Kunst findet die Wahl zur "Miss Bayern" statt.
In West-Berlin endet ein viertägiger Internationaler Kongress für kulturelle Freiheit mit einer Reihe prominenter Teilnehmer.
30. Juni Papst Pius XII. erlässt Interpretationsregeln zu seinem Exkommunizierungsdekret für Kommunisten von 1949. Es sollen nun auch alle diejenigen Personen exkommuniziert werden, welche die Autorität der römisch-katholischen Kirche untergraben oder hohe kirchliche Stellungen ohne Zustimmung des Vatikan annehmen.
01. Juli In Frankfurt/Main wird der Suhrkamp Verlag gegründet.
In Tübingen nimmt der "Südwestfunk Baden-Baden" sein erstes Landesstudio in Betrieb.
Die chinesische Fluggesellschaft Cathay Pacific nimmt ihre erste Vickers Viscount in Empfang.
02. Juli Der Goldene Pavillon in der japanischen Stadt Kyoto wird durch ein Feuer vollständig vernichtet.
03. Juli Die größte Stahlbogenbrücke Europas, die über den Rhein hinweg die Städte Duisburg und Rheinhausen verbindet, wird dem Verkehr übergeben.
Das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) am Wittenbergplatz in West-Berlin wird wiedereröffnet.
04. Juli Die Münchner verzeichnen mit 34,4° Celsius den heißesten Tag seit 50 Jahren.
In München nimmt der Sender Radio Free Europe seinen Betrieb auf.
In Ost-Berlin wird der zweite Schriftstellerkongress der DDR eröffnet.
In Berlin wird der "Deutsche Schriftstellerverband" (DSV) gegründet.
05. Juli Der seit Jahren polizeilich gesuchte sizilianische Gangsterboss Salvatore Giuliano wird bei einem Feuergefecht mit der Polizei erschossen.
08. Juli Die Stadt Köln feiert ihr 1.900-jähriges Bestehen mit einem Volksfest.
09. Juli 271 Menschen kommen bei einem Erdbeben in Kolumbien ums Leben, 700 werden verletzt.
12. Juli Der NWDR sendet das erste deutsche Fernsehversuchsprogramm nach dem Zweiten Weltkrieg.
15. Juli Das Fürstenhaus Thurn und Taxis feiert eine Doppelhochzeit.
17. Juli Eine Douglas DC-3 der Indian National Airways stürzt auf dem Weg von Delhi nach Srinagar ab. Alle 22 Insassen kommen dabei ums Leben.
21. Juli Aus der Wuppertaler Schwebebahn stürzt der junge Zirkuselefant "Tuffi" in die Wupper. Der Dickhäuter übersteht den Sturz bis auf einige Schrammen unverletzt.
Der "Süddeutsche Rundfunk" beginnt auf UKW mit der allabendlichen Ausstrahlung des Zweiten Programms.
23. Juli Der Kölner Erzbischof Kardinal Josef Frings erklärt in einer Predigt in Bonn, das Eintreten für eine uneingeschränkte Kriegsdienstverweigerung sei mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. Es sei eine verwerfliche Sentimentalität und ein falsch gerichtetes Humanitätsdenken, wenn man aus Furcht vor dem Leiden eines Krieges jegliches Unrecht geschehen lasse.
In Göttingen beginnen die Feiern anlässlich des 200. Todestages von Johann Sebastian Bach.
24. Juli Das SWF-Landesstudio Tübingen nimmt den Sendebetrieb auf.
Auf dem amerikanischen Raketenstartgelände Cape Canaveral findet mit einer Bumper 8 der erste Raketenstart statt.
26. Juli Nach einer Erklärung des Ernährungsministeriums in Bonn reichen die Zuckervorräte der Bundesrepublik Deutschland bis Ende September aus.
Im Berliner Tiergarten wird in der Nähe des sowjetischen Ehrenmals eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg zur Explosion gebracht. Um die Entschärfung des Blindgängers gab es tagelang Gerangel zwischen den britischen und den sowjetischen Besatzungsbehörden.
27. Juli Hamburgs Bürgermeister Max Brauer erklärt, die Hansestadt werde in zwei Jahren trümmerfrei sein.
Das statistische Landesamt Hamburg veröffentlicht das Ergebnis einer Umfrage über die Zerstörungen, die im Zweiten Weltkrieg in bundesdeutschen Städten entstanden sind.
28. Juli Die Gebeine des 1750 verstorbenen Johann Sebastian Bach werden in der Leipziger Thomaskirche zur letzten Ruhe beigesetzt. Sie waren aus der kriegszerstörten Johanniskirche geborgen worden.
Mit Feiern und Konzerten wird weltweit der 200. Todestag des Komponisten Johann Sebastian Bach begangen.
29. Juli Erster planmäßiger Einsatz eines turbinengetriebenes Flugzeugs. Der Prototyp V.630 einer Vickers Viscount wird von der BEA für einen Monat probeweise auf den Strecken London - Edinburgh und London - Paris im Passagier-Liniendienst eingesetzt.
31. Juli Mit einem Käuferansturm beginnt in der Bundesrepublik der Sommerschlussverkauf.
01. August Der "NWDR" nimmt in Norden-Osterloog eine neue Kurzwellenanlage in Betrieb. Die beiden Sender dienen hauptsächlich der Versorgung der DDR mit dem "NWDR"-Programm.
In Berlin wird der Progress Film-Verleih gegründet.
05. August In München findet die konstituierende Sitzung der ARD statt.
12. August In der Bundesrepublik Deutschland endet nach zweiwöchiger Dauer der Sommerschlussverkauf, der vom Einzelhandel als großer geschäftlicher Erfolg mit deutlichen Umsatzsteigerungen gegenüber dem Vorjahr bezeichnet wird.
15. August In Essen und Düsseldorf stellt die Bundespost einen Fernsprechsonderdienst vor, der erstmals in der Bundesrepublik Deutschland die Einrichtung von Autotelefonen ermöglicht.
Ein Erdbeben der Stärke 8,6 im indischen Bundesstaat Assam fordert 1.530 Tote.
16. August Mit Gedenkfeiern wird an die Einweihung des Hermannsdenkmals im Teutoburger Wald vor 75 Jahren erinnert.
18. August Der Bayrische Rundfunk beginnt mit der Ausstrahlung eines zweiten Hörfunkprogramms aus der UKW-Zentrale in Nürnberg.
In Düsseldorf beginnt die Deutsche Funkausstellung. Sie dauert bis zum 27. August.
23. August Am Fluss Subansiri in Indien verursacht ein Dammbruch eine sieben Meter hohe Flutwelle, die in mehreren Dörfern insgesamt 532 Menschen in den Tod reißt.
25. August Die beiden großen Eisenbahnergewerkschaften der USA brechen den zwei Tage zuvor begonnenen Streik ihrer 300.000 Mitglieder ab, nachdem Präsident Harry S. Truman die Eisenbahnen der Regierungskontrolle unterstellt hat.
26. August In der Nähe von Bayreuth beginnen die Arbeiten zur Errichtung der Ortschaft Neubürgerreuth. In ihr sollen Heimatvertriebene unterkommen.
27. August In Essen endet nach fünftägiger Dauer der Evangelische Kirchentag, der unter dem Leitwort "Rettet den Menschen" stand.
In Düsseldorf geht die erste Deutsche Funkausstellung seit elf Jahren zu Ende.
Zum Abschluss des zweitägigen Ärztetages in Köln fordern die Mediziner u. a. die Einrichtung eines Bundesgesundheitsministeriums sowie eine längere Studiendauer im Fach Humanmedizin.
28. August 15.000 Frankfurter Bauarbeiter treten für höhere Löhne in den Ausstand. Auch in anderen Teilen der Bundesrepublik Deutschland sind Streiks in der Bauwirtschaft geplant.
29. August Deutsches Reisebüro, Hapag-Lloyd Reisebüro und Amtliches Bayerisches Reisebüro schließen sich unter dem Namen "TOUROPA" zu einer Arbeitsgemeinschaft für den Turnusreiseverkehr zusammen.
01. September Erstmals nach 11 Jahren bringt Henkel das Waschmittel "Persil" wieder auf den Markt.
In Dresden wird aus der Akademie für bildende Künste und der Hochschule für Werkkunst die Hochschule für bildende Künste gebildet.
02. September Im Kurhaus von Baden-Baden wird die 24-jährige Susanne Erichsen zur Miss Germany gekrönt.
03. September In Passau endet der 74. Deutsche Katholikentag.
In Jena wird das Planetarium wiedereröffnet.
04. September In Bingen wird der Landessportbund Rheinland-Pfalz gegründet.
07. September Die Mauern des im II. Weltkrieg stark beschädigten Berliner Stadtschlosses werden auf Anordnung von Walter Ulbricht gesprengt.
10. September In der Bundesrepublik Deutschland wird ein 14tägiger Streik im Baugewerbe beendet. Die Arbeitnehmer haben ihre Lohnforderungen nur teilweise durchsetzen können.
13. September Die Lokomotivfabrik Henschel & Sohn übergibt als erste nach dem Krieg entwickelte Dampflokomotive die Güterzug-Tenderlokomotive 82 001 an die DB.
14. September In Bonn wird die ERP-Schau des Europazugeszuges eröffnet. Der aus sieben Wagen bestehende Europazug beherbergt die fahrbare Marshall-Plan-Ausstellung.
15. September Die Rundfunkstationen in der Bundesrepublik Deutschland beginnen mit Gemeinschaftssendungen, die sich an die "Brüder und Schwestern in der Ostzone" richten.
In der DDR eröffnet Wilhelm Pieck die l. Landwirtschaftsausstellung in Markkleeberg.
16. September In München wird das diesjährige Oktoberfest eröffnet, das bis zum 1. Oktober dauert.
17. September Die diesjährige Frankfurter Herbstmesse für Konsumgüter beginnt. Sie dauert bis zum 22. September.
20. September Die Iljuschin Il-14 absolviert ihren Erstflug.
25. September In einem ehemaligen Luftschutzhochbunker auf dem Hamburger Heiligengeistfeld wird der NWDR-Fernsehsender offiziell in Betrieb genommen.
Der amerikanische Flugzeugträger USS Oriskany wird in Dienst gestellt.
26. September In Frankfurt am Main geht nach einwöchiger Dauer die diesjährige Buchmesse zu Ende.
01. Oktober Die Verwaltung des Hamburger Flughafens geht wieder in deutsche Zuständigkeit über.
Bundespräsident Prof. Theodor Heuss eröffnet in den Messehallen am Funkturm in Berlin die "Deutsche Industrieausstellung Berlin 1950", die größte deutsche Ausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg.
In Ost-Berlin wird die Deutsche Hochschule für Musik eröffnet.
02. Oktober In den USA erscheint der erste Comic-Strip mit den Peanuts von Charles M. Schultz.
03. Oktober Der erste UKW-Sender in Mühlacker geht in Betrieb.
04. Oktober In Berlin-Karlshorst wird die Hochschule für Planökonomie eröffnet.
05. Oktober In Köln findet die Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften statt.
07. Oktober In der DDR wird der "Nationalpreis für Kunst und Literatur 1950" vergeben.
09. Oktober Zum Jahrestag der angeblichen Marienerscheinungen in Heroldsbach kommt es in dem bayerischen Ort zu einem Massenandrang der Gläubigen.
In München wird mit Illumination, Feuerwerk und Festreden der 100ste Geburtstag des Bavaria-Standbildes gefeiert.
10. Oktober Am Potsdamer Platz in West-Berlin werden auf einer großen Leuchtschrifttafel Nachrichten in den Ostteil der Stadt übermittelt.
11. Oktober Der französische Schriftsteller und Regisseur Jean Cocteau trifft anlässlich der Deutschen Erstaufführung seines Films "Orphée" in Hamburg ein.
12. Oktober Der Streik der Arbeiter in der Wasserstraßenverwaltung, der zeitweilig die Binnenschifffahrt im Bundesgebiet stark beeinträchtigt hat, wird nach einer Woche durch eine neue Lohnvereinbarung beendet.
13. Oktober Erstflug der Lockheed L-1049 Super Constellation.
Die 1903 gebaute "Grete Cords" wird durch den Minister für Innerdeutschen Handel, Außenhandel und Materialversorgung, G. Handke, in Stralsund als erstes Hochsee-Handelsschiff der DDR unter dem Namen "Vorwärts" seiner Bestimmung übergeben.
14. Oktober Das Volkswagenwerk in Wolfsburg senkt den Preis für das Standardmodell des VW-"Käfers" von 4.800 DM auf 4.400 DM. Das Exportmodell kostet nur noch 5.150 DM, 300 DM weniger als bisher. Zur Begründung heißt es, dass die Materialkosten zwar gestiegen seien, die Produktivität sich aber so stark erhöht habe, dass nun die Preise gesenkt werden könnten.
In Berlin stellt die BVG alle Umlandverbindungen des Busnetzes auf Wunsch der DDR ein.
15. Oktober Der Hessische Rundfunk startet sein zweites Hörfunkprogramm auf UKW.
In der DDR nimmt in Berlin der erste 100-Watt-UKW-Sender den regelmässigen Testbetrieb auf.
In der Französischen Straße in Ost-Berlin eröffnet das "Cafe Praha".
16. Oktober In München wird ein Vertrag über die Errichtung der Österreichisch-Bayerischen Kraftwerke AG unterzeichnet. Sie dient der Nutzung von Wasserkraft im deutsch-österreichischen Grenzgebiet insbesondere an Inn und Salzach.
17. Oktober Die Schriftstellerin Elisabeth Langgässer erhält posthum für ihren Roman "Das unauslöschliche Siegel" den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
20. Oktober Erstflug des unbemannten Experimentalflugzeugs Ryan X-13 in den USA.
22. Oktober Auf der ersten Hauptversammlung des deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) seit Kriegsende in der Jugendburg Stahleck bei Bacharach übernimmt Bundespräsident Theodor Heuss die Schirmherrschaft über die Organisation.
Die Deutsche Gartenschau in Stuttgart wird beendet. Seit dem 3. Juni haben 1,85 Mio. Gäste aus dem In- und Ausland die Ausstellung besucht.
In Leipzig wird die Deutsche Hochschule für Körperkultur (DHfK) gegründet.
24. Oktober In der DDR erscheint erstmals die sorbische kulturpolitische Monatszeitschrift "Rozhlad" (Die Umschau).
27. Oktober In der Bundesrepublik Deutschland gibt es die ersten größeren Schneefälle des Winters 1950/51. Sie hinterlassen in weiten Teilen Südwestdeutschlands sowie in Hessen eine geschlossene Schneedecke.
In Altenkirchen (Westerwald) findet erstmals nach 1935 wieder der traditionelle Simon-Juda-Markt statt.
01. November In Dresden findet die Konferenz der Natur- und Heimatfreunde im Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands statt.
Papst Pius XII. verkündet das Dogma von der leiblichen Himmelfahrt Marias.
04. November Die Deutsche Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz verleiht den mit 10.000 DM dotierten Großen Akademiepreis für Literatur zu gleichen Teilen an Werner Helwig (Liechtenstein), Hans Hennecke (München), Oda Schäfer (München), Heinrich Schirmbeck (Schmidselde/Allgäu) und Arno Schmidt (Hamburg).
In Ost-Berlin findet bis zum 5. November der 1. Deutsche Friedenskongress statt.
06. November In Oderbruch bei Aachen wird die bislang größte Perlonfabrik der Bundesrepublik Deutschland in Betrieb genommen.
07. November In der Nähe von Rheine stürzt ein Düsenjäger der britischen Luftwaffe ab, der Pilot kommt dabei ums Leben. Es ist bereits der dritte Absturz einer Militärmaschine über dem Bundesgebiet innerhalb von drei Tagen.
BOAC beendet den Flugbetrieb mit Flugbooten.
11. November Die Intendanten der ARD-Rundfunkanstalten verständigen sich über die Errichtung eines gemeinsamen Schallarchivs.
19. November Der Süddeutsche Rundfunk bringt ein zweites Hörfunkprogramm. Es wird täglich am Abend vier Stunden über UKW ausgestrahlt.
20. November In München werden 20 Wärmestuben eröffnet, die im Winter Obdachlosen oder unter schlechten Wohnverhältnissen Lebenden zur Verfügung stehen, aber auch zur allgemeinen Einsparung von Kohle beitragen sollen. In einer der Stuben sorgt eine vierköpfige Kapelle für musikalische Unterhaltung.
24. November Am Funkturm in West-Berlin eröffnet der Minister für gesamtdeutsche Fragen, Jakob Kaiser, die Ausstellung "Heimat des deutschen Ostens".
25. November In der Universitätsbibliothek Freiburg findet bis zum 27. November die Ausstellung "400 Jahre Freiburger Buch" statt.
26. November In Baden-Baden wird das Musikstudio als erster Neubau "Auf der Funkhöhe" eingeweiht.
27. November Der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) startet mit dem ersten regelmäßigen Fernseh-Versuchsprogramm in der BRD.
29. November In München sorgt ein angeblich gelungener Versuch von Fernhypnose für Aufregung. Das Experiment stellt sich kurze Zeit später als Betrug heraus.
01. Dezember Der Flughafen Düsseldorf-Lohausen geht in Deutsche Verwaltung über.
02. Dezember In Schloss Friedrichsruh im Sachsenwald östlich von Hamburg wird eine Gedenkstätte für den ersten deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck eingeweiht, der dort nach seiner Entlassung 1890 seine letzten Lebensjahre zubrachte.
03. Dezember Die erste Folge der Comic-Serie "Nick Knatterton" erscheint in der Quick.
06. Dezember Das Hamburger Landgericht spricht einen Arzt aus Mangel an Beweisen von dem Vorwurf frei, er habe seine Frau mit falschen Diagnosen in psychiatrische Krankenhäuser einweisen lassen, um mit seiner Geliebten zusammenleben zu können.
Der Bahnhofsbuchhändler Gerhard Ludwig organisiert erstmals im Wartesaal 3. Klasse des Kölner Hauptbahnhofs seine "Mittwochsgespräche". Prominente Gäste aus der ganzen Republik halten Vorträge oder lesen aus ihren neuesten Veröffentlichungen.
08. Dezember In West-Berlin gibt es heftige Proteste gegen den Schauspieler Werner Krauss, der 1940 in dem antisemitischen Film "Jud Süß" die Hauptrolle spielte. Er tritt im Rahmen eines Gastspiels des Wiener Burgtheaters auf.
09. Dezember Eine Lotterie für den Wiederaufbau des Schauspielhauses in Frankfurt am Main erbringt einen Reinerlös von 600.000 DM und sichert so den zweiten Bauabschnitt des Theatergebäudes.
10. Dezember Der Verband Deutscher Burschen (VDB) wird wiedergegründet.
13. Dezember Der Amerikaner Bill Ivans fliegt mit einem Segelflugzeug über der Sierra Nevada über 12.800 m hoch und stellt damit den Rekord vom 11. Oktober 1940 von Erich Klöckner ein.
14. Dezember In Bonn wird die Deutsche Verkehrswacht gegründet, die sich mit Maßnahmen zur Verhinderung von Verkehrsunfällen befaßt.
15. Dezember Bis zum 15. Januar 1951 findet eine Kunstausstellung mit Werken von Otto Nagel in der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin statt.
23. Dezember Am letzten Verkaufstag vor den Feiertagen zieht der bundesdeutsche Einzelhandel eine positive Bilanz des Weihnachtsgeschäfts.
24. Dezember Am Heiligabend liegt nahezu im gesamten Bundesgebiet eine geschlossene Schneedecke.
26. Dezember Papst Pius XII. beendet in Rom das Heilige Jahr.
31. Dezember Mit Neuschnee und -13°C endet das Jahr in Berlin.


1951

  Die beliebtesten weiblichen Vornamen sind Monika, Brigitte und Karin.
  Die beliebtesten männlichen Vornamen sind Peter, Michael und Claus/Klaus.
  Briefmarken-Jahrgang 1951 der Deutschen Bundespost
  Briefmarken-Jahrgang 1951 der Deutschen Bundespost Berlin
01. Januar Grundsteinlegung für den ersten Hochofen des Eisenhüttenkombinats Ost (EKO) bei Fürstenberg an der Oder.
Mit Beschluss des Ministerrates wird in Ost-Berlin die Bauakademie der DDR gegründet.
05. Januar An der Universität Leipzig wird ein Zentrales Institut für Publizistik und Zeitungswissenschaften errichtet.
06. Januar Die "Vierte Textilmesse Hannover" wird eröffnet.
13. Januar Die Leuna-Werke, größter Produktionsbetrieb in der gesamten DDR, erhalten den Namen "Walter Ulbricht".
15. Januar Ein "sensationelles Wundermittel", das die Auswirkungen übermäßigen Alkoholgenusses bekämpfen soll, wird in der Presse vorgestellt: "Bavarin 404" sei in allen Stadien des Rausches erprobt und mache innerhalb von zehn Minuten wieder nüchtern, so der Hersteller.
17. Januar Weil die Kohlevorräte der Stadtwerke Bremerhavens aufgebraucht sind und die Straßenbeleuchtung abgeschaltet werden muss, hilft die amerikanische Besatzungsbehörde leihweise mit 400 t Kohlen aus.
20. Januar In Hannover wird die erste Deutsche Landwirtschaftswoche nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eröffnet.
21. Januar In Winterthur wird das "Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten" eröffnet.
22. Januar Die westdeutschen Rundfunkintendanten lehnen einen Vorschlag von Hans Mahle, Generalintendant des Rundfunks der DDR, ab, Gemeinschaftssendungen aller ost- und westdeutschen Rundfunkanstalten zu produzieren. Gemeinschaftliche Sendungen seien so lange unmöglich, wie in der Sowjetzone die Verkehrung der Grundbegriffe Freiheit, Menschlichkeit und Frieden fortbesteht.
Schnee-, Lawinen- und Hochwasserkatastrophen in den Alpen fordern mehr als 300 Tote.
Der fünfjährige Zirkuslöwe Sultan entweicht nach der letzten Vorstellung in die Freiheit und trottet stundenlang durch die Straßen Roms. Ein großes Polizeiaufgebot bringt ihn schließlich in der Nähe der Via Appia zur Strecke.
23. Januar Der Zentralverband des deutschen Kohleeinzelhandels protestiert vehement gegen die vorgesehene Höchstmenge von 16 Zentnern Kohle je Haushalt. Statt dessen fordert er 35 Zentner, was ungefähr dem Vorkriegsdurchschnitt entspräche.
25. Januar In Anwesenheit von Grossherzogin Charlotte wird der Mittelwellensender Radio Luxembourg eingeweiht.
30. Januar Die Schauspielerin Elizabeth Taylor lässt sich vom Hotelierssohn Nick Hilton scheiden.
31. Januar Captain Charles Blair stellt bei einem Nonstopflug von New York nach London einen Geschwindigkeitsrekord auf: In 7 Stunden und 48 Minuten bewältigt er in seinem umgebauten Mustang-Jäger die Distanz.
02. Februar Erstflug der Douglas DC-6B.
03. Februar In West-Berlin wird die erste "Grüne Woche" seit Kriegsende eröffnet.
04. Februar Eine Passagiermaschine vom Typ "Constellation" der Air France benötigt für die Strecke New York–Paris 10:13 h und stellt damit einen Geschwindigkeitsrekord auf.
07. Februar Das dritte Zugunglück innerhalb eines Jahres im Gebiet von New York fordert 75 Tote und 500 Verletzte.
15. Februar Kurt Mix erhält ein Patent auf das von ihm entwickelte Sportgerät, besser bekannt als Ergometer.
17. Februar In den Hamburger Kunsthallen wird eine Ausstellung eröffnet, die erstmals in Deutschland seit 1933 einen Überblick über das Schaffen des französischen Malers Henri Matisse gibt.
19. Februar In verschiedenen Teilen Bayerns sind die Bauern aus Unzufriedenheit über den momentanen Milchpreis dazu übergegangen, Milch direkt an den Verbraucher zu verkaufen oder sie zu Landbutter zu verarbeiten. Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine Erhöhung des Milchpreises bis jetzt abgelehnt.
21. Februar Pilot A. E. Callard gelingt mit einem B-2-Bomber der erste Nonstop-Atlantikflug eines Düsenflugzeugs ohne Auftanken. Die Strecke Irland–Neufundland bewältigt er in 4:42 h.
23. Februar In der DDR wird die Rationierung von Textilien aufgehoben.
24. Februar Als 2. Historisches Museum in Basel (Schweiz) wird der "Kirschgarten" mit vollständig eingerichteten Wohnräumen aus dem 18. Jahrhundert eröffnet.
25. Februar Im Kongress-Saal des Deutschen Museums in München hält der Tauchpionier Hans Haas einen Vortrag über seine erste Expedition im Roten Meer.
26. Februar Die Ehe der Filmstars Barbara Stanwick und Robert Taylor, die in Hollywood als vollkommen galt, endet mit Scheidung.
28. Februar In Hannover wird die Mustermesse eröffnet.
01. März Die letzte der sieben während des Krieges zerstörten Mainbrücken in Frankfurt ist wieder begehbar. Sie wird als "Friedensbrücke" von Oberbürgermeister Walter Kolb eingeweiht.
04. März In Leipzig beginnt die bis zum 11. März dauernde Frühjahrsmesse. Die Zahl der Aussteller aus dem Bundesgebiet und West-Berlin ist von 752 im Frühjahr 1950 auf nun 401 Aussteller zurückgegangen.
11. März In München konsumieren die Besucher des Nockherbergs in zwei Tagen mehr als 30.000 Maß Bier. Damit stellen sie einen neuen Rekord auf.
Mit einem Festakt in der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität wird die Internationale Frankfurter Frühjahrsmesse 1951 eröffnet.
15. März Die Papierknappheit zwingt Teile der Markenartikelindustrie zu ungewöhnlichen Aktionen: So liegt z. B. "Sunlicht-Seife" unverpackt in den Regalen.
20. März Die nordostbrasilianischen Provinzen Ceara und Parahyba werden von einer verheerenden Dürre heimgesucht. Hunger und Durst fordern täglich etwa 20 Menschenleben, dazu kommen Fälle von Pesterkrankungen.
23. März Zum ersten Mal seit 1926 bleibt am Karfreitag "Das Wunder von Konnersreuth" aus. Tausende von Gläubigen warten in der Oberpfälzer Ortschaft vergeblich auf das Erscheinen von Stigmawunden am Körper von Therese Neumann.
27. März In Berlin wird am Platz der Republik die Ruine der Krolloper gesprengt.
01. April Die Deutsche Journalisten-Union in der IG Druck und Papier wird in Düsseldorf gegründet.
9.492.657 Rundfunkteilnehmer, d. h. Gebührenzahler, werden im Bundesgebiet registriert. Die Zahl ist damit in einem Jahr um 1.766.052 gestiegen.
Gustav Heinemann, 1949 bis 1950 Bundesinnenminister, eröffnet in Hamburg die dritte Synode der evangelischen Kirche in Deutschland. Heinemann ist Präses der Synode.
03. April 6.000 Fischer und Besatzungsmitglieder von 1.600 Kuttern an der Nord- und Ostseeküste Schleswig-Holsteins treten in einen Streik. Sie protestieren dagegen, dass nach dem Wegfall der Vorzugspreise für Fischerei und Landwirtschaft der Treibstoff um rund 100 % teurer geworden ist.
05. April In Minnesota/USA wird erstmals bei einem Menschen mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine am offenen Herzen operiert.
09. April Die Thüringer "Abendpost", die letzte unabhängige und parteilose Zeitung in der DDR, muss ihr Erscheinen einstellen. Statt dessen wird den Abonnenten "Das Volk", die Zeitung der Sozialistischen Einheitspartei, geliefert.
Die "schnellste Kamera der Welt", die sog. Kerr-Cell-Kamera, wird in London vorgestellt. Sie soll 24 Mio. Bilder in der Minute aufnehmen und vor allem einzelne Phasen von Explosionen dokumentieren. Das britische Waffenforschungsamt hat das Gerät entwickelt.
15. April In der Villa Berg in Stuttgart weiht der Süddeutsche Rundfunk den Sendesaal ein.
In Tirol wird das erste SOS-Kinderdorf eröffnet, es soll heimatlosen Kindern Betreuung in familienähnlichen Gemeinschaften bieten. Initiator des Projektes ist der österreichische Sozialpädagoge Hermann Gmeiner, der bereits 1949 den Wohltätigkeitsverein "SOS-Kinderdorf" gründete.
16. April In Bad Wörishofen wird die Kindler Verlag GmbH gegründet. Bereits seit 1946 bringt Helmut Kindler u. a. Autobiographien und Biographien auf den Markt.
17. April Das britische U-Boot "Affray" sinkt mit 75 Mann Besatzung im Ärmelkanal. Es gibt keine Überlebenden.
19. April In Frankfurt/Main eröffnet Bundespräsident Theodor Heuss die erste deutsche Automobilausstellung (IAA). Sie dauert bis zum 29. April.
20. April Das Berliner Fernsehstudio des Nordwestdeutschen Rundfunks am Heidelberger Platz in Berlin gestaltet seine erste Probesendung, die aber nur in Berlin zu empfangen war.
In Köln wird die erste internationale Photokina eröffnet.
24. April Statt blaue bekommt die Polizei in Rheinland-Pfalz ab jetzt grüne Uniformen.
Bei einem Eisenbahnunglück in der japanischen Stadt Yokohama kommen 97 Menschen ums Leben.
27. April Sechs Tote fordert ein Explosionsunglück im Hafen von Gibraltar. Beim Abladen von Granaten fliegt der britische Munitionsdampfer "Bedham" in die Luft. Hunderte werden verletzt, die Explosion erschüttert das gesamte Gebiet von Gibraltar.
29. April In Hannover eröffnet Bundespräsident Theodor Heuss die "Technische Messe".
Elly Heuss-Knapp, die Frau des Bundespräsidenten, eröffnet in Hannover die erste Bundesgartenschau.
30. April Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft spricht sich für einen vergnügungssteuerfreien "Filmgroschen" aus. Die Abgaben sollen zu je 40 % der Filmproduktion und den Filmtheatern und zu 15 % den Filmverleihern zufließen. Der Rest der Gelder soll für Werbung genutzt werden.
01. Mai In München nimmt der Sender "Radio Free Europe" offiziell seinen Betrieb auf. Er dient als ideologische Waffe im Kalten Krieg.
Das Genfer Opernhaus wird durch einen Brand nahezu vollständig zerstört. Das Feuer ist bei den Proben für die "Feuerzauber"-Szene in Wagners "Walküre" ausgebrochen.
02. Mai Jakob Kaiser, Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, eröffnet in München die Ausstellung "Deutsche Heimat im Osten".
03. Mai In Aachen wird der Karlspreis an den Rektor des Europa-Kollegs in Brügge, Hendrik Brugmans, verliehen.
In London wird das "Britain-Festival", eine Leistungsschau von Wirtschaft und Kultur, eröffnet.
05. Mai Die "Gruppe 47" spricht auf ihrer Tagung in Bad Dürkheim den von der MacCann Company gestifteten Dichterpreis von 1.000 DM Heinrich Böll zu.
06. Mai Ein sechsmotoriger Bomber der amerikanischen Luftwaffe stürzt während eines Sandsturms auf dem Militärflughafen Kirtland ab. Das Unglück fordert 21 Tote und drei Schwerverletzte.
Mit orientalischem Glanz heiratet König Faruk I. von Ägypten in Kairo die 17-jährige Narriman Sadek.
Ein schweres Erdbeben zerstört die Städte Jucuapa und Chinameca in San Salvador. Mindestens 200 Menschen kommen ums Leben.
09. Mai In Straßburg rufen Journalisten aus 26 Ländern, darunter die Bundesrepublik, den "Internationalen Verband der Chefredakteure" wieder ins Leben.
Die Berliner Philharmoniker gehen mit Dirigent Wilhelm Furtwängler auf eine Tournee durch Griechenland, Italien, Ägypten und Frankreich.
In Wiesbaden wird die "Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Forschung im graphischen Gewerbe" gegründet, die am 1. September in "Deutsche Gesellschaft für Forschung im graphischen Gewerbe" (FOGRA) umbenannt wird.
British Overseas Airways Corporation (BOAC, heute British Airways) führt den ersten Linienflug einer Comet von London nach Johannesburg (mit Zwischenlandungen) durch.
10. Mai In Hamburg führt die Abschaffung der Schülermonatskarten zu heftigen Studentenunruhen.
In Frankfurt am Main wird das wieder aufgebaute Goethe-Haus in Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss und den drei Hohen Kommissaren eingeweiht. Die Festrede hält Oberbürgermeister Walter Kolb.
Der österreichische Thronprätendent Otto Habsburg-Lothringen heiratet in Nancy die 26-jährige Regina von Sachsen-Meiningen.
11. Mai Nach Mitteilung des Bundesverkehrsministeriums verkehren derzeit im Bundesgebiet 2,281 Mio. Kraftfahrzeuge. Davon sind 643.749 Personenwagen, 393.874 Lastkraftwagen und 1,044 Mio. Krafträder.
13. Mai In Fatima, dem portugiesischen Lourdes, kommen über 100.000 Gläubige zusammen, die gemäß dem Auftrag einer Marienerscheinung aus dem Jahr 1917 für eine "Bekehrung der Kommunisten" beten.
Die französische Pilotin Jacqueline Auriol erreicht mit einem Düsenjäger vom Typ "Vampire" eine Geschwindigkeit von 818.181 km/h.
15. Mai In Köln wird die Deutsche Gesellschaft für Fotografie gegründet.
16. Mai In Leipzig wird der erste deutsche Kulturkongress mit Teilnehmern aus beiden deutschen Staaten eröffnet. Auf der Tagesordnung steht der Ausbau der Beziehungen zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Der Kongress dauert bis zum 18. Mai.
In Hamburg eröffnet Hans Dürrmeier, Präsident des Zentralausschusses der Werbewirtschaft, in der Hamburger Ernst-Merck-Halle einen Reklamekongress. 1.600 Mitglieder der Werbefachverbände und der Werbewirtschaft aus dem In- und Ausland sowie Vertreter der übrigen Industrie sind zu der Tagung erschienen.
18. Mai Im schwedischen Lund werden die ersten Tetra Pak-Verpackungen der Öffentlichkeit vorgestellt.
19. Mai Die in München stationierten Amerikaner feierten den Tag der US-Armee u. a. mit einer Truppenparade, an der als einziger Deutscher nur der Münchner Oberbürgermeister teilnehmen durfte.
Oskar Kokoschka malt ein Porträt des Hamburger Bürgermeisters Max Brauer. Im Juli vollendet der Künstler, der sein Modell bei der beruflichen Tätigkeit begleitet, das Werk. Es wird erstmals in der Hamburger Kunsthalle öffentlich ausgestellt.
20. Mai Zwischen Amsterdam und Basel verkehrt wieder der Rheingold-Express.
26. Mai In Düsseldorf findet bis zum 10. Juni die Internationale Messe Druck und Papier "DRUPA" statt.
An der Universität Rostock (DDR) wird die Fakultät für Schiffsbautechnik eingeweiht.
27. Mai Das NWDR-Fernsehen überträgt in seiner ersten Außenübertragung die Eröffnung der Landwirtschaftsausstellung durch Bundesernährungsminister Wilhelm Niklas auf dem Hamburger Heiligengeistfeld.
31. Mai Eine schwere Schlagwetterexplosion fordert auf der Schachtanlage "Heinrich Robert" in Herringen bei Hamm 17 Todesopfer und 20 Schwerverletzte.
01. Juni Erste Abteilungen des Hessischen Rundfunks ziehen in das neue Funkhaus am Dornbusch.
Im Kunsthaus in Zürich wird eine Ausstellung mit dem Titel "Zürich 1351-1951" gezeigt. Die Jubiläumsausstellung zur 600-Jahr-Feier gliedert sich in die zwei großen Gruppen "Staat und Bildung" und "Kunst".
02. Juni Im Forum-Kino in Wien findet die erste Autogramm-Matinee beliebter Wiener Filmschauspieler statt. Anwesend sind Waltraut Haas, Marte Harell, Elfie Mayerhofer, Susi Nicoletti, Annie Rosar, Aglaja Schmid, Marianne Schönauer, Thea Weis, Grete Zimmer, Rudolf Carl, Richard Eybner, Harry Fuss, Fritz Imhoff und Theo Lingen. Über 1.500 Personen warten auf Autogramme.
03. Juni In Lübeck wird der fast 800 Jahre alte Dom, der 1942 durch Bomben schwer beschädigt wurde, mit einem Festgottesdienst wieder eingeweiht.
Der 1914 verstorbene Papst Pius X. wird in der Peterskirche in Rom vor über 50.000 Katholiken selig gesprochen. Die Mitteilung wird von Monsignore Ferdinando Prosperini verlesen.
04. Juni Der Weihbischof von Paderborn Wilhelm Weskamm wird von Papst Pius XII. zum Bischof von Berlin ernannt.
05. Juni Der Zentralverband Deutscher Mieter und der Bund westdeutscher Mieterverbände schließen sich in Köln zum Deutschen Mieterbund zusammen. Ziel ist die Erwirkung eines sozialen Miet- und Wohnrechts.
06. Juni Eine durch große Dürre verursachte Hungersnot im nordbrasilianischen Bundesstaat Ceara treibt 300.000 Verzweifelte in die großen Städte.
Die britische Versicherungsgesellschaft Lloyds beurteilt die Chancen eines Kriegsausbruches 20:1 gegen einen Krieg. Für 100 Dollar Versicherungsprämie bekommen Reise- oder Messeveranstalter im Kriegsfall Schäden bis zu 2.000 Dollar ersetzt.
07. Juni In München wird erstmals die von Süddeutscher Zeitung und Abendzeitung gestiftete Auszeichnung "Kavalier am Steuer" verliehen.
08. Juni In Essen wird das Folkwang-Tanztheater unter der Leitung von Kurt Jooss neu eröffnet.
10. Juni Die erste Internationale Messe Druck und Papier (DRUPA) schließt in Düsseldorf ihre Pforten. 527 Aussteller aus neun Ländern informierten seit dem 26. Mai 195.185 Besucher. Auf 18.450 m² zeigten sie u. a. neueste Entwicklungen in der Drucktechnik.
11. Juni Die Bundespost beginnt in West-Berlin mit Fernsehversuchssendungen, um der Industrie die Möglichkeit zur Entwicklung serienreifer Fernsehempfänger zu geben.
In Frankfurt am Main wird das Neckermann-Versandhaus eingeweiht.
14. Juni Der erste in Serie gebaute Computer UNIVAC (Universal Automatic Computer) wird zum Preis von 1,6 Mio. US-$ ausgeliefert.
16. Juni In Kiel beginnt die "Kieler Woche", größte deutsche Regattaveranstaltung mit über 140 Booten aus vier Nationen.
In Düsseldorf macht bis zum 18. Juni der Europa-Zug, eine Ausstellung in einem D-Zug zum Marshall-Plan, halt.
In allen großen Häfen der USA kommt der Schiffsverkehr zum Erliegen, weil sich rund 50.000 Seeleute weigern, ohne neuen Tarifvertrag auszufahren.
20. Juni In den USA hat das Experimentalflugzeug Bell X-5 seinen Erstflug.
21. Juni Auf dem Hamburger Markt brechen die Großhandelspreise für Frühkartoffeln innerhalb von 36 Stunden um die Hälfte ein. Die Ladenpreise fallen innerhalb einer Woche von 28 bis 30 Pfennig auf 18 bis 20 Pfennig pro Pfund.
23. Juni In Köln wird die siebenwöchige deutsche Gesundheitsausstellung 1951 eröffnet, mit 52.000 m² die größte Gesundheitsausstellung seit 20 Jahren. Neben einem reichhaltigen Angebot an Gesundheitsartikeln informiert eine Ausstellung über das Wunder des menschlichen Körpers.
25. Juni In Köln wird der Deutsche Mieterbund (DMB) gegründet.
Um die Eierversorgung in der Bundesrepublik für den kommenden Winter zu sichern, hat die Einfuhr- und Vorratsstelle ihre Eierkäufe mit 120 Mio. Stück vorläufig abgeschlossen. 80 Mio. Eier wurden importiert. Die Einlagerung liegt damit um 50 % höher als im Vorjahr.
In Österreich treten 8.000 Fleischer in einen unbegrenzten Lohnstreik. Sie fordern 12 % mehr Lohn.
In New York startet "CBS" mit der "Ed Sullivan-Show" die erste kommerzielle Farbfernsehsendung.
28. Juni In Berlin rast ein Tornado mit einer Breite von 100 m durch den Park von Sanssouci, entwurzelt eine 25 m hohe Tanne, knickt andere Bäume wie Streichhölzer, reißt am Schloss Charlottenhof mehrere 40 cm starke Zementsäulen ein und zertrümmert zusammen mit Hagelschlag Fensterscheiben. Das Unwetter dauert nur drei Minuten.
29. Juni Der südlich von Paris gelegene Flugplatz Orly wird nach einer Vergrößerung von 800 ha auf 1.800 ha zum Zentrum des Flugverkehrs in Westeuropa ausgebaut.
02. Juli "Radio Luxembourg" beginnt von Marnach aus ein englisches Programm auf Mittelwelle 208 m zu senden.
03. Juli In Hannover wird die erste große deutsche Bauausstellung nach dem Krieg, die "Constructa", eröffnet. Wohnungsbauminister Eberhard Wildermuth (FDP) erklärt bei der Eröffnung, es gelte nun, was in 100 Jahren gewachsen sei, innerhalb einer Generation wiederherzustellen.
04. Juli Auf der Zeche Radbod in Bockum-Hövel (bei Hamm) wird der modernste Schacht des Ruhrgebietes in Betrieb genommen. Der Schacht ist 1.100 m tief und erlaubt eine tägliche Förderung von 4.000 t Kohle.
05. Juli In Berlin kommt es vor der Treptower Brücke auf dem überwiegend mit Schulkindern und Lehrern aus dem Bezirk Prenzlauer Berg besetzten Ausflugsdampfers "Heimatland" zu einer Explosion. Von den 127 Passagieren kommen 30 ums Leben.
Der amerikanische Physiker William Shockley erfindet den Bipolartransistor.
07. Juli In Bayern wird der erste Spezialomnibus für Kriegsversehrte seiner Bestimmung übergeben. Die Konstrukteure haben das Fahrzeug nach ärztlichem Ratschlag eingerichtet.
In den Vereinigten Staaten beginnt die Ära des Farbfernsehens. Die Premiere erfolgt unter ansehnlichem Staraufgebot im Rahmen einer CBS-Show, wobei die Farbqualität allerdings noch zu wünschen übrig lässt.
08. Juli Bei Wein, Musik und Tanz feiert die französische Hauptstadt den 2.000. Jahrestag ihrer Gründung. 34 Großstädte haben ihre Oberhäupter nach Paris entsandt.
09. Juli Der Flughafen Berlin-Tempelhof wird vom Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter wieder für den zivilen Flugverkehr eröffnet.
11. Juli Mehr als 300.000 Deutsche aus Ost und West nehmen bis zum 15. Juli an den Veranstaltungen des Dritten Deutschen Evangelischen Kirchentages in Ost-Berlin teil.
12. Juli Zwischen Kehl und Straßburg wird die neu erbaute Rheinbrücke in Betrieb genommen.
14. Juli Das dänische Dampffährschiff "Danmark" (Baujahr 1922) eröffnet die Eisenbahnfährschiffverbindung zwischen Westdeutschland und Dänemark von Großenbrode Kai (Schleswig-Holstein, D) nach Gedser (Falster, DK).
In der "Großen Münchner Kunstausstellung 1951" werden 900 Werke von 398 Künstlern aus ganz Deutschland gezeigt.
15. Juli Der Bayrische Rundfunk nimmt die Senderstation Kreuzberg/Rhön in Betrieb.
17. Juli Aus Mitteln der Ford-Stiftung erhält die Freie Universität Berlin eine Spende von 1,309 Mio. Dollar (5,5 Mio. DM).
In der DDR feiert das Fernsehzentrum Berlin-Adlershof Richtfest.
Im walisischen Port Talbot nimmt die größte Hütte Europas mit einem jährlichen Ausstoß von 200.000 t Stahl die Produktion auf.
18. Juli Die alliierte Luftfahrtbehörde gibt grünes Licht für den Bau des Flughafens Hannover.
20. Juli Die verbesserten Variante der Breguet 763 mit größerer Flügelspannweite und stärkeren Motoren startet zu ihrem Jungfernflug.
27. Juli Das bayerische Hauptmünzamt in München fertigt den Urstempel des neuen Fünfmarkstückes an, der als Muster für die anderen Münzämter der Bundesrepublik gilt.
01. August Das Rundfunk- und Fernsehtechnische Institut in Berlin-Adlerhof nimmt erste Sendeversuche mit Fernsehbild- und Tonsignale auf.
Der Maler und Grafiker Karl Hofer, Direktor der Berliner Kunstakademie, eröffnet in den Räumen der Hochschule für Bildende Künste in Berlin die erste "Große Deutsche Kunstausstellung" des "Deutschen Künstlerbundes 1950". 299 Bilder, Plastiken und Grafiken werden gezeigt. Gerhard Marcks, Karl Hofer, Fritz Winter und Ernst Schumacher werden von Arthur Jung für ihre künstlerischen Arbeiten ausgezeichnet. Die Geldpreise stiftete der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller.
Der US-amerikanische Pilot Bill Bridgeman fliegt mit einer Douglas-"Skyrocket" zum ersten Mal zweifache Schallgeschwindigkeit.
Private Geschäftsleute gründen die japanische Fluggesellschaft Japanese Air Lines.
02. August In der DDR wird das Segelschulschiff Wilhelm Pieck in Dienst gestellt.
03. August Bei Wolfskehlen in der Nähe von Darmstadt fliegt ein Ölbohrturm in die Luft. Eine 70 m hohe Stichflamme steht weithin sichtbar über dem Bohrloch. Verletzt wird niemand.
Adolf Grimme (NWDR) wird ARD-Vorsitzender.
04. August In München beginnt der 36. Esperanto-Weltkongress, der bis zum 11. August dauert.
05. August Bis zum 19. August finden in Ost-Berlin unter dem Motto "Für Frieden und Freundschaft – gegen Atomwaffen" erstmals die "III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten" statt. Es nahmen 26.000 ausländische Jugendliche aus 104 Ländern und 35.000 Jugendliche aus der Bundesrepublik teil.
Die 18-jährige Obersekundanerin Vera Marks aus Frankfurt am Main, ehemalige "Miss Bodensee", wird mit 302 von 768 Stimmen der Zuschauer im Baden-Badener Ballhaussaal zur "Miss Germany 1951" gewählt.
06. August 26.000 Landarbeiter in Niedersachsen und Hessen treten in einen Streik. Sie wollen eine 25prozentige Lohnerhöhung durchsetzen.
Im Ost-Berliner Walter-Ulbricht-Stadion werden die XI. Akademischen Sommerspiele eröffnet. Sportler aus 36 Ländern nehmen an den Wettkämpfen teil, die am 15. August zu Ende gehen.
Zitronensaft helfe gegen Radioaktivität, meldet die britische Presse. Wissenschaftler hätten herausgefunden, dass Tiere, die große Mengen Zitronensaft erhalten, gegen Strahlungen immun seien, die für andere Tiere bereits tödlich sind.
07. August In Berlin wird der neue 20-Kilowatt-Kurzwellensender des RIAS vom Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter eingeweiht. Er kann in fast allen Gegenden der DDR gehört werden.
In den USA erreicht eine 5 t schwere Viking-Rakete mit 200 km eine Rekordhöhe. Die bisherige Höchstleistung von 182,4 km stellte 1946 eine nachgebaute deutsche "V-2"-Rakete auf.
12. August 100 Menschen werden Opfer eines Erdbebens in der türkischen Provinz Ankara. Im Gebiet von Cankiri, rund 80 km von Ankara entfernt, werden fünf Dörfer zerstört.
13. August Ein schweres Gewitter mit starken Windböen bringt in München fast alle fürs Oktoberfest aufgebauten Buden und Bierhallen zum Einsturz. Es gibt einen Toten und 11 Schwerverletzte.
15. August Der 77-jährige US-amerikanische Multimillionär John D. Rockefeller Junior heiratet in Providence (Rhode Island) die 56-jährige Rechtsanwaltswitwe Martha Baird Allen.
In den USA fliegt William Bridgeman als erster Mensch mit einer "Douglas Skyrocket" schneller als Mach 2.
16. August Auf dem Frankfurter Messegelände wird die Uhrenfachmesse eröffnet. 190 Aussteller aus der Bundesrepublik und der Schweiz präsentieren ihre Uhren in vier Ausstellungshallen. Ferdinand Kaiser, erster Vorsitzender des Zentralverbandes der Uhrmacher, hält die Begrüßungsansprache.
In Darmstadt wird der Öffentlichkeit das erste fahrende Fernseh-Studio in der Bundesrepublik vorgestellt. Der Übertragungswagen, der dem NWDR gehört, soll für aktuelle Reportagen genutzt werden.
18. August Die Ford-Werke in Köln küren zu ihrem 25-jährigen Bestehen die "Tauna", eine Frau, die am 18. August 1925 um 11 Uhr geboren wurde, zur gleichen Zeit, als das Automobilwerk eingeweiht wurde. Am selben Tag wird auch der Grundstein für die sog. Ford-Siedlung in Köln gelegt, in der 300 Wohnungen entstehen sollen.
19. August Ein Tornado verwüstet die Insel Jamaika. Der Orkan, der mit 150 km/h über die Hauptstadt Kingston braust, fordert 40 Tote. Der Sachschaden wird auf 70 Mio. DM geschätzt.
Der amerikanische Oberst Ascani stellt einen Geschwindigkeits-Weltrekord für Flugzeuge auf. Mit einem Düsenjäger erreicht er auf einem Rundkurs ein Stundenmittel von 1.005,917 km/h.
23. August In Wien hat eine Frau versucht ihren elfjährigen Sohn Berti für 5.000 ÖS (850 DM) zu verkaufen, berichten deutsche Zeitungen. Allerdings kam das Geschäft nicht zustande, weil Berti bei den Verkaufsverhandlungen anwesend war und eine Bekannte informierte. Die Wohlfahrt vermittelte Berti an Pflegeeltern: "Das bewahrt ihn zwar im Augenblick davor, verkauft zu werden, aber seine Mutter will ihn zurückholen und schließlich doch noch für einen anständigen Preis veräußern", meldet die Presse.
24. August Ein Zugunglück in der Nähe von Metz fordert 12 Tote und 40 Verletzte. Das Unglück, bei dem der Schnellzug Basel–Calais den Zug Frankfurt–Paris rammt, wird auf das Versagen der Signalanlagen zurückgeführt.
25. August Auf der Wasserkuppe in der Rhön beginnt das erste große Segelfliegertreffen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der Ministerrat der UdSSR beschließt die Serienfertigung der MiG-17.
27. August In Hessen legen 50.000 Metallarbeiter ihre Arbeit nieder, um u. a. ihre Forderung nach höheren Löhnen durchzusetzen.
28. August Auf den außerordentlichen Hauptversammlungen der Hüttenwerke Hörde AG und des Werkes Dortmund der Dortmunder Union beschließen die Mitglieder die Verschmelzung beider Betriebe zu einer Stahlkerngesellschaft. Damit entsteht das größte westdeutsche Stahlwerkunternehmen.
29. August Das erste Micky Maus-Heft erscheint in Deutschland.
Berlin erlebt mit 32°C den wärmsten 29. August seit 40 Jahren.
31. August In Düsseldorf wird auf der bis zum 5. September dauernden Deutschen Musikmesse von der Deutschen Grammophon die erste Langspielplatte mit 33 1/2 Umdrehungen pro Minute vorgestellt.
01. September Das Landesstudio Rheinland-Pfalz des SWF nimmt in Mainz den Betrieb auf.
Ein Überblick über die Hörerzahlen der einzelnen Rundfunkanstalten ergibt folgendes Bild: NWDR 5,1 Mio., Radio Bremen 137.300, Bayerischer Rundfunk 1,7 Mio., Hessischer Rundfunk 880.000, Süddeutscher Rundfunk 790.000 und Südwestfunk 975.000.
Das Winninger Winzerfest, das älteste in Deutschland, feiert sein 400-jähriges Jubiläum.
In Berlin wird die Staatliche Schauspielschule durch Zusammenlegen der Schauspielschule des Deutschen Theaters und der Schauspielklasse des DEFA-Nachwuchsstudios gegründet.
02. September Das SWF Landesstudio Rheinland-Pfalz in Mainz geht auf Sendung.
Mit einer Feierstunde in der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität wird die Internationale Frankfurter Herbstmesse 1951 eröffnet. Sie dauert bis zum 6. September.
Die Filmbewertungsstelle der Länder in Wiesbaden (FBW) nimmt ihre Arbeit auf. Ihre Aufgabe ist die Beurteilung der von Verleih und Herstellung eingereichten Kultur-, Dokumentar- und Spielfilme. Mit besonders positiven Prädikatsurteilen bewertete Filme können Steuervergünstigungen erhalten.
Mit einem Festgottesdienst wird in Anwesenheit von Bundeskanzler Konrad Adenauer die Wiedereinweihung der Lübecker St. Marienkirche gefeiert. Das im Krieg zerstörte Gotteshaus feiert gleichzeitig sein 700-jähriges Bestehen.
Im Zeichen politischer Propaganda beginnt die fünftägige Leipziger Herbstmesse. Das Messegeschäft wird optimistisch beurteilt. Besonders der DDR-Handel mit der Sowjetunion und China ist stark angestiegen.
04. September In der Marktkirche von Hannover wird der Welfen-Erbprinz Ernst August von Hannover mit Prinzessin Ortrud von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg getraut.
06. September Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet den "Internationalen Autosalon Berlin 1951". 626 Fahrzeuge von 280 Firmen aus sieben Nationen sind zu sehen.
Der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) erhält den ersten Fernseh-Übertragungswagen.
In Mexiko-Stadt erschießt der amerikanische Schriftsteller William S. Burroughs aus Versehen seine Frau, als er im Zustand der Trunkenheit die Apfelszene Wilhelm Tells nachstellen will.
08. September Auf den Turmhelm der Münchner Pfarrkirche Sankt Peter wird das Kreuz aufgesetzt.
09. September In Köln beginnt die dreitägige Textilmesse. Von ca. 1.100 Ausstellern kommen 40 Prozent aus dem Ausland.
In Düsseldorf findet das erste Deutsche Vespa-Bundestreffen statt.
11. September Ein mit rund hundert Personen besetzter Schnellzug durchbricht bei Selb-Plößberg die Grenze der Tschechoslowakei in Richtung Bayern.
13. September Die Frankfurter Buchmesse 1951, die bis zum 18. September dauert, wird eröffnet. Veranstaltungsort ist zum ersten Mal das Messegelände. Die Paulskirche und die Römerhallen bieten nicht mehr genug Platz.
15. September Auf einer Bundes-Fahrplankonferenz beschließen führende Vertreter der Bundesbahn die Einsetzung eines weiteren "Rheingold-Expresses". Der Luxuszug soll die Strecke Kaltenkirchen–Basel zwei Stunden schneller bewältigen als der erste "Rheingold-Express".
Papst Pius XII. äußert sich in der Enzyklika "Ingruentium malorum" zum Beten des Rosenkranzes.
16. September Während einer Feierstunde in der Frankfurter Paulskirche überreicht Bundespräsident Theodor Heuss dem Arzt und Theologen Albert Schweitzer den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
17. September In der Technischen Universität Berlin ist eine Ausstellung mit dem Titel "Das schweizerische Bühnenbild von Appia bis heute" zu sehen.
19. September In Bonn erscheint erstmals die Wochenzeitung "Das Parlament". Sie enthält einen Bericht über alle Plenarsitzungen und soll Gelegenheit geben, sich über die Arbeit des Bundestags ein treffendes Bild zu machen.
20. September In der DDR wird im Eisenhüttenkombinat Ost der erste Hochofen nach knapp neunmonatiger Bauzeit angeblasen. Bis 1954 folgen fünf weitere Hochöfen.
Zum ersten Mal fliegt eine Boeing B-47 über den Nordpol.
21. September Der Berliner Funkturm, ein Wahrzeichen der Stadt, wird mit einer 10 m hohen Bild-Ton-Antenne versehen. Mit der ersten Antenne dieser Art in Deutschland will der NWDR Berlin seine künftigen Fernsehprogramme und Ultrakurzwellensendungen (Hörfunk) ausstrahlen.
22. September In Brüssel beginnt eine dreitägige Rundfunkkonferenz unter Teilnahme von 23 Staaten. Der Bundesrepublik wird es gestattet, zu dieser Hauptversammlung der "Union Européenne de Radiodiffusion" Beobachter zu entsenden.
Auf der Münchner Theresienwiese wird das Oktoberfest 1951 eröffnet. Für Unterhaltung sorgen dieses Jahr 44 Fahr- und 24 Schaugeschäfte.
24. September Nach vierwöchiger Arbeitsruhe nehmen alle bestreikten Betriebe der hessischen Metallindustrie die Arbeit wieder auf. An dem Lohnstreik, der mit einer Erhöhung des Stundenlohnes um 6,5 Pf endet, waren bis zu 60.000 Metallarbeiter beteiligt.
01. Oktober Im englischen Sektor von West-Berlin wird der tägliche Fernsehbetrieb aufgenommen. In der Bundesrepublik kann das Programm wegen der nicht weitreichenden VHF-Wellen nicht empfangen werden.
02. Oktober Der Nordwestdeutsche Rundfunk nimmt in Norden-Osterloog einen 350-Watt-Kurzwellensender mit Richtstrahler nach Südosteuropa, Nahost und Nordamerika in Betrieb.
04. Oktober Infolge ungenügender Kohlezuteilung sieht sich die Deutsche Bundesbahn gezwungen, Einschränkungen im Reisezugverkehr vorzunehmen. Im Winterfahrplan entfallen 28 Schnell- und Eilzüge ganz, 120 Personenzüge werden aus den Sonntagsfahrplänen gestrichen.
Im niedersächsischen Stadtoldendorf werden die Entnazifizierungsakten im Ofen des städtischen Gaswerks verbrannt, meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Stadtoldendorf ziehe damit als erste Stadt einen Schlussstrich unter die Entnazifizierung.
In einem Restaurant in Cliffside Park in New Jersey wird der amerikanische Mafioso Willie Moretti von drei Killern erschossen.
05. Oktober Die Tarife der Bundesbahn werden durchschnittlich um 15 % bis 30 % erhöht. Der Berufsverkehr wird von dieser Erhöhung nicht betroffen. Für den Transport von Zuckerrüben, lebenden Tieren und Kartoffeln treten neue Tarife erst im nächsten Jahr in Kraft.
Der 250.000ste Volkswagen läuft im Wolfsburger Volkswagenwerk vom Band. Der Jubiläumswagen wird unter der Belegschaft verlost.
06. Oktober Bundeskanzler Konrad Adenauer, Ehrenbürger der Stadt, eröffnet die unter seiner Schirmherrschaft stehende "Deutsche Industrieausstellung Berlin 1951" am Funkturm. Auf ihr wurde das erste deutsche Nachkriegs-Fernsehprogramm gestartet.
Der deutsche Philosoph Martin Heidegger beendet mit dem Vortrag "... und dichterisch wohnet der Mensch ..." auf Bühlerhöhe eine bereits 1949 begonnene Vortragsreihe.
08. Oktober 260 Verlage repräsentieren auf einer deutschen Buchausstellung in Stockholm zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg das deutsche Buch in Skandinavien. Die Ausstellung dauert bis zum 15. Oktober.
Erstmals seit 15 Jahren dirigiert Igor Strawinsky wieder ein deutsches Orchester.
09. Oktober Die August-Thyssen-Hütte in Duisburg nimmt nach sechsjähriger Unterbrechung ihren ersten Siemens-Martin-Ofen zur Stahlerzeugung in Betrieb.
10. Oktober Die Japanese Air Lines nimmt den inländischen Flugdienst auf.
13. Oktober In den USA hat das Experimentalflugzeug North American X-10 seinen Erstflug.
14. Oktober Weinkönigin Gisela I. tauft in Neustadt an der Weinstraße den neuen Wein des Jahrgangs 1951 auf den Namen "Sorgentöter".
15. Oktober Baubeginn der Satellitenstadt Vogelweh in Kaiserslautern, der größten Wohnsiedlung der Amerikaner in Europa.
In Calbe in der DDR wird der erste Niederschachtofen der Welt in Betrieb genommen.
16. Oktober Ein kräftiges und andauerndes Hoch mit bisher über 140 Sonnenstunden lässt die Meteorologen vom "schönsten Oktober seit 31 Jahren" sprechen.
17. Oktober In Ost-Berlin wird die Deutsche Akademie der Landwirtschaftswissenschaften gegründet.
20. Oktober Im Münchner Haus der Kunst wird eine Ausstellung mit Werken von Altmeistern der NS-Kunst wie Sepp Hilz und Josef Thorak eröffnet. Den zahlreichen Protesten begegnet der bayerische Kultusminister Josef Schwalber mit den Worten: "Es können Bilder nicht deshalb verboten werden, weil sie einmal Nazigrößen gefallen haben."
21. Oktober Der deutsche Dichter Gottfried Benn erhält in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis.
23. Oktober Die Deutsche Staatsbibliothek in Berlin veranstaltet bis zum 6. Dezember eine Ausstellung unter dem Titel "Bernhard Kellermann. Zum Ableben am 17.10.1951".
24. Oktober Auf der Jahreshauptversammlung des Deutschen PEN-Zentrums spaltet sich die bisher gesamtdeutsche Schriftstellervereinigung. Die Gründung des westdeutschen PEN-Zentrums findet am 4. Dezember in Darmstadt statt.
In Ost-Berlin wird die Fachschule für künstlerischen Tanz gegründet.
25. Oktober Auf der Industrieausstellung in Berlin wird erstmals nach dem Krieg wieder deutsches Fernsehen öffentlich vorgeführt.
28. Oktober Zum ersten Mal in Deutschland wird in Frankfurt am Main eine "Fahrrad- und Motorradausstellung" eröffnet. Mehr als 300.000 Besucher, darunter 2.000 Einkäufer aus 16 europäischen und 28 überseeischen Ländern, besuchen die achttägige Zweirad-Schau.
Nach Wiederherstellung der im Krieg zerstörten Kirche St. Peter in München verwendet der Bayerische Rundfunk wieder das vollständige Pausenzeichen "Solang der alte Peter".
29. Oktober An einem wilden Lohnstreik der Hamburger Hafenarbeiter beteiligen sich 6.000 Beschäftigte. Sie fordern eine Erhöhung des Stundenlohns um 23 Pf. Der Hamburger Senat erklärt das Hafengebiet zum Sperrbezirk, um "ein Eindringen kommunistischer Agenten" zu verhindern.
Auf Betreiben der französischen Regierung wird zum Betrieb eines kommerziellen Radiosenders in Andorra die Gesellschaft ANDORRADIO S.A. gegründet.
30. Oktober Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" erscheint mit einer im Umfang reduzierten Ausgabe. Als Begründung wird angegeben: "Unser Papierlieferant schließt wegen Rohstoffmangels für kurze Zeit seinen Betrieb."
Eine Freiburger Firma präsentiert einen beweglichen Scheinwerfer für Motorfahrzeuge. Der Lichtkegel des Scheinwerfers läuft bei jedem Einschlag des Lenkrades parallel zur Stellung der Vorderräder und soll die Kurven besser ausleuchten.
31. Oktober Im Schwarzwald, in der Nähe von Kassel und bei Landshut kommt es zu Eisenbahnunglücken, bei denen eine Person getötet und insgesamt 55 Reisende verletzt werden.
03. November Vertreter der vier Länder aus dem Sendegebiet des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) – Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hamburg – und NWDR-Delegierte einigen sich auf den Entwurf eines Staatsvertrags.
08. November Ein schweres Eisenbahnunglück ereignet sich auf der Strecke von München nach Mühldorf: Ein Personenzug fährt auf einen stehenden Güterzug auf. 15 Menschen sterben, 12 werden schwer verletzt.
13. November In Frankreich erstreiten sich die Winzer des Beaujolais eine Ausnahmegenehmigung vom französischen Weinrecht. Sie dürfen nun ihren Wein schon ab dem dritten Donnerstag im November vermarkten.
16. November Kneppelfreed (Knüppelfreitag) in der westfriesischen Provinzhauptstadt Leeuwarden, ausgelöst durch den Prozess gegen den Journalisten Fedde Schurer.
17. November In Düsseldorf wird die mit 206 m längste Flussbrücke über den Rhein eingeweiht.
In Omaruru (Namibia) wird der Grundstein für die deutsche Kreuzkirche gelegt.
20. November Wegen seiner Verdienste auf dem Gebiet der Biophysik und beim Wiederaufbau der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität erhält der ehemalige Rektor Prof. Rajewsky die Goethe-Medaille.
22. November Die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik (ARD) beschließt die Aufnahme eines gemeinsamen Kurzwellendienstes.
25. November Die Kestner-Gesellschaft zeigt in Hannover erstmals in Deutschland Plastiken des italienischen Bildhauers Marino Marini. Die Ausstellung dauert bis zum 7. Januar 1952.
In der DDR läuft das erste Fernseh-Versuchsprogramm an.
26. November Baubeginn für die 1.680 Meter lange Startbahn Süd am Flughafen Hannover.
28. November Die Chemischen Werke in Hüls nehmen als erstes westdeutsches Industrieunternehmen die Produktion von Buna (synthetischer Kautschuk) wieder auf. Der monatliche Buna-Ausstoß der Chemischen Werke beträgt 500 t.
30. November In New York wird der 76-jährige deutsche Schriftsteller Thomas Mann auf Lebenszeit in die "Academy of Arts and Letters" aufgenommen.
02. Dezember Der Südwestdeutsche Rundfunk (SWF) beginnt mit der Ausstrahlung regelmäßiger Sendungen auf Ultrakurzwelle (UKW). Noch sind Übertragungen auf der Mittelwellen-Frequenz die Regel.
Die Maler Henri Matisse und Oskar Kokoschka erhalten die Kölner Stephan-Lochner-Medaille. Die Auszeichnung, die 1949 von der Stadt Köln gestiftet wurde, wird aus Anlass der 500. Wiederkehr des Todesjahres von Stephan Lochner, Hauptmeister der Kölner Malerschule, verliehen.
04. Dezember In Darmstadt wird das westdeutsche PEN-Zentrum gegründet. Präsident wird Erich Kästner.
05. Dezember Aus der chirurgischen Abteilung des Universitätskrankenhauses in Hamburg-Eppendorf wird zum ersten Mal ein operativer Eingriff – die Entfernung eines Blinddarms – im Fernsehen übertragen. Die Teilnehmer des 68. nordwestdeutschen Chirurgenkongresses können auf 80 Fernsehempfängern die Operation in drei Hörsälen verfolgen.
07. Dezember Bei BMW in München läuft das 50.000. Motorrad seit dem Wiederaufbau vom Band.
Mit den Farbwerken Hoechst wird die erste Nachfolgegesellschaft des I. G.-Farben-Konzerns gegründet.
08. Dezember "Wo warst du, Adam", der erste Roman Heinrich Bölls, wird von der Zeitung "Die Welt" als bedeutender Versuch gewertet, die Kriegserlebnisse eines einfachen Soldaten zu beschreiben.
In Leipzig (DDR) wird der III. Deutsche Bauerntag eröffnet. Er berät darüber, wie die Produktivität der Landwirtschaft weiter gesteigert werden kann.
In Ost-Berlin wird die am 1. Januar 1951 gegründete Bauakademie der DDR eröffnet.
11. Dezember In Wien/Österreich wird dem Radiobeirat eine Fernsehversuchssendung des österreichischen Rundfunks vorgeführt.
15. Dezember Mit Bundespräsident Theodor Heuss an Bord läuft das Segelschulschiff "Pamir" zur ersten Probefahrt aus.
17. Dezember In Verhandlungen mit dem Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) kann die Existenz von Radio Bremen gesichert werden. Der NWDR zahlt für vertraglich festgelegte Gemeinschaftsleistungen vom 1. Januar an monatlich 175.000 DM, womit die finanzielle Unabhängigkeit der Anstalt gesichert ist.
19. Dezember Als zweite Nachfolgegesellschaft der I.G.-Farbenindustrie AG werden in Leverkusen die Farbenfabriken Bayer AG gegründet. Das vorläufige Grundkapital beträgt 100.000 DM.
20. Dezember Der Verleger Gottfried Bermann Fischer erweitert mit der Gründung der "Fischer Bücherei" das Verlagsprogramm um eine Taschenbuchreihe.
21. Dezember Als Weltpremiere wird im Bayern-Toto nach längerer Erprobungsphase eine Toto-Foto-Maschine in Betrieb genommen. Zum besseren Schutz gegen Toto-Betrug können bis zu 100.000 Tippzettel in einer Stunde fotografiert werden.
27. Dezember In Hamburg läuft mit der "Grönland" das größte Schiff vom Stapel, das seit 1945 in der Bundesrepublik gebaut wurde. Es ist 11.600 BRT groß und erreicht eine Geschwindigkeit von 14,5 Knoten (ca. 27 km/h).

1952

  Die beliebtesten weiblichen Vornamen sind Monika, Karin und Angelika.
  Die beliebtesten männlichen Vornamen sind Wolfgang, Peter und Michael.
  Briefmarken-Jahrgang 1952 der Deutschen Bundespost
  Briefmarken-Jahrgang 1952 der Deutschen Bundespost Berlin
01. Januar Das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) nimmt unter dem Namen "Lautarchiv des Deutschen Rundfunks" seine Arbeit in Frankfurt am Main auf.
Der Münchener Tierpark Hellabrunn muss geschlossen werden, weil dort die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist.
In der DDR wird das "Staatliche Ensemble für sorbische Volkskunst" gegründet.
Die "Edition Leipzig", Verlag für Kunst und Wissenschaft wird gegründet.
02. Januar Die Stadt Köln untersagt Lautsprecherwerbung auf Straßen und Plätzen, da der Krieg den Nerven der Bevölkerung so zugesetzt habe, dass sie Anspruch auf Schonung hätten.
In Köln werden bei Ford die ersten Autos vom Typ "Taunus 12 M" produziert.
In Ost-Berlin beginnen die zentral organisierten Aufbau-Sonntage. 50.000 Berliner räumen um den Strausberger Platz herum die Trümmer weg.
05. Januar In Braunschweig fordert ein Unfall der Straßenbahnlinie 3 auf der Berliner Straße/Ecke Messeweg 26 Verletzte, davon 6 Schwerverletzte.
08. Januar Die Leitung des Berliner Philharmonischen Orchesters übernimmt auf Lebenszeiten Wilhelm Furtwängler.
Die Ford-Werke AG stellt ihren ersten Nachkriegswagen mit neuem Design vor, den Taunus 12M mit selbsttragender Karosserie.
10. Januar Vor der englischen Küste sinkt der Frachter "Flying Enterprise".
Die Viermastbark Pamir legt in Hamburg zu ihrer ersten Reise an die südamerikanische Ostküste ab.
12. Januar In Bremen beginnt der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten St. Martini-Kirche.
20. Januar Das Kunstmuseum in Bern/Schweiz zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Radierungen von Rembrandt".
22. Januar In zahlreichen Orten des Bundesgebietes werden Postsparkassenschalter eingerichtet, die im 24-Stunden-Dienst Ein- und Auszahlungen bearbeiten.
23. Januar In Berlin wird das Druckhaus Tempelhof durch das amerikanische Hochkommissariat an die wiedererrichtete Ullstein AG zurückgegeben.
24. Januar In den Grillion Galleries in London/England findet bis zum 6. Februar eine "Österreichische Buchausstellung" statt. Gezeigt werden neben Originalhandschriften von österreichischen Komponisten auch Handschriften von Franz Grillparzer, Rainer Maria Rilke und Hugo von Hofmannsthal.
28. Januar Auf Wunsch vieler Hörer regt der Arbeitskreis für Rundfunkfragen an, in der Bundesrepublik auch nachts ein Programm auszustrahlen.
02. Februar In Dortmund wird von Bundespräsident Theodor Heuss die Westfalenhalle eingeweiht.
03. Februar In Ost-Berlin findet die Grundsteinlegung für die ersten neuen Wohngebäude an der Stalinallee statt.
Die größte land- und forstwirtschaftliche Ausstellung von Produkten aus der Bundesrepublik Deutschland, die "Grüne Woche Berlin", geht nach zehntägiger Dauer zu Ende. Die Veranstalter zählten 485.000 Besucher.
07. Februar Die Werksleitung der Adam Opel AG in Rüsselsheim gibt bekannt, dass bis zum 18. Februar in einigen Abteilungen Kurzarbeit mit 32 Wochenstunden eingeführt werden muss. Die Maßnahme wird mit Engpässen bei der Feinblechzulieferung für den Karosseriebau begründet.
09. Februar Die 6. Offenbacher Lederwaren-Fachmesse wird eröffnet.
11. Februar Aufgrund des günstigen Wechselkurses (565 Mark für 100 Deutsche Mark) wird ein Ansturm auf die Wechselstuben in West-Berlin ausgelöst. Mit Ostgeld kaufen Westberliner in den Läden im Ostteil der Stadt ein. Trotz des Einkaufsverbotes im Ostsektor geraten viele Westberliner in einen regelrechten Kaufrausch.
16. Februar Das Informationsamt der saarländischen Regierung gibt bekannt, dass die "Groß Saarbrücker Narrenzunft Rätsch e.V." keine weiteren karnevalistischen Veranstaltungen in diesem Jahr durchführen darf. Auf einer Narrensitzung am 14. Februar hatten die Vereinsmitglieder das Lied "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" (Die Wacht am Rhein) gesungen.
18. Februar Anlässlich des 50. Jahrestages des Bestehens der Berliner U-Bahn wird auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz ein 112 m langer Fußgänger-Verbindungstunnel eröffnet.
Schwere Schneestürme mit einer Windgeschwindigkeit bis zu 100 km/h fegen über den US-amerikanischen Nordosten und die atlantischen Küstengewässer. Auf dem Festland werden 29 Tote gezählt, zu Wasser 56 Menschen vermisst. An der Küste Cape Cod (US-Bundesstaat Massachusetts) brechen zwei Tanker auseinander. Der Luftverkehr und die Arbeit in Industrieanlagen sind eingestellt.
19. Februar Die 12 überlebenden Mitglieder der Internationalen Polarexpedition kommen nach zweijährigem Antarktis-Aufenthalt in Southampton an. Drei Mitglieder des norwegisch-schwedisch-britischen Gemeinschaftsunternehmens auf dem antarktischen Königin-Maud-Land kamen durch einen Absturz in eine Gletscherspalte ums Leben.
21. Februar Die US-amerikanische Filmdiva Elizabeth Taylor heiratet den britischen Schauspieler Michael Wilding auf der griechischen Insel Kreta.
22. Februar Die Wahl der "Miss Europa" in Amsterdam findet unter erschwerten Bedingungen statt. Die Bewerberinnen müssen in knielangen Strandkostümen antreten, da die einteiligen Badeanzüge zuviel Aufsehen erregen würden. Die Britin Judy Breen wird zur "Miss Europa" gekürt. "Miss Germany", Vera Marks aus Frankfurt am Main, belegt den sechsten Platz.
25. Februar Beliebtes Thema beim diesjährigen Rosenmontagsumzug in Köln ist der deutsche Wehrbeitrag zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) und die innenpolitische Diskussion darum.
In Dortmund findet der erste Rosenmontagsumzug statt.
Die von Astronomen vorausberechnete totale Sonnenfinsternis tritt pünktlich ein. In der Bundesrepublik Deutschland ist das Naturereignis zwischen 10 Uhr und 10:30 Uhr zu sehen.
Die französische Bevölkerung wird von der Regierung aufgerufen, sich durch eine Spende von 5 Mio. Franc (580.000 DM) an der Restaurierung des Versailler Schlosses zu beteiligen. Zur Zeit besteht Einsturzgefahr für verschiedene Gebäudeteile.
26. Februar Die Deutsche Staatsbibliothek in Berlin zeigt bis zum 20. März eine Ausstellung mit dem Titel "Victor Hugo. Zum 150. Geburtstag".
27. Februar Die Deutsche Bundesbahn gibt die durch ein Preisausschreiben ermittelten Namen für Züge auf innerdeutschen Langstrecken bekannt. "Loreley-Express" heißt jetzt der Schnellzug, der auf der Strecke Münster–München verkehrt, der "Rhein-Isar-Blitz" fährt auf der Strecke Dortmund–München, und das "Münchner Kindl" verbindet die Städte Frankfurt am Main und München.
29. Februar Ein Fernsehgerät der Firma Philips kostet 1.500 DM. Die Firma Blaupunkt veranschlagt für ein Tischgerät 1.595 DM. Die hohen Preise gehen darauf zurück, dass die zur Zeit hergestellten Empfänger nicht in Serienfabrikation, sondern in handwerklich-technischer Einzelarbeit gefertigt werden.
Das Fachblatt "Der neue Film" ermittelt eine Hitliste der beliebtesten deutschen Nachwuchs-Filmschauspieler. Die Spitzenstellung nimmt das Filmliebespaar Dieter Borsche und Maria Schell ein. Bei den Frauen rangieren Inge Egger, Maria Litto, Vera Molnar und Jeanette Schulz ganz vorn in der Gunst des Publikums, bei den Männern sind es Adrian Hoven, Georg Thomalla, Peter Mosbacher und Hardy Krüger.
Auf dem Turm des alten Stadthauses in Ost-Berlin wird ein Versuchssender mit 100 Watt in Betrieb genommen.
01. März Erstmals erscheint die "Junge Welt" als Tageszeitung. Sie wird später zur auflagenstärksten Tageszeitung der DDR.
Der erste ganzjährige Flugbetrieb wird von Ryan Airlines auf der Strecke Los Angeles – San Diego eröffnet.
02. März Der UKW-Sender "Münster-Land" des "Westdeutschen Rundfunks" auf den Baumbergen nimmt seinen Betrieb auf.
03. März Eine drastische Preiserhöhung der Londoner Verkehrsbetriebe löst im morgendlichen Berufsverkehr ein Chaos aus. Entgegen der ursprünglichen Erhöhung von 30 % muss der Fahrgast für die U-Bahn-Fahrkarte 66 % mehr zahlen. Erregte Auseinandersetzungen zwischen Fahrgästen und dem U-Bahnpersonal erzeugen bis zu 500 m lange Warteschlangen.
Mit dem Ruf "Wir wollen keine Nazis in Australien!" empfangen israelische Demonstranten den deutschen Pianisten Walter Gieseking auf dem Flughafen Melbourne. Auf Einladung des australischen Rundfunks macht der Künstler eine Tournee durch den Kontinent.
04. März Ein Erdbeben richtet auf den nordjapanischen Inseln Hokkaido und Honschu starke Verwüstungen an. Bei eisiger Kälte werden über 10.000 Menschen obdachlos, mindestens 300 Menschen kommen ums Leben. Selbst die seismographischen Institute in der Bundesrepublik Deutschland registrieren das Beben deutlich.
Der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman eröffnet den ersten schwimmenden Rundfunksender des Senders "Stimme Amerikas" mit einem Appell an die Völker der Sowjetunion und Chinas, ihre kommunistischen Machthaber zur Aufgabe ihrer sinnlosen Hass- und Terrorpolitik zu bewegen.
07. März Die dritte Deutsche Spielwarenmesse in Nürnberg geht zu Ende. Die Veranstalter zählten 6.500 Einkäufer, darunter 1.800 aus dem Ausland.
Frankreichs Botschafter Andre François-Poncet gründet das Französische Institut in Bonn, das aus dem "Club Frankreich-Deutschland" hervorgegangen ist. Das neue Institut soll der Verbreitung der französischen Sprache und Kultur sowie der Förderung der deutsch-französischen Verständigung dienen.
13. März Bei den Daimler-Benz-Werken in Stuttgart-Untertürkheim wird der neue Mercedes-Sportwagen 300 SL fertiggestellt.
14. März Bei der Testamentseröffnung des am 3. März verstorbenen US-amerikanischen Verlegers Sherman Bowles erben die 500 Angestellten des Unternehmens das Vermögen von 70 Mio. Dollar (336,7 Mio. DM).
15. März Auf der Insel Réunion fällt mit 1.870 mm die größte bisher an einem Tag gemessene Niederschlagsmenge.
16. März In der französischen Botschaft in Bad Godesberg präsentiert der Modeschöpfer Christian Dior seine neue Kollektion. Der letzte Schrei sind Kostüme in "Wellenlinie", Kleider mit Blumenapplikationen und bunte Kopftücher sowie Strohhüte.
18. März Der S. Fischer-Verlag in Frankfurt am Main bringt eine neue Taschenbuchreihe mit Bänden von Thornton Wilder und Thomas Mann zum Preis von 1,90 DM auf den Markt. Die Neuerscheinung ist jedoch überschattet von einem Plagiatsvorwurf des US-amerikanischen Verlegers Curt Enoch.
19. März Auf der ersten Sitzung des Verwaltungsrates der Deutschen Bundesbahn in Bonn legt der neu gewählte Vorsitzende Hans Wellhausen einen Bestandsbericht vor. Das Streckennetz umfasst 30.500 km, auf dem 9.000 betriebsfähige Lokomotiven, 26.0000 Güterwagen und 23.000 Reisezugwagen laufen. Im letzten Geschäftsjahr wurden 1,2 Mrd. Menschen mit der Bahn befördert.
20. März Der Vorsitzende der britischen Autoindustrie, Sir William Rootes, bilanziert bei der Eröffnung des Genfer Automobilsalons, dass die britische und deutsche Autoindustrie auf dem Weltmarkt den alten Konkurrenzkampf austragen. Dies sei ein Zeichen gesunder wirtschaftlicher Entwicklung. Die Ausstellung von 50 Firmen aus Europa und den USA präsentiert 74 neue Autotypen.
21. März Großbritannien besteuert lange Unterhosen. Herrenunterwäsche, die weniger als umgerechnet 8,40 DM kostet, ist steuerfrei. Lange wollene Unterhosen sind jedoch nicht unter 23 DM zu bekommen.
22. März Wegen starken Nebels und heftigem Regen verunglückt eine DC-6 der KLM während der Landung in Frankfurt/Main. 42 der 47 Menschen an Bord sterben.
27. März Im Biedermeierhaus auf der Mölkerbastei 8 in Wien hat das Historische Museum die Bestände des Stifter-Museums der Adalbert Stifter-Gesellschaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Darunter befinden sich auch 60 von 100 Bildern, die Stifter selbst gemalt hat.
28. März Der Preis für ein Paar Perlonstrümpfe liegt mit 5,90 DM bis 12,90 DM zwar zum Teil erheblich unter dem Vorjahresniveau, die "Perlons" bleiben aber für Frauen in der Bundesrepublik Deutschland angesichts eines durchschnittlichen Stundenlohnes von 1,50 DM Luxus.
29. März Der britische Außenminister Anthony Eden eröffnet im Berliner Tiergarten feierlich den englischen Garten. Die Anlage wurde in erster Linie durch Geld- und Pflanzenspenden aus Großbritannien ermöglicht. In Berlin wird die Anlage scherzhaft der "Garten Eden" genannt.
01. April Das Münchner Rundfunkorchester wird neu gegründet. Der erste Leiter ist Werner Schmidt-Boelcke.
Das vatikanische Wochenblatt "Osservatore della Domenica" warnt Katholiken vor modernen Tänzen, da Menschen durch sie unnötigerweise in eine sündige Stellung zueinander gebracht würden.
Die Illustrierte "stern" verblüfft ihre Leser mit einem Aprilscherz. In einem Bildbericht schildert die Zeitschrift den Einsatz von "Fernsehfahndungsgeräten" bei Polizeieinsätzen in der Bundesrepublik Deutschland.
Werner Pleister wird von Adolf Grimme zum ersten bundesdeutschen Fernsehintendanten ernannt.
02. April Die achte Klasse einer Volksschule in Bonndorf am Bodensee beschließt, das Schuljahr freiwillig zu wiederholen. Durch den mangelhaften Unterricht in den ersten Nachkriegsjahren sei ihr Wissen lückenhaft.
04. April Auf einer Tagung in Ost-Berlin verurteilen Pädagogen aus der DDR Schokoladen-Osterhasen und Eiersuchen als bürgerliche Unsitten. Eine Leipziger Jugendzeitschrift zeigt den Osterhasen statt dessen als Schneider, der sich für die Allgemeinheit nützlich macht.
07. April Nach Angaben des Gesundheitsamtes sind bei einer Grippe-Welle in West-Berlin bisher 71 Menschen gestorben. Zur Verhinderung weiterer Ansteckungen müssen einige Schulen für mehrere Wochen geschlossen werden.
08. April Der Deutsche Schützenbund erhält die Erlaubnis zur Herstellung von Kleinkaliberwaffen für Sportschützen.
Das Denkmal "Hermann der Cherusker" bei Detmold im Teutoburger Wald wird renoviert. Der standhafte Cheruskerfürst wurde während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt.
10. April Auf der Mariahilfer Straße in Wien wird das neue Wochenschau-Kino, das den Namen "Welt-Kamera" trägt, eröffnet. Es bietet Platz für 249 Besucher.
11. April Die 53-jährige Therese Neumann aus dem bayerischen Konnersreuth erlebt erneut die Passion Christi: Ihre Stigma-Wunden bluten, und nach ihren Angaben erscheint der Leidensweg Jesu vor ihrem geistigen Auge.
14. April Durch päpstlichen Erlass wird der Erzengel Gabriel zum Schutzpatron des Fernmeldewesens und aller dort Beschäftigten bestimmt.
15. April Der 500. Geburtstag Leonardo da Vincis wird in ganz Europa mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert.
In den USA findet der Erstflug des schweren Langstreckenbombers Boeing B-52 statt.
17. April Die Bundesrepublik Deutschland wird Mitglied der "Union der Europäischen Rundfunkorganisationen" (UER).
Im US-amerikanischen Missourital richten riesige Überschwemmungen schwere Schäden an. Weit über 100.000 Menschen müssen evakuiert werden, 400.000 ha landwirtschaftlicher Fläche stehen unter Wasser.
18. April Im Gebäude der Leverkusener Farbenfabriken Bayer wird die neu gegründete Agfa AG für die Fotofabrikation eingerichtet.
19. April In Mannheim findet eine Ausstellung mit Werken des von den Nationalsozialisten mit einem Malverbot belegten Künstlers Emil Nolde statt.
Im gesamten Bundesgebiet unterziehen sich Hunderttausende einer Kur mit angebrüteten Neun-Tage-Eiern. Die Anbieter treten mit dem Versprechen an die Verbraucher heran, das Geheimnis der ewigen Jugend gelöst zu haben. Die Käufer sind für die in Aussicht gestellte Behebung von Kreislaufstörungen, Haarausfall, Rheuma und sogar Krebs bereit, einen Preis von bis zu 1,80 DM pro Ei zu bezahlen.
20. April Im US-amerikanischen Zuchthaus Jackson, dem größten Gefängnis der Welt, geht eine fünftägige Gefangenenrevolte zu Ende.
21. April Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz fordert die nationalen Organisationen auf, Sanitäts- und Sicherheitszonen aufzubauen. Diese sollen in Kriegszeiten Kranke, Frauen, Kinder und Alte schützen.
24. April Das deutsche "Jonglier-Wunder" Rudy Horn tritt im Pariser "Lido" ein einjähriges Engagement an. Horn gilt wegen seiner artistischen Nummern, wie dem Balancieren von Teelöffeln auf der Stirn oder dem "Tassen-Trick" auf dem Einrad, als weltbester Jongleur.
25. April Beim ersten deutschen "Tag des Baumes" pflanzen Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, im Bonner Hofgarten einen Ahorn.
26. April Nach einer Rekordbauzeit von nur fünf Monaten wird der Flughafen Hannover offiziell eröffnet. Als erste Fluggesellschaften nehmen BEA und SAS den regelmäßigen Flugbetrieb auf.
Der restaurierte Stephansdom in Wien wird mit großen Feierlichkeiten eingeweiht. Tausende von Zuschauern in den Straßen der österreichischen Hauptstadt verfolgen, wie die "Pummerin", St. Stephans neu gegossene Glocke, zum Dom transportiert wird.
27. April Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft gründet auf Anregung des Arztes, Skilehrers und Piloten Fritz Bühler die Schweizerische Rettungsflugwacht (SRFW).
Bei einer Kollision des US-amerikanischen Zerstörers "Hobson" mit dem Flugzeugträger "Wasp" ertrinken 176 Seeleute im Atlantik.
Der Bamberger Erzbischof Josef Otto Kolb warnt in einem Hirtenbrief vor weiteren Pilgerbesuchen in Heroldsbach und droht mit Exkommunikation. Seit mehreren Kindern 1949 nach eigenen Angaben die Mutter Gottes erschien, pilgern jährlich Tausende zum Heroldsbacher Marienfest. Die Erscheinung wird jedoch von der Kirche nicht anerkannt.
29. April In Rostock läuft das erste nach dem Krieg gebaute Hochsee-Handelsschiff der DDR vom Stapel.
30. April Eine Umfrage des Instituts für Publizistik der Universität Münster ergibt, dass 24 % der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland mindestens einmal im Monat ein Kino besuchen. Ferner ergibt die Befragung, dass 54 % der Bundesbürger deutsche Filme bevorzugen. Als beliebtesten Film der Bundesdeutschen ermittelt das Institut "Die Nachtwache".
01. Mai Die Touristenklasse wird von internationalen Fluggesellschaften im Flugverkehr eingeführt. Das Angebot einer verbilligten Zweiten Klasse soll für Durchschnittsverdiener das Flugzeug als Verkehrsmittel für Urlaubsreisen attraktiver machen.
Die UdSSR übereignet der DDR das Simson-Werk in Suhl. Es wird umbenannt in "VEB Fahrzeug- und Gerätewerk Simson Suhl".
02. Mai Die "British Overseas Airways" setzt erstmalig Düsenflugzeuge mit vier Triebwerken vom Typ de Havilland "Comet 1" im Zivilluftverkehr ein. Sie fliegen die Linie London–Johannesburg (Südafrika) in 18 Stunden, das bedeutet eine Zeiteinsparung von rund zehn Stunden.
Offizielle Eröffnung des SWF-Landesstudios Rheinland-Pfalz in Mainz.
03. Mai In seiner Rede anlässlich des "Deutschen Studententages" in West-Berlin bezeichnet Bundespräsident Theodor Heuss das Studium als Privileg.
04. Mai Der Hessische Rundfunk startet seine tägliche Frühsendung "Der Frankfurter Wecker".
05. Mai Der spanische Philosoph Ortéga y Gasset veröffentlicht sein Buch "Schuld und Schuldigkeit der Universität", eine viel beachtete Streitschrift für eine Universität als Zuchtanstalt von Talenttypen und einer europäischen Elite.
06. Mai Nach einwöchiger Dauer endet die diesjährige technische Messe in Hannover. Die Veranstalter zählten insgesamt 800.000 Besucher, davon 56.000 aus dem Ausland.
07. Mai Die Intendanten der Nordwestdeutschen Rundfunkanstalten (NWDR) beschließen in Baden-Baden, dass alle Sender der Bundesrepublik Deutschland das zur Nationalhymne proklamierte Deutschlandlied jeden Abend zum Sendeschluss spielen.
08. Mai Die deutschen Landeszentralbanken beginnen im gesamten Bundesgebiet mit der Ausgabe der neuen silbernen Fünfmarkstücke.
10. Mai Auf der Ingelheimer Aue in Mainz wird das Jenaer Glaswerk in Betrieb genommen.
Die Buchhändlertagung der DDR in Leipzig berät über die Verbreitung fortschrittlicher und wissenschaftlicher Literatur unter den Werktätigen. Buchhändler sollen auf Wunsch der DDR-Regierung zukünftig verstärkt dem Lesepublikum Literatur mit marxistischer Ideologie und von parteitreuen kommunistischen Schriftstellern anbieten. Anlässlich der Tagung eröffnet der Leiter des Amtes für Literatur und Verlagswesen Fritz Apelt die erste "Woche des Buches".
11. Mai In Bremerhaven wird die neue große Fahrgastanlage Columbusbahnhof eröffnet.
14. Mai In der Zeitschrift "Weltraumfahrt" präsentiert Wernher von Braun das Projekt einer bemannten Marsexpedition.
15. Mai Wernher von Braun, Raketeningenieur deutscher Herkunft, stellt in der Zeitschrift "Weltraumfahrt" das Projekt einer bemannten Expedition zum Mars vor. Das Projekt gilt als Sensation. Bislang halten Wissenschaftler der Astronautik noch nicht einmal die Landung einer bemannten Raumfähre auf dem Mond für denkbar.
Die Eisenbahnbrücke über die Fulda bei Guntershausen wird als bis dahin größte Stahlbetonhohlbogenbrücke in Betrieb genommen.
18. Mai Die unter ostdeutscher Leitung stehende Deutsche Reichsbahn legt in West-Berlin den Anhalter Bahnhof still. Die Fernzüge werden künftig direkt nach Ost-Berlin umgeleitet. Damit ist der Westteil der Stadt von den Bahnverbindungen in die DDR vollständig isoliert.
Die Britin Ann Davison startet mit ihrer Yacht "Felicity Ann" von Plymouth zur Atlantiküberquerung.
21. Mai Die Königin der Niederlande, Juliana, eröffnet den neuen Amsterdam-Rhein-Kanal. Er ist 72 km lang und kann von den größten Rheinschiffen mit einer Fahrgeschwindigkeit von 15 km/h befahren werden.
22. Mai Auf dem bis zum 25. Mai dauernden III. Schriftstellerkongress in Ost-Berlin wird der "Deutsche Schriftstellerverband" als eigenständige Organisation gegründet, Vorsitzende wird Anna Seghers.
23. Mai Die Gruppe 47 tagt bis zum 25. Mai an an der Ostsee. Ilse Aichinger wird für ihre "Spiegelgeschichte" zur Preisträgerin des jährlich vergebenen Literaturpreises ernannt.
24. Mai Mit einem Gummi-Schlauchboot startet der französische Wissenschaftler Alain Bombard ohne Proviant von Monaco nach Gibraltar und weiter über den Atlantischen Ozean Richtung Westindien.
25. Mai In Sachsen und Thüringen werden neue Störsender auf Anweisung der DDR-Regierung errichtet, um den Empfang westlicher Rundfunkstationen, besonders des US-amerikanischen Senders Rias und des NWDR, zu verhindern.
27. Mai Auf Anordnung der DDR-Behörden werden sämtliche Telefonleitungen zwischen Ost- und West-Berlin sowie zwischen West-Berlin und der DDR gekappt.
Ein zweitägiger Druckerstreik in der Bundesrepublik Deutschland verhindert das Erscheinen fast aller Tageszeitungen. Die Gewerkschaft Druck und Papier fordert ein einheitliches und fortschrittliches Betriebsverfassungsgesetz.
In Barcelona wird der 35. Eucharistische Kongress eröffnet. Es ist der erste seit 14 Jahren. Katholiken aus aller Welt nehmen an der internationalen Veranstaltung, die bis zum 1. Juni andauert, teil.
29. Mai Im Ostseebad Niendorf geht die dritte Tagung der Gruppe 47 zu Ende. Als diesjährige Preisträgerin wird die Schriftstellerin Ilse Aichinger ausgezeichnet, die aus ihrer "Spiegelgeschichte" liest.
31. Mai Die Ortskrankenkassen teilen mit, dass Frauen in der Bundesrepublik Deutschland zur Zeit häufiger erkranken als Männer. Nach einer Statistik des Müttergenesungswerks leiden 59 % der Mütter in der Bundesrepublik an Verschleißkrankheiten, 1947 waren es nur 12 %.
Der Bau des Wolga-Don-Kanals in der Sowjetunion ist abgeschlossen. Er ermöglicht den billigen Massentransport von Gütern in die Industriegebiete der Ukraine. Ferner bildet er das letzte Glied im Wasserstraßennetz zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer sowie dem hohen Norden. Die offizielle Eröffnung für den Schiffsverkehr findet jedoch erst am 27. Juli statt.
01. Juni Die katholische Kirche setzt die Werke des französischen Schriftstellers André Gide (1869-1951) auf ihren Index verbotener Schriften.
Mit Ausnahme des Bayerischen Rundfunks strahlen alle Hörfunksender der Bundesrepublik Deutschland erstmals ein Nachtprogramm mit Musik und Kurznachrichten aus.
04. Juni In der DDR beginnen Probesendungen des Fernsehens für die Öffentlichkeit.
07. Juni In Ost-Berlin wird die Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland gegründet.
08. Juni In der DDR wird in Merxleben bei Langensalza von 24 Bauern die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet.
12. Juni An der Unterelbe bei Schulau wird die Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft gegründet.
14. Juni In Lauchhammer (DDR) nimmt die erste Braunkohlen-Großkokerei der Welt ihren Betrieb auf.
16. Juni Die "Saarländische Fernseh AG" wird gegründet.
In der New Yorker Hugo Gallery wird die erste Einzelausstellung des Grafikers Andy Warhol eröffnet. Gezeigt werden Zeichnungen zu Kurzgeschichten des US-amerikanischen Schriftstellers Truman Capote.
18. Juni Die Schauspielerin Ingrid Bergman, Ehefrau des Filmregisseurs Roberto Rosselini, wird in Rom von Zwillingen entbunden.
Die "Saarländischer Rundfunk GmbH" wird gegründet und das erste saarländische Rundfunkgesetz wird erlassen.
21. Juni Die von der bayerischen Staatsregierung genehmigte Bierpreiserhöhung führt zu heftigen Protesten der Verbraucher.
In Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss wird das neue Funkhaus des Nordwestdeutschen Rundfunks in Köln eingeweiht.
22. Juni Die bis zum 29. Juni dauernde Kieler Woche beginnt.
Der Sarg mit den sterblichen Überresten Louis Brailles, des Erfinders der heute gebräuchlichen Blindenschrift, wird ins Pariser Panthéon überführt.
24. Juni In Hamburg erscheint in einer Auflage von 250.000 Exemplaren und zum Preis von 10 Pfennigen die erste Ausgabe der Bild-Zeitung.
27. Juni Bei einer Schlagwetterexplosion auf der Zeche Adolf von Hansemann in Dortmund-Mengede sterben fünf Bergleute, 25 werden verletzt.
Der Börsenverein deutscher Verleger- und Buchhändlerverbände gibt bekannt, dass Romano Guardini den mit 10.000 DM dotierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält.
In den USA führt der Testpilot Jean "Skip" Ziegler mit der Bell X-2 einen ersten Gleitflug ohne Verwendung des Triebwerkes aus.
28. Juni In der DDR wird der Paretz-Niederneuendorf-Kanal fertig gestellt, der den Wasserweg zwischen Oder und Elbe unter Umgehung der Havelkanäle ermöglicht.
In Dortmund wird die erste Lotterie zum Wiederaufbau der St.-Reinoldi-Kirche veranstaltet, die im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde.
01. Juli Die Städtischen Büchereien in Wien erreichen den seit 1945 höchsten Leserstand. Im Mai 1952 betrug die Zahl der Leser 23.250. Sie ist damit seit August 1949 um 9.950 angestiegen.
Der VEB Deutsche Seereederei Rostock wird gegründet.
02. Juli Zwischen den Berliner Bahnhöfen Schöneberg und Papestraße stoßen zwei S-Bahn-Züge zusammen. 190 Personen werden zum Teil schwer verletzt.
Mit 35°C wird in Berlin der heißeste 2. Juli seit 47 Jahren registriert.
In Heidelberg und Bad Dürkheim werden tropische 39,5 Grad gemessen.
03. Juli Eine Studie der Rationalisierungsgemeinschaft des deutschen Handels prognostiziert den Selbstbedienungsläden große Zukunftschancen. In der Bundesrepublik gibt es derzeit 98 Selbstbedienungsläden.
Die Shell AG führt in der Bundesrepublik Deutschland einen neuen Kundenservice mit Hilfe von sog. Tankstellen-Mädchen ein.
04. Juli Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) eröffnet in München die 4. Deutsche Handwerksmesse, auf der bis zum 20. Juli mehr als 1.000 in- und ausländische Aussteller vertreten sind.
05. Juli Im ehemaligen Zeughaus in Ost-Berlin wird das Museum für Deutsche Geschichte eröffnet.
In London werden die letzten Straßenbahnen durch rote Doppeldeckerbusse ersetzt.
06. Juli Die Sendeanlage des Berliner Rundfunks in Uhlenhorst (Köpenick) wird in Betrieb genommen. Sie verfügte über eine Leistung von 300 kW, einen 240 m hohen Sendemast und eine 20 m lange Antenne.
In Berlin wird das Museum für Deutsche Geschichte im Zeughaus Unter den Linden eröffnet.
07. Juli Die "United States" erhält für die schnellste Atlantiküberquerung das "Blaue Band". Das neue Flaggschiff der US-amerikanischen Passagierflotte bewältigte die Strecke in drei Tagen, zehn Stunden und 40 Minuten.
08. Juli In München werden die ersten 12 Zebrastreifen angelegt.
Neustadt an der Weinstraße meldet mit 39,6 °C im Schatten absoluten Hitzerekord. Eine anhaltende Hitzewelle über ganz Europa forderte allein in der Bundesrepublik bislang weit mehr als 200 Menschenleben.
12. Juli Die erste direkte Fernsprechverbindung in der Bundesrepublik Deutschland wird zwischen den Städten Düsseldorf und Frankfurt am Main geschaltet. Ohne Amtsvermittlung kann der Teilnehmer jetzt seinen Gesprächspartner anrufen.
Auf der Helgoländer Düne beginnt die erste Badesaison nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Nordseeinsel war seit Kriegsende Übungsziel der britischen Luftwaffe.
14. Juli Der Juister Flugplatz erhält als einer der ersten in Deutschland eine Wiederzulassung.
Mit 1.238 Meilen (2.260 km/h) und 79.494 Fuß (23.700 m) stellt das US-amerikanische Turbo-Düsen-Flugzeug "Skyrocket" Geschwindigkeits- und Höhenrekorde auf.
18. Juli Der Münchener Stadtrat fordert die Bevölkerung zur Benutzung der neu eingeführten Zebrastreifen auf.
In München gründet sich der Verein "Das farbige Kind", der sich für die Belange der Kinder von Besatzungssoldaten einsetzt. Allein in der bayerischen Landeshauptstadt gibt es 311 farbige Besatzungskinder, von denen die ersten zu Ostern 1952 eingeschult worden sind.
22. Juli 67 % der Bundesbürger bekunden nach einer Umfrage im Sendegebiet des Süddeutschen Rundfunks ihr prinzipielles Interesse am Fernsehen. Angesichts des hohen Anschaffungspreises von 1.200 DM ist aber nur 1 % der Befragten entschlossen, ein Fernsehgerät zu erwerben.
26. Juli Wegen der starken Ausbreitung von Kinderlähmung - allein in Nordrhein-Westfalen sind über 1.000 Erkrankungen zu verzeichnen - werden die Strandbäder am Essener Baldeneysee geschlossen.
27. Juli In der Sowjetunion wird der Wolga-Don-Kanal unter dem Namen W.-I.-Lenin-Wolga-Don-Kanal offiziell eröffnet.
In Omaruru (Namibia) wird die deutsche Kreuzkirche eingeweiht. Der Grundstein wurde am 17. November 1951 gelegt.
29. Juli In West-Berlin wird an der Ecke Kurfürstendamm/Fasanenstraße das Hotel Kempinski eröffnet. Mit 320 Betten ist es der größte Berliner Hotelneubau der Nachkriegszeit.
01. August Die von den Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmte Villa Hügel in Essen wird in den Familienbesitz der Firma Krupp zurückgegeben.
Zwei US-amerikanische "Sikorsky"-Hubschrauber überqueren erstmals in der Geschichte der Luftfahrt den Atlantik. Sie landen, nach ihrem Etappenflug über 5.280 km vom Startpunkt Westover über Massachusetts und Neufundland, in der schottischen Stadt Prestwick.
02. August Das Landesgesundheitsamt in Nordrhein-Westfalen teilt mit, dass die Zahl der Kinderlähmungsfälle dramatisch zunimmt. Bislang wurden allein in Nordrhein-Westfalen 1.000 Krankheitsfälle registriert.
04. August In beiden Teilen Berlins beginnt im Anschluss an die Tagung des Lutherischen Weltbundes in Hannover ein bis zum 6. August andauernder "Lutherischer Tag Berlin 1952".
05. August "Sabor", der erste nach Radarprinzip ferngesteuerte Roboter, den die schweizerischen Ingenieure August Huber und Peter Steuer konstruiert haben, wird auf einer Pressekonferenz im Hamburger Tagungshaus vorgeführt. Der 2,55 m große Roboter kann sich 15 km weit ohne menschliche Begleitung fortbewegen.
07. August Das Rote Kreuz in den USA ruft alle Krankenschwestern auf, sich an einem Dienst zu beteiligen, der eine weitere Ausbreitung von Kinderlähmung verhindern soll. Nach Angaben des Roten Kreuzes ist seit 1949 die Krankheit in den USA nie so verbreitet gewesen.
Der im Auftrag der US-Armee arbeitende Physiker Noel Scott überrascht die Öffentlichkeit mit einer neuen Erklärung für unbekannte Flugobjekte (UFOs). Er bezeichnete die "Fliegenden Untertassen" als "Lichtblasen", die als elektrisch-optische Phänomene in der ionisierten, verdünnten Luft in den oberen Schichten der Atmosphäre aufträten.
08. August Nach einer einjährigen Probephase wird der Schülerlotsen-Dienst im Bundesland Nordrhein-Westfalen eingeführt.
Das Strandbad Wannsee in West-Berlin, 2 km von einem US-amerikanischen Militärschießplatz entfernt, darf nur noch an den Nachmittagen öffnen.
12. August Mit 32°C wird in Berlin der heißeste 12. August seit 1830 gemessen.
16. August Um vorsorglich der Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Kinderlähmung vorzubeugen, verlängert das nordrhein-westfälische Kultusministerium die diesjährigen Schulferien um 14 Tage bis zum 15. September.
Die Bristol Type 175 Britannia startet zu ihrem Erstflug.
18. August Zum bis zum 25. August dauernden 1. Pioniertreffen der DDR kommen etwa 60.000 Kinder nach Dresden. Die Pionierorganisation erhält den Namen "Ernst Thälmann".
In Frankreich wird erstmals ein Hubschrauber zur Verkehrsüberwachung eingesetzt. Im Raum Paris koordiniert er über eine Funkverbindung mit der Polizei den Rückreiseansturm der Franzosen nach dem Ferienende.
19. August Der 75. Katholikentag wird in West-Berlin eröffnet. Während der sechstägigen Veranstaltung erwarten die Organisatoren über 100.000 Besucher, darunter viele Teilnehmer aus der DDR.
22. August Das Flugboot Saunders-Roe Princess absolviert seinen Erstflug.
27. August Der "Deutsche Evangelische Kirchentag" in Stuttgart wird eröffnet. Die Veranstaltung steht unter dem Motto "Wählt das Leben". Gläubigen aus der DDR ist von Seiten der DDR-Regierung der Besuch der Veranstaltung verboten.
Auf der Londoner Rundfunk- und Fernsehausstellung werden u. a. das erste Bildtelefon und ein Unterwasserfernseher vorgestellt.
28. August Der Schriftsteller Carl Zuckmayer erhält den Goethepreis der Stadt Frankfurt.
An diesem einen Tag fliegt die amerikanische Fluggesellschaft American Airlines 10 Mio. Passagierkilometer und setzt damit eine bisher ungekannte Rekordmarke.
30. August Die deutsche Erstausgabe des philosophischen Werkes "Das Sein und das Nichts" von Jean-Paul Sartre erscheint.
Eine neuartige Kehrmaschine wird von dem Automobilkonzern Daimler-Benz AG in Stuttgart-Untertürkheim vorgestellt. Das Fahrzeug kann mit seiner Rechtslenkung ganz dicht an die Bordsteine heranfahren und dadurch den Straßenschmutz besser aus der Rinne saugen.
31. August Der Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, Franz Blücher (FDP), eröffnet die neunte Internationale Frankfurter Herbstmesse.
Der Schriftsteller Carl Zuckmayer wird Ehrenbürger seines Heimatortes Nackenheim.
Die Britischen Flugzeugwerke stellen den mit vier Strahltriebwerken ausgestatteten Bomber "Avro 698" vor.
01. September Der Bau der Rappbode-Talsperre, die mit 105 Meter Höhe die höchste Staumauer in Deutschland erhalten und 110 Mio. Kubikmeter Stauraum umfassen wird, beginnt mit einer feierlichen Grundsteinlegung.
Die größte Betriebsberufsschule der DDR in Dresden und eine zweite sorbische Oberschule in Cottbus werden feierlich eröffnet.
In Berlin, Leipzig, Brandenburg und Halberstadt werden die ersten Kinder- und Jugendsportschulen eröffnet.
03. September In Karlsruhe findet der Deutsche Therapie-Kongress statt. Im Mittelpunkt der Tagung, an der Mediziner aus dem ganzen Bundesgebiet teilnehmen, steht das aktuelle Thema Kinderlähmung, gegen die noch kein wirksames Heilmittel gefunden werden konnte.
06. September In Berlin wird die einzige schwimmende Jugendherberge Deutschlands, der ausrangierte Raddampfer "Heinrich Zille", im Tegeler See bei Saatwinkel eröffnet.
In Stuttgart findet der 3. Internationale Weltraumforscher-Kongress statt. Das alles beherrschende Thema der Tagung: ein bemannter Raketenflug zum Mond.
In Erbach im Odenwald findet bis zum 7. September das “Herbsttreffen der VW Hunderttausender” statt.
In Kanada geht die Canadian Broadcasting Corporation (CBC) auf Sendung.
07. September An der bis zum 17. September dauernden Leipziger Messe beteiligen sich 8.248 Aussteller. Die Ausstellung auf einer Fläche von 180.000 qm wird von über 475.000 Besuchern besichtigt. Die DDR tätigt Exportabschlüsse in Höhe von 457 Mio. Rubel und Importabschlüsse in Höhe von 121,5 Mio. Rubel.
Ab sofort empfangen die DDR-Bürger offiziell nur noch die drei Programme Berlin I, Berlin II und Berlin III, die Sender des "Staatlichen Rundfunkkomitees". Vorsitzender des Deutschen Demokratischen Rundfunkkomitees ist Kurt Heiß.
08. September In Dresden wird die Hochschule für Verkehrswesen feierlich eröffnet.
10. September 17.000 Metallarbeiter in Schleswig-Holstein treten in einen Lohnstreik, zu dem die Gewerkschaft aufgerufen hat. Sie fordern eine Lohnerhöhung von 1,35 auf 1,45 DM Stundenlohn. Der Streik endet einen Tag später durch einen Kompromiss zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern, der den Metallarbeitern eine Lohnerhöhung von sechs Pfennig pro Stunde zusichert.
Die Fernsehübertragungsstrecke Hamburg – Berlin wird versuchsweise in Betrieb genommen.
11. September Bis zum 15. September findet in Düsseldorf die Deutsche Musikmesse statt.
Der amerikanische Arzt Charles A. Hufnagel setzt dem ersten Patienten eine von ihm selbst entwickelte künstliche Herzklappe ein.
12. September Bei der 14. Deutschen Erfinder- und Neuheiten-Ausstellung in Nürnberg werden rund 350 Erfindungen vorgeführt.
15. September In der DDR wird das Staatliche Komitee für Rundfunk (StKfR) gegründet.
16. September Der deutsche "Verband zur Förderung der Luftfahrt" wird in Düsseldorf gegründet. Ziel des Verbandes ist es, den bundesdeutschen Flugzeugbau zu fördern.
17. September Die erste sowjetische Kohlenkombine vom Typ „Donbass I" trifft im Zwickau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier ein.
18. September Kurz vor der Einfahrt in den Hamburger Hauptbahnhof entgleist der Städte-Schnellzug Lübeck–Hamburg. Acht Tote und 39 Schwerverletzte werden aus den Trümmern geborgen. Ursache des Zugunglücks ist ein Gleisschaden.
Eine Konferenz der Filmschaffenden erörtert in Berlin theoretische und organisatorische Fragen des Filmwesens der DDR, die sich aus den Bedingungen des Aufbaus des Sozialismus ergeben.
Charlie Chaplin verlässt die USA zu einer Europareise. Auf Betreiben J. Edgar Hoovers darf er anschließend nicht wieder in die USA einreisen.
19. September In Berlin wird unter dem Motto "Lebensstandard der freien Welt" von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard die 3. Deutsche Industrieausstellung in den Messehallen am Funkturm eröffnet.
Über 500 Aussteller zeigen bei der Münchner Fachausstellung "Schalten und Walten der Hausfrau", wie durch neue technische Geräte u. v. m. die Hausarbeit effektiver und einfacher erledigt werden kann.
20. September Das Oktoberfest in München wird eröffnet. Den ersten "Wies'ntag" erleben eine Viertelmillion Menschen. Im Verlauf des zweiwöchigen Fests konsumieren Besucher aus dem In- und Ausland insgesamt 220.000 Maß Bier.
In New York heiratet die französische Sängerin Edit Piaf den Songschreiber Jacques Pills.
21. September Die "Große Polizeischau 1952" findet im West-Berliner Olympiastadion statt. Vor 11O.000 Zuschauern marschiert die Berliner Bereitschaftspolizei auf.
24. September In Aachen wird der Karlspreis an den italienischen Ministerpräsidenten Alcide de Gasperi verliehen.
Der Religionsphilosoph Romano Guardini erhält in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Eine zentrale Hochschulkonferenz in Ost-Berlin berät die "Aufgaben der deutschen demokratischen Hochschulen beim Kampf um Frieden und Einheit und beim Aufbau des Sozialismus".
25. September In Frankfurt/Main wird die Buchmesse eröffnet. Sie dauert bis zum 30. September.
26. September Im Ullstein Verlag erscheint die erste Ausgabe der "Berliner Morgenpost" nach dem Krieg.
29. September Die Kölner "Verkehrsbahn-Studiengesellschaft" testet die Alweg-Schnellbahn zum ersten Mal auf der Versuchsstrecke in der Fühlinger Heide. Die stromlinienförmige Einschienen-Schnellbahn ist von den deutschen Ingenieuren Hinsken und Holzer konstruiert worden.
Hauptgegenstand mehrtägiger Diskussionen und Vorträge beim Deutschen Fischereitag 1952 in Würzburg ist die Verseuchung deutscher Flüsse, Seen und Ströme durch die zunehmende Industrialisierung.
30. September Die Frankfurter Buchmesse geht zu Ende. Insgesamt zählten die Veranstalter 22.000 Besucher, unter ihnen 4.500 ausländische Interessierte. Im Vergleich zum Vorjahr konnte eine erhebliche Umsatzsteigerung von 50 % erzielt werden. Besonders gefragt waren Belletristik, Jugendbücher und geographische Literatur.
01. Oktober In Nürnberg wird das erste große Linienstellwerk der Deutschen Bundesbahn in Betrieb genommen.
Der Provinzialverband der nordrhein-westfälischen Obst- und Gemüsebauern teilt auf seiner Jahreshauptversammlung in Krefeld mit, dass es durch ein Überangebot zu einem drastischen Preisverfall bei Pflaumen und Birnen gekommen sei. Ein Zentner Birnen kostet zum Teil nur 2 DM, ein Zentner Pflaumen 8 DM.
05. Oktober Zwischen Paris und Frankfurt/Main wird eine Schnelltriebwagen-Verbindung eröffnet.
06. Oktober Alfred Jennewein, erster Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins, warnt auf der Hauptversammlung der Organisation vor Massentourismus in der Bergwelt durch immer mehr Seilbahnen.
08. Oktober Die erste in Hamburg erstellte Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" erscheint. Bisheriger Redaktionssitz war Hannover.
Beim Zusammenstoß dreier Züge sterben in Harrow in England 110 Menschen.
09. Oktober Das erste Flüchtlingsdorf der Bundesrepublik Deutschland wird auf den Namen "Ordenskamp" getauft. Der Ort in Niedersachsen entstand durch die Ansiedlung ostvertriebener Bauern.
2.500 Menschen nehmen an Prozessionen aus Anlass des dritten Jahrestages der "Marienerscheinung" in Heroldsbach teil, die von der katholischen Kirche nicht anerkannt wird.
12. Oktober In New York wird der erste dreidimensionale Kinofilm vorgestellt.
14. Oktober In Ost-Berlin wird die Ausstellung "Sowjetische Neuerermethoden helfen uns beim Aufbau des Sozialismus" eröffnet.
In Marseille wird die Unité d'Habitation eingeweiht, ein futuristischer Wohnkomplex des Architekten Le Corbusier für mehr als 1.500 Personen.
15. Oktober Im Freiburger Verlag Witte erscheint das erste Schüler-Lexikon. 14.000 Stichworte werden durch 1.000 Abbildungen und leicht verständlichen Stil für zehn- bis 16-jährige Leser erklärt.
Das Jahn-Museum in Freyburg (Unstrut) wird anlässlich des 100. Todestages des Turnvaters Jahn feierlich eröffnet.
16. Oktober Der Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR), Adolf Grimme, legt in Hamburg-Lockstedt den Grundstein für das erste Fernsehstudio.
Eine Korea-Ausstellung "Mahnung und Verpflichtung" wird durch den Korea-Hilfsausschuss in Ost-Berlin eröffnet.
Auf dem bis zum 19. Oktober dauernden Berg- und Hüttenmännischen Tag 1952 in Freiberg/Sachsen werden bei internationaler Beteiligung die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse auf den Gebieten der Geologie, der Geophysik, der Metallkunde, des Bergbaus und des Hütten- und Gießereiwesens vermittelt.
17. Oktober Auf der zweiten Konferenz der DDR-Verleger in Leipzig werden erstmals "Die schönsten Bücher des Jahres" ausgezeichnet.
Ein Freundschaftsvertrag zwischen den Leuna-Werken "Walter Ulbricht" und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wird in Leuna feierlich unterzeichnet.
18. Oktober Geschenksendungen in die DDR dürfen neben anderen Dingen nur noch 250 g Kaffee, Kakao oder Schokolade sowie 50 g Tabak enthalten.
Halle-Wittenberg feiert das 450-jährige Bestehen der Martin-Luther-Universität. In der Festansprache betont DDR-Volksbildungsminister Paul Wandel, dass es ohne den Marxismus-Leninismus keinen Fortschritt in der Wissenschaft geben könne.
Ein gesamtdeutsches Studententreffen findet auf der Wartburg bei Eisenach anlässlich des 135. Jahrestages des Treffens der Burschenschaften auf der Wartburg statt.
19. Oktober In Hamburg wird das Wahrzeichen der Stadt, die wieder aufgebaute Sankt-Michaelis-Kirche (Hamburger Michel), eingeweiht.
Die Düsseldorfer Kunststoffmesse schließt ihre Pforten. Neuheiten der einwöchigen Ausstellung sind u. a. die unzerbrechliche Plastikflasche und ein auf kleinsten Raum zusammenfaltbares Regencape.
20. Oktober Thomas Mann liest in den Münchener Kammerspielen aus seinem noch unveröffentlichten Roman "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull".
In den USA hat das Experimentalflugzeug Douglas X-3 seinen Erstflug.
23. Oktober Grundsteinlegung für das neue Fernsehstudio in Hamburg-Lokstedt.
Vor den Werktätigen des Eisenhüttenkombinats Ost der DDR gibt der Minister für Aufbau, Dr. Lothar Bolz, die auf Grund ihrer Kritik getroffenen Maßnahmen für den schnellen Aufbau der Wohnstadt des EHK Ost bei Fürstenberg bekannt.
24. Oktober Dunlop stellt den M & S-Reifen vor, der Schneeketten im Winter überflüssig machen soll.
In Frankfurt am Main wird die erste Agentur für Fotomodelle, Mannequins und Schauspieler gegründet.
25. Oktober Der Deutsche Kulturtag, ein Gremium von Wissenschaftlern und Künstlern aus beiden deutschen Staaten, ruft in Bayreuth zur Zusammenarbeit auf.
26. Oktober In Düsseldorf beginnt die Hollandwoche. Die Veranstaltung will die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen den Niederlanden und der Bundesrepublik vertiefen.
46 % aller Männer meinen nach einer Umfrage des Bielefelder EMNID-Instituts, Frauen sollten sich nicht schminken, 30 % wollen es besonderen Anlässen vorbehalten. Auch 32 % der Frauen lehnen es ab, sich durch Make-up und Wimperntusche zu verschönern.
Die IG Metallurgie und das Ministerium für Hüttenwesen und Erzbergbau der DDR veröffentlichen einen Aufruf an alle Werktätigen zur besseren Schrotterfassung.
27. Oktober In Düsseldorf wird der erste motorisierte Bereitschaftswagen des Technischen Hilfswerks vorgestellt. Die Gewerkschaften fürchten, die Mitglieder der 1950 gegründeten Organisation könnten bei Arbeitskämpfen auch als Streikbrecher eingesetzt werden.
28. Oktober Der britische Historiker Alan Bullock veröffentlicht in London die erste Hitler-Biographie.
29. Oktober In Ost-Berlin wird der Bund Deutscher Architekten gegründet, Vorsitzender wird Prof. Hans Hopp.
04. November Ein Erdbeben der Stärke 9,0 auf Kamtschatka (UdSSR) fordert 2.000 Todesopfer.
09. November Thomas Mann hält eine Rede in Frankfurt am Main anlässlich des 90. Geburtstags des verstorbenen Literaten Gerhart Hauptmann, die als Rehabilitation des durch seine anfänglichen Sympathien für die Nationalsozialisten kompromittierten Dichters angesehen wird.
10. November Für den Kauf eines Rundfunkgerätes müssen Bundesbürger gegenwärtig zwischen 50 DM, z. B. für das Modell Emud Cherie, und 500 DM, z. B. für den Typ Telefunken Spitzensuper Fortissimo, zahlen.
11. November Auf Wunsch des Bayrischen Landtags wird ab sofort bei den Bayrischen Sendern beim täglichen Sendeschluss neben dem Deutschlandlied auch die Bayernhymne gespielt.
Mehrere Wetterdienste werden zum Deutschen Wetterdienst (DWD) zusammengeschlossen.
In der DDR wird der vierte Hochofen des Eisenhüttenkombinats Ost in Betrieb genommen. Damit ist die erste vollständige Hochofengruppe des EHK Ost fertig gestellt.
Eine neue Hochschule für Musik wird in Dresden eröffnet und Prof. Dr. Karl Laux als Direktor berufen.
13. November Die Weinernte in der Bundesrepublik Deutschland ist nach Angaben der Winzergenossenschaften abgeschlossen. Spätlesen erreichen eine Qualität bis zu 130 und 150 Grad Öchsle. Etwa 70 % der Weine des Jahrgangs 1952 müssen durch Trockenzuckerung verbessert werden.
15. November Bis zum 2. Dezember zeigt die Deutsche Staatsbibliothek in Berlin eine Ausstellung mit dem Titel "Gerhart Hauptmann. Zum 90. Geburtstag".
16. November Erstmals wird der Volkstrauertag zwei Sonntage vor dem Ersten Advent begangen.
20. November Auf dem Flughafen Düsseldorf wird das neue Fluggast-Abfertigungsgebäude in Betrieb genommen.
21. November Wie einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zu entnehmen ist, sollen die Kraftfahrer in der Bundesrepublik Deutschland künftig am Rande der Autobahnen alle 100 km einen größeren Rasthof mit Tankanlage und Schnellreparaturwerkstätten und alle 30 km einen kleinen Erfrischungsraum vorfinden.
Die geplante Reise einer Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland nach Moskau wird durch das Kirchenamt der russisch-orthodoxen Kirche abgesagt. Die Leitung der deutschen Delegation hatte Bischof Otto Dibelius.
25. November Der nördliche Berliner Außenring Karow-Birkenwerder wird in Betrieb genommen.
28. November Adolf Dassler (adidas) reicht sein System des Schraubstollenschuhs beim Patentamt ein.
Bei einer Urabstimmung der Belegschaftsmitglieder des westdeutschen Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet ermächtigen 88,7 % der Arbeiter den Hauptvorstand der IG-Bergbau, geeignete Kampfmaßnahmen einzuleiten, um den geforderten 7,5-Stunden-Tag im Untertagebau durchzusetzen.
Die Deutsche Bundesbahn nimmt die ersten ferngesteuerten Signalanlagen auf der Strecke Regensburg–Nürnberg in Betrieb.
"Zirkus Renz", der Ende des 19. Jahrhunderts von der Schulreiterin Theresia Renz gegründet wurde, wird von der DDR-Regierung enteignet. Zirkusdirektor Ernst Renz entkommt knapp seiner Festnahme durch die Flucht nach West-Berlin.
30. November Papst Pius XII. gibt die Namen von 24 neuen Kardinälen bekannt. Unter den Würdenträgern ist auch der Erzbischof von München und Freising, Josef Wendel.
02. Dezember Die ARD-Intendanten unterzeichnen die Stiftungsurkunde und beschließen die Satzung für das "Lautarchiv des Deutschen Rundfunks".
Die Kirchen in der DDR müssen die Kirchensteuer künftig selbst einziehen, da sie nicht mehr durch die Finanzämter automatisch mit der Lohnsteuer einbehalten wird.
03. Dezember In Stuttgart wird die "Arbeitsgemeinschaft neue Rechtschreibung" gegründet. Diese setzt sich u. a. für die Kleinschreibung ein.
Laut Bericht des "Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft" müssen mehr als 75 % der 100.000 bundesdeutschen Studenten mit weniger als 100 DM im Monat auskommen.
05. Dezember Bis zum 9. Dezember erlebt London eine Smog-Katastrophe, an deren Folge zwischen 4.000 und 12.000 Menschen sterben.
06. Dezember Die bundesdeutschen Drucker treten für höhere Löhne in den Streik. An den folgenden Tagen können viele Zeitungen nur als Notausgaben erscheinen.
08. Dezember Der Ehrentitel "Verdienter Techniker des Volkes" wird in Berlin erstmalig an 50 hervorragende Techniker, Ingenieure und Wissenschaftler verliehen.
10. Dezember Eine neue Technik für das sichere Überholen von Lastwagen wird in Bonn vorgestellt: Betätigt der Überholende den Blinker, summt ein Empfangsgerät im langsameren Fahrzeug.
13. Dezember Die DDR erlässt Rentnern und Blinden die Rundfunkgebühren.
14. Dezember In Dresden findet der erste Spatenstich zum Wiederaufbau des historischen Altmarktes statt.
20. Dezember Wochenende der Katastrophen: Beim bislang schwersten Unglück der Luftfahrtgeschichte sterben an der amerikanischen Pazifikküste 86 Soldaten. Fünf Skiläufer und 23 Businsassen kommen bei Lawinenunglücken auf der Zugspitze und am Arlberg ums Leben. Eisenbahnzusammenstöße in der DDR und Braunschweig fordern acht Tote und 160 Verletzte.
21. Dezember Die antijüdische Kampagne in Osteuropa bekommt auch der Dichter Arnold Zweig zu spüren, der sein Amt als Präsident der DDR-Literaturakademie an Johannes R. Becher abtreten muss.
"Bürgerlich-kapitalistische" Berufsbezeichnungen wie "Sekretärin" werden in den volkseigenen Betrieben der DDR durch den Begriff "Produktionshilfsarbeiterinnen" ersetzt.
Die ersten 1.148 bezugsfertigen Wohnungen in der Stalinallee Ost-Berlins werden vom Oberbürgermeister Ebert ihren Mietern übergeben.
24. Dezember In der Bundesrepublik Deutschland gibt es ab sofort regelmäßige Fernsehsendungen. Es sind 1.000 Anschlüsse registriert.
Zum ersten Mal nach dem Krieg wird durch den NWDR über die Sendeanlage in Norden-Osterloog ein Kurzwellenprogramm aus Deutschland gesendet.
Nur wenige Bundesbürger kommen in den Genuss "weißer" Weihnachten. Viele alliierte Soldaten begehen das Fest in deutschen Familien.
25. Dezember Mit einer zweistündigen Sendung nimmt der Nordwestdeutsche Rundfunk NWDR aus dem Bunker am Heiligengeistfeld in Hamburg den regelmäßigen Sendebetrieb auf. Gesendet wird täglich zwischen 20 und 22 Uhr, Ansagerin ist Irene Koss.
26. Dezember Im Deutschen Fernsehen wird die erste Tagesschau ausgestrahlt.
28. Dezember Nach Angaben des "Zweckverbands für Kanalisationsförderung" hat nur jede fünfte Wohnung in der Bundesrepublik Deutschland eine Badewanne. Zentralbeheizt sind lediglich 7 %.
29. Dezember In Elmsford (New York) wird das erste transistorgesteuerte Hörgerät vorgestellt.
30. Dezember Durch eine Neuordnung des Flick-Konzerns werden dessen Vermögenswerte aus der alliierten Kontrolle entlassen. Friedrich Flick muss dafür Produktionsanlagen und Anteile im Kohle- und Stahlbereich verkaufen.
31. Dezember Die Jahresbilanz der Deutschen Bundesbahn schließt mit einem Minus von 200 Mio. DM.

1953

  Die beliebtesten weiblichen Vornamen sind Monika, Angelika und Karin.
  Die beliebtesten männlichen Vornamen sind Michael, Wolfgang und Peter.
  Briefmarken-Jahrgang 1953 der Deutschen Bundespost
  Briefmarken-Jahrgang 1953 der Deutschen Bundespost Berlin
01. Januar Die Bundespost beginnt mit dem Einzug von Fernsehrundfunk-Gebühren. Fernsehteilnehmer müssen zusätzlich zur bisherigen Rundfunkgebühr von 2.- DM weitere 5.- DM im Monat zahlen.
Die Richtfunkstrecke Hamburg-Köln wird in Betrieb genommen. Damit beginnt das Fernseh-Gemeinschaftsprogramm der drei NWDR-Studios in Hamburg, Köln und Berlin.
Die amerikanische Fluggesellschaft All American wird in Allegheny Airlines umbenannt.
02. Januar Bei VW werden die Preise für den Käfer von 4.400 DM auf 4.200 DM gesenkt.
03. Januar An der Columbuskaje in Bremerhaven legt erstmals der amerikanische Passagierdampfer "United States" an.
06. Januar Die deutsche Fluggesellschaft LUFTAG wird gegründet. Sie wird am 6. August 1954 in Deutsche Lufthansa AG umbenannt.
07. Januar In der Ost-Berliner Stalinallee werden die ersten 70 neu gebauten Wohnungen bezogen.
11. Januar Berlin führt das Lotto mit der Spielformel „5 aus 90“ ein.
14. Januar In der Bundesrepublik Deutschland wird der Schülerlotsendienst eingeführt.
15. Januar In Berlin werden sämtliche die Sektorengrenze überschreitenden Straßenbahnlinien unterbrochen.
17. Januar Die Eisenbahnstrecke Düsseldorf (Oberkassel) - Neuss - Mönchengladbach - Aachen besteht 100 Jahre.
18. Januar Die am 18. Mai 1952 in Plymouth gestartete Britin Ann Davison erreicht mit ihrer Yacht Portsmouth auf der karibischen Insel Dominica.
21. Januar In Bremen stellt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger den Vorläufer des ersten praktisch unsinkbaren Seenotrettungskreuzers vor.
28. Januar Eine seit Jahresbeginn in Europa grassierende Grippewelle hat in der Bundesrepublik Deutschland bisher 67 Todesopfer gefordert. Am stärksten betroffen ist Bayern, wo 42 Menschen starben.
Ein britisches Düsenflugzeug vom Typ "Canberra" stellt mit einer Flugdauer von 22 h 1 min einen Geschwindigkeitsrekord auf der Strecke London–Australien auf.
In London wird trotz erheblicher Proteste der 19-jährige Derek Bentley wegen einer nicht von ihm begangenen Tat hingerichtet.
30. Januar In Braunschweig wird der Polizei-Oberwachtmeister Hans-Joachim von Palubitzki im Dienst von Raufbolden erschossen.
01. Februar Im Mündungsgebiet von Rhein, Maas und Schelde in den Niederlanden kommen bei einer Flutkatastrophe nach offiziellen Angaben in den Niederlanden 1.853 Menschen, in Großbritannien 307 Menschen ums Leben.
04. Februar Der DDR-Schriftsteller Johannes R. Becher wird in Moskau mit dem "Internationalen Stalinpreis für die Festigung des Friedens zwischen den Völkern" ausgezeichnet.
05. Februar Im Überschwemmungsgebiet an der niederländischen, belgischen und britischen Küste kommt es erneut zu mehreren Deichbrüchen.
08. Februar In Bayern hat sich die Zahl der Todesopfer der dort herrschenden Grippeepidemie auf 226 erhöht. Die Zahl der Neuerkrankungen geht jedoch wieder zurück.
Der Österreichische Rundfunk eröffnet das Klagenfurter Funkhaus.
10. Februar Durch den Hessischen Minister des Inneren wird dem Deutschen Rundfunkarchiv die Rechtfähigkeit zuerkannt.
13. Februar Bei einem schweren Erdbeben in der ostiranischen Ortschaft Torrud werden mehr als 1.000 Menschen getötet.
14. Februar Ein Großfeuer in der vietnamesischen Stadt Saigon zerstört 5.000 Häuser, 50.000 Einwohner werden obdachlos.
16. Februar Trotz eisiger Kälte verfolgen Millionen Zuschauer die Rosenmontagsumzüge in den west- und süddeutschen Karnevalshochburgen.
22. Februar In Frankfurt am Main beginnt die bis zum 26. Februar dauernde Frühjahrsmesse, auf der insgesamt 3.500 Aussteller vertreten sind.
23. Februar Mit 3.200 Flüchtlingen aus der DDR wird in West-Berlin der bisher stärkste Flüchtlingszustrom an einem Tag verzeichnet. Die Zahl der Flüchtlinge, die ins Bundesgebiet ausgeflogen werden, wird wegen der Überfüllung der West-Berliner Notaufnahmelager auf täglich 950 Personen erhöht.
24. Februar An diesem Tag melden sich in West-Berlin 2.600 Flüchtlinge aus der DDR.
83 % der bundesdeutschen Rechtsanwälte und Notare sind für die Wiedereinführung der Todesstrafe. Dies geht aus einer Umfrage der Zeitschrift "Rechtsanwalt und Notar" unter 17.000 Juristen hervor.
01. März In Lampertheim geht Radio Free Europe auf Sendung.
Auf der in Dresden eröffneten Dritten Deutschen Kunstausstellung wird ein Querschnitt des sozialistischen Realismus gezeigt, der in der offiziellen Kunst der DDR vorherrscht.
02. März Mit 6.000 Menschen, die innerhalb eines Tages einen Asylantrag in West-Berlin stellen, erreicht die Flüchtlingswelle aus der DDR einen neuen Höhepunkt.
06. März Bischof Otto Dibelius, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, äußert sich in einem Brief an Bundeskanzler Konrad Adenauer besorgt über die wachsende Zahl unverheiratet zusammenlebender Paare.
12. März In Hannover wird der Film- und Revuepalast "Aegi" eröffnet. Das größte und modernste bundesdeutsche Kino wird zum Renommierobjekt der UFA.
18. März Während eines Schaufliegens in Duxford (Großbritannien) aus Anlass des Staatsbesuchs des jugoslawischen Präsidenten Marschall Josip Tito stoßen zwei Düsenjäger der Royal Air Force zusammen und stürzen ab. Beide Piloten kommen dabei ums Leben.
Ein schweres Erdbeben in der Türkei fordert im Nordwesten Anatoliens etwa 1.100 Todesopfer.
19. März Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt/Main wird der Messerschmitt-Kabinenroller vorgestellt.
23. März In Sao Bernardo do Campo wird die Volkswagen do Brasil S.A. gegründet.
24. März Der erstmals vergebene Europäische Literaturpreis wird am Europäischen Kulturzentrum in Genf an den Deutschen Werner Warsinsky und den Exilpolen Czeslaw Milosz verliehen.
27. März Die in der Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) zusammengeschlossenen Rundfunksender vereinbaren in Hannover die Ausstrahlung eines gemeinschaftlichen Fernsehprogramms. Mit dem sog. Fernsehvertrag wird die organisatorische Grundlage für das spätere "Deutsche Fernsehen" gelegt.
29. März Die sowjetische Luftfahrtgesellschaft Aeroflot eröffnet die ständige Flugverbindung Moskau - Berlin/Schönefeld.
01. April Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung wird mit Sitz in Bonn wiedererrichtet. Die 1859 gegründete Stiftung soll jungen ausländischen Akademikern Forschungsaufenthalte in der Bundesrepublik Deutschland ermöglichen.
03. April Dem Präsidenten der Montanunion, Jean Monnet (Frankreich), wird in Aachen der Karlspreis verliehen, der von der Stadt Aachen seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung vergeben wird.
04. April Nach einem Zusammenstoß mit einem schwedischen Frachtschiff geht ein türkisches U-Boot in den Dardanellen unter. 91 Besatzungsmitglieder des U-Bootes kommen dabei ums Leben.
05. April Auf der Strecke von London nach Tokio wird erstmals ein britisches Düsenflugzeug vom Typ "Comet" für den Linienverkehr eingesetzt. Das Flugzeug legt die rd. 16.000 km lange Strecke in 36 Stunden zurück und benötigt damit etwa 50 Stunden weniger als die gewöhnlichen Propellermaschinen.
09. April In Luxemburg heiraten Erbgroßherzog Jean von Luxemburg und Prinzessin Josephine Charlotte, die Schwester des belgischen Königs Baudouin.
10. April In Israel wird erstmals in einem öffentlichen Konzert das Werk eines deutschen Komponisten gespielt. Der jüdische US-amerikanische Violinist Jascha Heifetz eröffnet sein Konzert in Haifa mit einer Sonate von Richard Strauss.
13. April Der deutsche Bundespräsident Theodor Heuss wird auf dem Berliner Flughafen erstmals vor einer Fernseh-Kamera interviewt.
16. April Die DDR-Filmgesellschaft DEFA (Deutsche Film AG) wird neu strukturiert. Durch eine Regierungsverordnung werden sieben für unterschiedliche Sparten zuständige "volkseigene Filmproduktionsbetriebe" gebildet, die unmittelbar der Aufsicht durch das Staatliche Komitee für Filmwesen unterstehen.
In England läuft die königliche Yacht "Britannia" vom Stapel.
17. April In München wird der "Klub langer Männer" gegründet.
18. April Als erstes Turboprop-Passagierflugzeug geht die viermotorige Vickers Viscount bei der BEA in den Liniendienst.
20. April Die Volkswagen-Wohnungsbau GmbH wird gegründet.
23. April Der Schriftsteller Johannes R. Becher wird zum Präsidenten der Deutschen Akademie der Künste in der DDR gewählt.
Papst Pius XII. hebt das Abstinenzgebot für Freitag den 1. Mai auf, weil dieser Tag in vielen Ländern als Feiertag begangen wird.
Der Flughafen Beirut wird eröffnet.
25. April In Düsseldorf findet bis zum 3. Mai die erste Konditoreifachmesse statt.
In Bremerhaven streiken bis zum 8. Juni die Werftarbeiter.
26. April In Hannover wird die bis zum 5. Mai dauernde Technische Messe eröffnet, an der sich 2.554 Aussteller aus dem In- und Ausland beteiligen, die meisten davon aus den Branchen Maschinenbau und Elektroindustrie. Erstmals werden dabei auf einer Sonderschau "formgerechte Industrieerzeugnisse" gezeigt.
27. April In Nordrhein-Westfalen beginnen die ersten vom Bundesluftschutzverband durchgeführten Lehrgänge über moderne Methoden des zivilen Luftschutzes im Kriegsfall.
30. April In Hamburg übergibt Bundespräsident Theodor Heuss die Neue Lombardsbrücke (heute Kennedybrücke) dem Verkehr.
01. Mai Die amerikanischen Fluggesellschaften Delta Airlines, Chicago Airlines and Southern Air Lines fusionieren.
03. Mai Die "Deutsche Welle", der Radiosender für Deutsche im Ausland, beginnt zu senden.
Der Erzbischof von Köln, Kardinal Josef Frings, fordert in einem in allen Kirchen des Bistums verlesenen Hirtenbrief den Erhalt der katholischen Bekenntnisschulen.
04. Mai Unter dem Motto "Sei höflich und hilfsbereit im Straßenverkehr" beginnt bundesweit eine Höflichkeitswoche der Jugend im Straßenverkehr. In vielen bundesdeutschen Städten werden dabei erstmals Schülerlotsen eingesetzt.
Mit einer Flughöhe von 19.406 m verbessert ein britisches Düsenflugzeug vom Typ "Canberra" den bisherigen Höhenweltrekord um 1300 m.
Für sein Werk "Der alte Mann und das Meer" wird der US-amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.
07. Mai Ein Wohngebiet für Arbeiter des Eisenhüttenkombinats Ost bei Fürstenberg (DDR) wird in Stalinstadt umbenannt.
09. Mai In New York stellt die US-amerikanische Filmgesellschaft 20th Century Fox das Cinemascope-Verfahren der Öffentlichkeit vor.
Das zwischen Großenbrode in Schleswig-Holstein und dem dänischen Gjedser verkehrende neue Eisenbahnfährschiff "Deutschland" wird in Dienst gestellt. Die Fahrzeit nach Skandinavien verkürzt sich dadurch auf dieser Route um zwei Stunden.
10. Mai In der Essener Villa Hügel, dem früheren Wohnsitz der Familie Krupp, findet bis zum 30. September erstmals eine Kunstausstellung statt.
11. Mai Der Bayrische Rundfunk nimmt in einem Saal des Münchner Blindenheims in der Lothstraße den Fernseh-Probebetrieb auf.
Ein Tornado, der die texanischen Städte Waco und San Angelo verwüstet, fordert etwa 200 Todesopfer.
14. Mai In der Innenstadt von Hannover kommt es in der Nacht zum Freitag zu einer mehrstündigen Straßenschlacht zwischen etwa 10.000 überwiegend jugendlichen Personen und der Polizei. Die Krawalle entstehen, als die Polizei mehrere Jugendliche vertreibt, die in einem Brunnen vor dem Hauptbahnhof baden.
17. Mai Jean Monnet, der Präsident der Hohen Behörde der Montanunion, erhält den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen.
18. Mai Die Douglas DC-7 startet zu ihrem Erstflug.
20. Mai Aus Anlass des 135. Marx-Geburtstags wird Chemnitz in Karl-Marx-Stadt umbenannt.
21. Mai Die dänische Fluggesellschaft Dan Air wird von Davis and Newman Ltd. zunächst als Charterlinie gegründet.
22. Mai Auf der bis zum 24. Mai dauernden Jahrestagung der Schriftstellervereinigung Gruppe 47 in Mainz erhält die österreichische Lyrikerin Ingeborg Bachmann für ihren Gedichtband "Die gestundete Zeit" den jährlich vergebenen Literaturpreis der Gruppe.
24. Mai In Dortmund wird über dem Grubenfeld der ehemaligen Zeche Glückaufsegen der Tierpark eröffnet.
25. Mai Eine Maschine der skandinavischen Fluggesellschaft SAS fliegt als erstes Passagierflugzeug auf der Route über den Nordpol von Europa nach Japan. Gegenüber der Flugstrecke über Indien und Thailand verkürzt sich der Weg um 4.600 km, die Zeitersparnis beträgt rd. 20 Flugstunden.
27. Mai In der Bundesrepublik Deutschland wurden bisher 2.041 Genehmigungen für den Empfang des Fernsehprogramms erteilt. Fernsehteilnehmer gibt es bislang lediglich in neun nord- und westdeutschen Städten.
28. Mai Mit der Nationalisierung aller indischen Fluglinien wird die Indian Airlines Ltd. gegründet.
29. Mai Erstbesteigung des Mount Everest (8.848 m) durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay.
Auf dem Feldberg im Taunus wird der erste hessische Fernsehsender in Betrieb genommen.
04. Juni Holland erlebt den kältesten Junitag seit 100 Jahren.
Die amerikanische Pilotin Jacqueline Cochran erreicht bei Sturzflügen aus 14.000 Metern Höhe eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 1.042,5 km/h und durchbricht dabei zweimal die Schallmauer.
06. Juni In Düsseldorf findet bis zum 20. Juni das dritte internationale Jugendtreffen statt.
Die kanadische Charterfluggesellschaft Wardair Canada nimmt mit einer werksneuen de Havilland Canada DHC-3 ihren Flugbetrieb auf.
09. Juni Der Fährschiffverkehr zwischen Travemünde und Trelleborg in Schweden wird eröffnet.
11. Juni Der Vertrag über die Einrichtung eines gemeinschaftlichen Kurzwellenprogramms mit Namen "Deutsche Welle" wird unterzeichnet.
Die ARD-Intendanten beschließen, eine Kommission für die Geschichte des deutschen Rundfunks einzusetzen. Den Vorsitz übernimmt Kurt Magnus, Verwaltungsratsvorsitzender des HR.
12. Juni Bei einem Fährunglück in Ostpakistan ertrinken in der Nähe der Stadt Dacca 188 der insgesamt 200 Passagiere.
13. Juni Christl Schack, ein Mannequin aus West-Berlin, wird im Kurhaus von Wiesbaden zur Miss Germany gewählt.
15. Juni Nach der Verstaatlichung der gesamten Luftfahrtsindustrie in Indien werden die Fluggesellschaften Air India und Indian Airlines gegründet.
16. Juni Im Kurhaus von Wiesbaden wird die 27-jährige Miss Berlin Christel Schaack zur Miss Germany gewählt.
18. Juni In Berlin-Steglitz wird ein fahrendes Taxi vom Blitz getroffen und brennt aus. Der Fahrer bleibt unverletzt.
20. Juni Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet in München die Deutsche Verkehrsausstellung. Bis zum 11. Oktober wird dort ein Überblick über sämtliche modernen Verkehrsmittel gezeigt.
Aus einem VW Käfer führt Bundespostminister Schubert das erste Mobiltelefonat. Das Gerät wiegt 18 Kilogramm und kostet 8.000 Mark.
In der Münchner Innenstadt kommt es zu den schwersten Unruhen seit Kriegsende. Anlass sind Proteste gegen die Absicht zweier Textilkaufhäuser, das Geschäft auch am Samstagnachmittag zu öffnen.
22. Juni Die bis zum 28. Juni dauernde Kieler Woche beginnt.
25. Juni In der DDR erscheint die erste Ausgabe der Jugendzeitschrift FRÖSI (Fröhlich sein und singen).
27. Juni Die Schriftsteller Stefan Heym und Max Zimmering erhalten den erstmals verliehenen Heinrich-Mann-Preis der Deutschen Akademie der Künste in der DDR.
28. Juni Bei der Einweihung einer Zuckerfabrik im bayerischen Ochsenfurt muss der Weiheakt eines evangelischen Geistlichen auf Drängen des katholischen Würzburger Bischofs Julius Döpfner ausfallen. Der Zwischenfall führt zu einem Konfessionsstreit.
In Nassau wird das wieder errichteten Freiherr-vom-Stein-Denkmal eingeweiht.
Aus der Fusion von SAA mit Avia Maroc Aérienne entsteht die marokkanische Fluggesellschaft Compagnie Chérifienne de Transport Aérien.
01. Juli Die wegen der schlechten Wirtschaftslage veranlassten Stromsperren für DDR-Haushalte werden abgeschafft.
Bei einer Überschwemmungskatastrophe auf der südjapanischen Insel Kiuschu kommen mehr als 600 Menschen ums Leben.
03. Juli Der 500.000ste VW-Käfer läuft vom Band.
Der Österreicher Hermann Buhl besteigt als erster Mensch der Welt den 8.125 Meter hohen Himalaya-Gipfel Nanga Parbat.
05. Juli Westlich von Kalkutta, im Südosten Indiens, werden 60 Dörfer durch verheerende Überschwemmungen zerstört. Etwa 300.000 Menschen werden durch die Hochwasserkatastrophe obdachlos.
Ein britischer Düsenjäger vom Typ "Super-Marine Swift" stellt mit 19 min 5,6 sec einen Geschwindigkeitsrekord auf der Strecke London–Paris auf.
09. Juli Weltweit erster regulärer Passagiertransport mit Hubschraubern durch New York Airways.
11. Juli In Bremerhaven wird bis zum 12. Juli der "Tag des Hochseefischers" gefeiert.
12. Juli In Hamburg wird das Volkspark-Stadion von Bürgermeister Max Brauer eingeweiht. Mit einem Fassungsvermögen von 80.000 Zuschauern ist es nach dem Berliner Olympia-Stadion die zweitgrößte Sportarena in der Bundesrepublik Deutschland.
18. Juli Unter dem Motto "Alle sollen besser leben" wird in Düsseldorf eine bis zum 16. August dauernde Rationalisierungsausstellung eröffnet.
Sintflutartige Regenfälle führen in Japan zu verheerenden Überschwemmungen, die 1.700 Todesopfer fordern.
22. Juli Die Bundesbahn und die Reichsbahn der DDR vereinbaren, wegen der Überlastung der Züge im Interzonenverkehr zusätzliche Züge auf den Strecken Oberhausen – Magdeburg, Berlin – Hamburg, Frankfurt am Main – Erfurt und München – Erfurt einzusetzen.
25. Juli In Hamburg wird der bis dahin größte Tanker der Welt, die "Tina Onassis", vom Stapel gelassen.
01. August 3.164 Fernsehgenehmigungen sind bisher in der Bundesrepublik Deutschland erteilt worden.
02. August Vier frühere deutsche Flugzeugwerke (u. a. Dornier und Messerschmitt) und die ehemalige Daimler-Benz-Flugmotorenfabrik schließen sich unter dem Namen "Aero-Union" zu einer Interessengemeinschaft zusammen.
In Bukarest beginnen die bis zum 9. August dauernden Weltspiele der Jugend und Studenten.
04. August In der Akademie Calw findet eine vom Europarat initiierte Studientagung westeuropäischer Historiker statt, auf der bis zum 12. August die Harmonisierung des Geschichtsunterrichts und die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Geschichtsbildes beraten wird.
Auf der in Genf beginnenden dritten Plenarversammlung des Jüdischen Weltkongresses wird Nahum Goldmann zum neuen Präsidenten der Organisation gewählt. Die Veranstaltung dauert bis zum 11. August.
09. August Bei Bergunfällen in den Alpen sind in diesem Sommer bisher 144 Menschen ums Leben gekommen. Die zahlreichen Unfälle werden u. a. auf das Anwachsen des Bergtourismus durch die Berichte über die Erstbesteigung des Mount Everest zurückgeführt.
11. August Bei einem schweren Erdbeben auf den griechischen Inseln Ithaka, Kefallinia und Sakinthos kommen 381 Menschen ums Leben. Etwa 20.000 Häuser werden zerstört.
12. August In Hamburg beginnt der Fünfte Deutsche Evangelische Kirchentag. Er endet am 16. August. Das Treffen mit etwa 50.000 Dauerteilnehmern steht unter dem Motto "Werfet Euer Vertrauen nicht weg!"
13. August Die am 18. Mai 1952 in Plymouth gestartete Britin Ann Davison erreicht mit ihrer Yacht Miami (Florida).
14. August Als zentrales Leitungsorgan aller Sender der DDR wird das "Staatliche Rundfunkkomitee" gegründet.
19. August Auf dem Frankfurter Flughafen landet erstmals eine Lockheed L-1049 Super-Constellation der TWA.
20. August In Brüssel wird der 11. Internationale Philosophenkongress eröffnet, an dem 1.100 Wissenschaftler teilnehmen. Er endet am 26. August.
Franz Hengsbach wird zum Titularbischof von Cantanus und Weihbischof in Paderborn ernannt.
21. August In der Nähe von Ravensburg wird erstmals bei Versuchsbohrungen im Alpenvorland ein Erdölvorkommen entdeckt.
23. August In Speyer wird der Grundstein der Friedenskirche St. Bernhard von Clairvaux gelegt. Die Kirche ist Symbol der deutsch-französischen Verständigung nach dem Zweiten Weltkrieg.
24. August In der Bundesrepublik Deutschland wird erstmals der aufgrund einer Steuersenkung verbilligte Kaffee verkauft. Ein Pfund Kaffee kostet im Durchschnitt zwischen 5 und 6 DM weniger als zuvor.
Der Zebrastreifen wird in die westdeutsche Straßenverkehrsordnung aufgenommen.
26. August Zum ersten Mal wird von der US-amerikanischen Filmgesellschaft 20th Century Fox in Deutschland das Cinemascope-Verfahren vorgestellt.
Die Air France fliegt zum ersten Mal mit einem Düsenflugzeug, der De Havilland Comet, von Paris über Rom nach Beirut.
29. August In Düsseldorf beginnt die große Deutsche Rundfunk-, Fernseh- und Phonoausstellung. Sie dauert bis zum 6. September. Erstmals stehen dabei Fernsehgeräte im Mittelpunkt des Interesses.
Das Schweizer Fernsehen strahlt erstmals eine Tagesschau aus.
Eine angeblich weinende Madonna-Figur macht die sizilianische Stadt Syrakus zum Wallfahrtsort Zehntausender Katholiken und auf Heilung hoffender Kranker.
01. September In der ARD wird das erste "Wort zum Sonntag" ausgestrahlt.
Als erste Luftverkehrsgesellschaft führt die belgische SABENA zwischen Brüssel und mehreren westeuropäischen Städten einen Linienverkehr mit Hubschraubern ein.
Beim Absturz eines Linienflugzeugs der französischen Fluggesellschaft "Air France" in der Nähe von Nizza kommen alle 33 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder ums Leben.
06. September Eröffnung der "Neuen Darmstädter Sezession" auf der Mathildenhöhe in Darmstadt.
Der Österreichische Rundfunk beginnt den UKW-Betrieb mit eigenem Programm über die Sender Kahlenberg und Klagenfurt.
11. September In der Bundesrepublik Deutschland wird die erste Gedenkmünze im Wert von 5 Deutschen Mark ausgegeben.
12. September Die "Neue Zeitung", das Organ der US-amerikanischen Hohen Kommission in Deutschland, stellt ihre in Frankfurt am Main erscheinende Ausgabe (tägliche Auflage rd. 150.000) ein. Die Berliner Ausgabe der Tageszeitung erscheint weiterhin.
14. September Nach Berechnungen der Bundesregierung sind 500.000 Fernsehteilnehmer erforderlich, um die Kosten für das Fernsehprogramm durch Gebühren decken zu können. Bisher wurden in der Bundesrepublik Deutschland nur rund 3.500 Fernsehgenehmigungen erteilt.
Mit dem zweiten Kinsey-Report "Das sexuelle Verhalten der Frau" löst der Sexualforscher Alfred Charles Kinsey einen Sturm der moralischen Entrüstung aus.
15. September Die Air France fliegt zum ersten Mal mit dem Turbo-Prop-Flugzeug Vickers-Viscount 708 auf der Strecke von Paris nach London.
18. September Wegen amerikanischer Etatkürzungen muss das US-Blatt "Neue Zeit" eingestellt werden. Das Organ der britischen Besatzungsbehörde "Die Welt" geht in den Besitz Axel Springers über.
Die amerikanische Fluggesellschaft Delta Airlines stellt die erste Douglas DC-8-11 zwischen New York und Atlanta in Dienst.
23. September Das neue Bochumer Schauspielhaus wird eröffnet.
Auf ihrer Jahresversammlung in Hamburg protestieren die Deutschen Zeitungsverleger in einer Entschließung gegen die vom Nordwestdeutschen Rundfunk geplante Einführung von Werbesendungen im Fernsehen.
24. September Auf der in Frankfurt am Main beginnenden sechstägigen Buchmesse präsentieren rund 1.000 Verlage ihr aktuelles Sortiment.
26. September Die 4. Deutsche Industrie-Ausstellung wird am Funkturm in Berlin eröffnet.
Nach einem vom Bielefelder EMNID-Institut veröffentlichten Umfrageergebnis fühlen sich 41 % der Bundesbürger im Alltag durch Lärm belästigt. Vor allem der vom Straßenverkehr verursachte Lärm wird als störend empfunden.
27. September Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber erhält auf der Frankfurter Buchmesse den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Die UKW-Sender des Österreichischen Rundfunks in Linz (Freinberg) und Salzburg (Gaisberg) nehmen ihren Betrieb auf.
29. September Im Paderborner Dom wird Franz Hengsbach zum Bischof geweiht.
30. September Mit dem Tiefseetauchgerät "Bathyscaphe" erreichen der schweizerischen Physiker Auguste Piccard und sein Sohn Jacques eine Rekordtiefe von 3.150 m.
"Der Spiegel" meldet, dass die Proteste gegen den Skandalfilm "Die Sünderin" mit Hildegard Knef anhalten. Die Stadt Kelmis (Belgien) griff jetzt zu einer eigenwilligen Methode, um den Film zu verhindern: Kurz vor Beginn der Aufführung schalteten die Elektrizitätswerke den Strom ab.
01. Oktober Erster internationaler 2-Klassen-Flug (First/Economy) durch PanAm.
02. Oktober Das Staatssekretariat für Hochschulwesen der DDR gibt bekannt, dass im September 1953 mehrere neu errichtete Hochschulen und Institute mit Hochschulcharakter den Lehrbetrieb aufgenommen haben.
Um ein Ventil für den anhaltenden Unmut zu schaffen, darf in Ost-Berlin als erstes Kabarett "Die Distel" eröffnen. Jedoch unterliegen die Darbietungen allerlei Einschränkungen, so sind Witze über die oberste Partei- und Staatsführung, die Streitkräfte und die Freundschaft zur Sowjetunion grundsätzlich untersagt.
06. Oktober Der Bildhauer und Graphiker Fritz Cremer erhält den Nationalpreis für Kunst und Literatur der DDR.
13. Oktober In einem Braunkohlenbergwerk bei Halle wird die erste Frauenschicht gefahren.
14. Oktober In den USA stürzt das Experimentalflugzeug Bell X-5 ab, der Pilot kommt dabei ums Leben.
16. Oktober In einem Festakt in Weimar ehren Kultur- und Kunstschaffende aus ganz Deutschland den großen deutschen Maler der Reformationszeit, Lucas Cranach den Älteren, zur 400. Wiederkehr seines Todestages.
21. Oktober Einer Umfrage unter Kaffeehändlern zufolge ist der Kaffeeabsatz seit der im Juli in Kraft getretenen Senkung der Kaffeesteuer in der Bundesrepublik Deutschland um 40 % gestiegen.
23. Oktober Die neu errichteten Fernsehstudios des Nordwestdeutschen Rundfunks in Hamburg-Lokstedt werden in Betrieb genommen. Das Gebäude mit vier Studios ist das erste ausschließlich für Fernsehsendungen vorgesehene Funkhaus in Europa.
In der DDR findet auf der Wartburg bei Eisenach ein großes gesamtdeutsches Sängertreffen statt.
24. Oktober Auf der Edwards Air Force Base absolviert die Convair F-102 "Delta Dagger" ihren Erstflug.
26. Oktober Die Bahnverbindung zwischen Hamburg und Geesthacht in Schleswig-Holstein wird eingestellt. Damit wird erstmals in der Bundesrepublik Deutschland eine defizitäre Eisenbahnstrecke stillgelegt.
30. Oktober Nach Angaben der Gesellschaft für alkoholfreien Verkehr sind in diesem Jahr in der Bundesrepublik Deutschland pro Tag durchschnittlich 40 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben. 1952 lag der Durchschnitt noch bei 21 Toten pro Jahr.
31. Oktober Der Deutsche Journalistenverband und die Deutsche Angestelltengewerkschaft bilden eine Arbeitsgemeinschaft, die für die Verbesserung der sozialen Lage freiberuflicher wie fest angestellter Journalisten eintreten will.
01. November Im Münchner Hotel Leopold treffen sich erstmals die "Anonymen Alkoholiker" in Deutschland.
Die Zahl der angemeldeten Fernsehteilnehmer ist in der Bundesrepublik Deutschland seit Anfang Oktober um mehr als 2.000 auf 6.947 gestiegen.
In Leipzig wird die Deutsche Buch-Export und -Import GmbH gegründet.
03. November Die Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt in Braunschweig nimmt ihre nach dem Krieg eingestellte Arbeit wieder auf, sechs Institute (für Aerodynamik, Flugzeugbau, Flugmechanik, Luftfahrzeugführung, Kolben- und Strahltriebwerke) werden dafür neu gegründet.
05. November Unter dem Titel "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" erscheint im Suhrkamp-Verlag in Frankfurt am Main der erste Teil einer deutschen Übersetzung von Marcel Prousts Romanwerk "A la Recherche du Temps Perdu".
09. November In Kassel wird die erste Fußgängerzone Deutschlands eröffnet.
12. November In Berlin wird der Sender Freies Berlin als öffentlich- rechtliche Rundfunkanstalt gegründet.
In West-Berlin wird einer Ausstellung mit Werken des Künstlers Karl Hofer eröffnet.
13. November In Berlin findet bis zum 19. November eine Franz-Schubert-Festwoche aus Anlass des 125. Todestages des Komponisten statt.
Der Österreichische Rundfunk wird von der Europäischen Rundfunkunion (UER) als Mitglied aufgenommen.
14. November In Frankfurt am Main findet die erste Tagung des 1947 neu gegründeten Deutschen Werkbunds statt, einer Vereinigung von Designern, Architekten und Industriellen, deren Ziel die Verbesserung der Formgestaltung industrieller Produkte ist.
15. November In Deutschland wird auf den Zuckerstreuer ein Patent erteilt.
17. November In Güstrow wird die Ernst Barlach-Gedenkstätte eröffnet.
18. November Nach Angabe des Deutschen Weinbauverbandes wird der Jahrgang 1953 voraussichtlich zu den großen Weinjahrgängen gehören.
19. November In West-Berlin erscheint erstmals die vom Ullstein-Verlag herausgegebene Tageszeitung "BZ". Die Lizenzerteilung durch den Hohen Kommissar der USA, James Bryant Conant, stößt bei Parteien und anderen Verlagen auf heftige Kritik.
20. November In Leipzig/DDR findet mit einer Rede von Johannes R. Becher die dritte Verlegerkonferenz statt.
Albert Scott Crossfield fliegt mit einer Douglas Skyrocket als erster Mensch mit zweifacher Schallgeschwindigkeit.
21. November Das British Museum gibt bekannt, dass der 1912 von Charles Dawson entdeckte Urmensch ("Piltdown Man") ein Betrug ist.
24. November In den USA findet mit dem Testpiloten Peter Girard der erste bemannte Flug des Experimentalflugzeugs Ryan X-13 statt.
26. November Nach Angaben der bundesdeutschen Automobilindustrie werden in der Bundesrepublik Deutschland im laufenden Jahr voraussichtlich 480.000 Autos produziert.
Die japanische Inlandsfluggesellschaft Tōa Kōkū wird gegründet.
01. Dezember Der "Playboy" erscheint erstmals in den USA, auf dem Titelbild ist Marilyn Monroe.
04. Dezember Mit 14,4°C erlebt Berlin den wärmsten 4. Dezember seit 1830.
06. Dezember Die erste Ausgabe der "Mundorgel" erscheint.
08. Dezember Das Volkswagenwerk in Wolfsburg begrüßt seinen 250.000. Besucher.
12. Dezember Chuck Yeager fliegt als zweiter Mensch mit der Bell X-1A mehr als doppelte Schallgeschwindigkeit. Mit gemessenen Mach 2.44 übertrifft er seinen Vorgänger Albert Scott Crossfield.
17. Dezember Deutschlands erster Kokereineubau nach dem Krieg, die Kokerei Hassel, wird im Norden von Gelsenkirchen in Betrieb genommen.
18. Dezember Aus Anlass der 150. Wiederkehr des Todestages des deutschen Humanisten Johann Gottfried Herder finden in Weimar/DDR die Feierlichkeiten zur Herder-Ehrung 1953 ihren Höhepunkt und Abschluss.
19. Dezember Die Volksrepublik Polen übergibt über 100 Gemälde deutscher Künstler des 18. bis 20. Jahrhunderts an das deutsche Volk.
24. Dezember Die Deutsche Bundesbahn gibt bekannt, dass sie im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich einen Verlust von 500 Mio. bis 600 Mio. DM erwirtschaftet hat.
153 Menschen sterben, als bei Tangiwai (Neuseeland) eine Eisenbahnbrücke zusammenbricht und ein voll besetzter Zug in den Fluss Whangaehu stürzt.
In der ČSSR hat das leichte Mehrzweckflugzeug Aero L-60 seinen Erstflug.
28. Dezember In Frankfurt am Main wird eine Interessenvertretung zum Schutz des Fußgängers gegründet.
31. Dezember 20 % der Bundesbürger beabsichtigen, den Jahreswechsel schlafend im Bett zu verbringen, 73 % sind entschlossen bis Mitternacht aufzubleiben. Dies geht aus einer Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach hervor.

1954

  Die beliebtesten weiblichen Vornamen sind Angelika, Monica/Monika und Karin.
  Die beliebtesten männlichen Vornamen sind Michael, Peter und Wolfgang.
  Briefmarken-Jahrgang 1954 der Deutschen Bundespost
  Briefmarken-Jahrgang 1954 der Deutschen Bundespost Berlin
01. Januar Der Norddeutsche Lloyd nimmt mit der "Gripsholm" die Passagierfahrten nach New York wieder auf.
In der Bundesrepublik werden die Rundfunkgebühren für Autoradios von 0,50 DM auf 2 DM pro Monat angehoben.
03. Januar In der Nacht zum Sonntag werden in der Bundesrepublik durchschnittliche Temperaturen von -15°C gemessen. Am kältesten ist es mit -26°C in Oberstdorf.
Die italienische Rundfunkanstalt RAI beginnt mit der Ausstrahlung eines Fernsehprogramms.
04. Januar Die ersten Parkuhren der Bundesrepublik werden in Duisburg aufgestellt.
Der Hessische Rundfunk startet seine erste Werbesendung im Hörfunk.
10. Januar Über Italien explodiert eine DH 106 Comet in der Luft, alle 35 Insassen kommen ums Leben.
11. Januar Eine Lawinenkatastrophe in Vorarlberg kostet über 135 Menschen das Leben, alleine im Ort Blons sterben 58.
Die am 16. April 1953 vom Stapel gelaufene Königliche Yacht Britannia wird als 83. und letzte Königliche Yacht von Großbritannien seit 1660 in Dienst gestellt.
14. Januar Die amerikanische Filmschauspielerin Marilyn Monroe heiratet in 2. Ehe den ehemaligen Baseballspieler Joe Dimaggio.
15. Januar Auf der Unterelbe wird das ehemalige deutsche Vorpostenschiff "Altenbruch" gehoben. Es war kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs auf eine Mine gelaufen und gesunken.
16. Januar In Köln wird das Betriebs- und Verwaltungsgebäude der Westdeutschen Fußball-Toto GmbH eingeweiht. Der Umsatz beim westdeutschen Fußballtoto betrug in den letzten fünf Jahren insgesamt 450 Mio. DM.
Der 37. Brüsseler Automobilsalon wird eröffnet. Er dauert bis zum 27. Januar.
17. Januar Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 124 km/h richten in Norddeutschland schwere Schäden an.
18. Januar Der Automobilclub von Deutschland (AvD) beginnt mit dem Einsatz von "Verkehrshilfswagen", die täglich auf bundesdeutschen Autobahnen kleinere Reparaturen ausführen.
19. Januar Nach Rückerstattung durch die westlichen Alliierten wird in West-Berlin die Kunstbibliothek der ehemals staatlichen Museen Berlins wiedereröffnet.
In Teilen der USA kommt es zu einer Kältewelle. Im Staat New York werden Temperaturen bis zu -35 °C gemessen.
22. Januar Aus Anlass des 225. Geburtstags von Gotthold Ephraim Lessing stiftet das DDR-Ministerium für Kultur den mit zweimal 10.000 Mark dotierten Lessing-Preis für "Bühnendichtungen und Werke der Kunsttheorie oder -kritik deutscher Autoren der DDR".
25. Januar Bei einer zweitägigen Fachtagung fordern deutsche Verkehrsexperten in Essen die Einführung des Zebrastreifens.
27. Januar Die Nordseeinseln Wangerooge und Juist werden aus der Luft versorgt, da der Schiffsverkehr wegen der Vereisung der Nordsee eingestellt werden musste.
28. Januar In Bonn beschließt die erste westdeutsche Verkehrssicherheitskonferenz einen "Feldzug gegen den Verkehrstod". 1953 kamen bei 450.000 Verkehrsunfällen rund 10.000 Menschen ums Leben.
Im Funkhaus am Dornbusch wird vom Hessischen Rundfunk das erste Fernsehstudio offiziell in Betrieb genommen.
29. Januar Der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC) setzt sein erstes Reparaturfahrzeug für die Pannenhilfe ein.
01. Februar Als erstes deutsches Passagierschiff nach dem Zweiten Weltkrieg startet die "Gripsholm" der Reederei "Norddeutscher Lloyd" von Bremerhaven aus zu einer Reise nach New York.
03. Februar Ganz Europa und die Mittelmeerstaaten leiden unter einer Kältewelle, der bisher mindestens 300 Menschen zum Opfer gefallen sind. Sogar in Algerien liegt Schnee. In Schwedisch-Lappland werden Temperaturen bis -35 °C gemessen.
Der Hessische Rundfunk gründet die "Werbung im Rundfunk GmbH" (WIR).
05. Februar Daimler-Benz bringt zwei neue Serien-Sportwagen auf den Markt. Der Mercedes 190 SL und der Mercedes 300 SL sind die ersten Sportwagen des Unternehmens, die nach dem Zweiten Weltkrieg für den allgemeinen Verkauf hergestellt werden.
06. Februar In München wird der traditionelle "Chrysanthemenball" eröffnet, zu dem sich Stars aus Unterhaltung und Politik einfinden.
In Hannover wird die erste umfassende Ausstellung der Werke des Malers Max Liebermann seit 1927 eröffnet.
Auf der bis zum 14. Februar dauernden "International Motor Sports Show" in New York stellt Mercedes-Benz den Mercedes 300 SL vor.
07. Februar In Hannover wird die erste umfassende Ausstellung von Werken des Malers Max Liebermann seit 1927 eröffnet.
Die südmexikanische Provinz Chiapas wird von einem Erdbeben heimgesucht. Dabei werden die Kleinstadt Yajalon und drei weitere Ortschaften fast vollständig zerstört.
11. Februar Bis zum 12. Februar weilt Milo Barus, der stärkste Mann der Welt, in Jena.
12. Februar Bundeskanzler Konrad Adenauer ist Ehrengast beim Bremer Schaffermahl.
15. Februar Die Behring-Werke in Marburg melden den Durchbruch bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Kinderlähmung.
In der Freiburger Universitätsklinik wird zum ersten Mal in der Bundesrepublik ein Patient mit Erfolg an eine künstliche Niere angeschlossen.
16. Februar In West-Berlin wird das erste Schuhgeschäft mit Selbstbedienung eröffnet.
20. Februar In München blockieren rund 1.000 Gewerkschafter Eingänge von mehreren Kaufhäusern, um gegen eine Verlängerung der Öffnungszeiten am Sonnabend zu protestieren.
Auf einem Faschingsfest in Nürnberg bringt ein 19-jähriger Elektriker eine alte Wehrmachtsgranate zur Explosion, drei Menschen kommen dabei ums Leben, 48 Personen werden verletzt.
21. Februar Eine elektrische Lokomotive der französischen Eisenbahn vom Typ CC-7121 stellt bei Dijon mit drei Schnellzugwagen einen Geschwindigkeitsrekord von 243 km/h auf.
22. Februar In Cambridge, im US-Bundesstaat Massachusetts, wird eine neue Anlage zur Bekämpfung von Krebszellen gebaut. Die nach Erkenntnissen der Atomforschung konzipierte Anlage soll in der Universitätsklinik von Chicago installiert werden.
24. Februar Der Verband deutscher Studentenschaften in Bonn wendet sich dagegen, Reifezeugnisse, die nach 1951 in der DDR erworben wurden, als Grundlage für ein Hochschulstudium in der Bundesrepublik anzuerkennen, da sie den Anforderungen für das Abitur in der Bundesrepublik nicht entsprächen.
25. Februar In Würzburg stellt die Kriminalpolizei die Polizeiakte des "Hauptmanns von Köpenick", Wilhelm Voigt, sicher. Der arbeitslose Schuster, der 1906 als Hauptmann im Rathaus von Köpenick auftrat, war Vorbild für die gleichnamige Komödie von Carl Zuckmayer.
03. März In Jena wird das Zeiss-Planetarium am Philosophenweg wieder geöffnet.
In dem britischen Stahlwerk Appleby-Prodingham wird der größte Hochofen Europas angeblasen.
04. März Am Brigham Hospital in Boston wird die erste erfolgreiche Nierentransplantation durchgeführt.
In den USA startet die Lockheed F-104 "Starfighter" zu ihrem Erstflug.
07. März Mit einem 6 km langen Schweigemarsch protestieren in Hannover ca. 50.000 Katholiken gegen die Einführung von "christlichen Gemeinschaftsschulen" in Niedersachsen.
In Österreich beenden die amerikanisch kontrollierten Radiosender RWR-Salzburg und RWR-Linz ihr Programm.
09. März In Düsseldorf wird der 600.000. Einwohner geboren.
11. März Zum ersten Mal kann der Zuckerbedarf der Bundesrepublik fast völlig aus der eigenen Erzeugung gedeckt werden. Bisher musste ein Drittel der Gesamtverbrauchsmenge eingeführt werden.
In Genf wird der 24. Internationale Automobilsalon eröffnet. Die Ausstellung endet am 18. März.
12. März An der Kölner Universitätsklinik wird die erste "Radiumkanone" zur Krebsbehandlung in Betrieb genommen.
14. März Die von der "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit" organisierte "Woche der Brüderlichkeit" beginnt in der Bundesrepublik.
21. März In Cuxhaven eröffnet die Bundespost das 100. Fernschreibamt in der Bundesrepublik.
22. März In Essen gewinnt ein 63-jähriger Rentner beim West-Süd-Toto die Rekordsumme von 738.115 DM.
23. März Im gesamten Bundesgebiet wird die Nummer 13 der Illustrierten "Revue" beschlagnahmt, die eine Reportage über angebliche unsachgemäße Tierversuche an der Zweiten Medizinischen Klinik der Universität München enthält.
Das Präsidium des Deutschen Ärztetages warnt vor der Aufnahme eines Medizinstudiums, weil zu wenig Arbeitsstellen für Ärzte vorhanden seien.
24. März In New York verleiht die US-amerikanische Akademie der Schönen Künste dem Schriftsteller Ernest Hemingway ihren Ehrenpreis 1954. Der Preis wird alljährlich abwechselnd an den besten Maler, Bildhauer, Schriftsteller und Dramatiker verliehen.
01. April In der Bundesrepublik werden die Preise für Kohle erhöht. Der Preis für die Tonne Braunkohlen-Briketts wird von 17,60 DM auf 23,30 DM angehoben.
Die Zeitschrift "stern" schickt ihre Leser mit einer Geschichte über einen Skandal um eine Picasso-Tätowierung in den April.
02. April Der Hansische Goethepreis der Stadt Hamburg wird dem US-amerikanisch-englischen Dichter T. S. Eliot verliehen.
03. April Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet in Köln die Vierte Internationale Photo- und Kinoausstellung "Photokina", die bis zum 11. April dauert.
04. April Der Deutsche Erfinderverband verleiht dem deutschen Raketenforscher Hermann Oberth die Dieselmedaille.
06. April In den USA sind erstmals drei Kinder zur Welt gekommen, die mit konserviertem, tiefgefrorenem Sperma gezeugt wurden.
07. April Auf dem bayerischen Flughafen Fürstenfeldbruck wird eine Flugschule für Piloten der NATO-Länder eröffnet.
08. April Erstmals seit 1917 tritt die Pariser "Comédie Française" eine Gastspielreise durch die Sowjetunion an.
09. April Die britische Regierung entzieht allen Flugzeugen des Typs "Comet" die Betriebszulassung, nachdem bei einem erneuten Absturz einer Maschine dieses Typs 21 Menschen umkommen.
Im Stockholmer Hauptbahnhöfen wird der erste "Heiße-Würstchen-Automat" der Welt aufgestellt.
11. April In der Münchner Frauenkirche wird zum ersten Male seit der Zerstörung von 1945 wieder ein Kind getauft. Es erhält den Namen Petra.
12. April In Salzgitter demonstrieren über 6.000 Bergleute für die Vollbeschäftigung im bundesdeutschen Erzbergbau. Durch den zunehmenden Import billiger Walzstahlerzeugnisse sehen sie ihre Arbeitsplätze gefährdet.
14. April In der Metallindustrie Südwestdeutschlands beginnt ein Lohnkampf, in dem die Gewerkschaften eine Erhöhung der Stundenlöhne – sie liegen bei 1,54 DM – um 8 % fordern.
18. April Papst Pius XII. fordert in seiner Osteransprache an die Christen in aller Welt die Ächtung der Atomwaffen.
23. April Die Stadt Mannheim verleiht der deutschen Tänzerin Mary Wigman den "Schiller-Preis".
Papst Pius XII. ermahnt die bundesdeutschen Bischöfe, die katholische Lehrerbildung "wirksam zu verteidigen und an keiner Stelle den Einbruch in sie gutwillig hinzunehmen".
24. April Rettungsmannschaften bergen im österreichischen Dachstein-Gebirge die Leichen von drei Lehrern und zehn Schülern aus Heilbronn, die dort seit dem 15. April verschollen sind.
25. April Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard eröffnet in Hannover die Deutsche Industriemesse, die bis zum 4. Mai dauert.
Die amerikanischen Bell-Labs präsentieren die erste Solarzelle.
Mit der Direktübertragung des Fußball-Länderspiels Schweiz gegen Deutschland in Basel wird erstmals in der Schweiz ein Länderspiel live im Fernsehen übertragen.
27. April In den USA beginnt die bisher größte Schutzimpfung gegen Kinderlähmung mit einem von dem US-Amerikaner Jonas Edward Salk entwickelten Serum.
In Washington stellen US-amerikanische Wissenschaftler einen Generator vor, der Sonnenstrahlen in elektrischen Strom umwandelt.
Österreichische Studenten verhindern in Wien die Antrittsvorlesung des neu ernannten Professors für Theaterwissenschaft, Heinz Kindermann, der in der Zeit des Nationalsozialismus Artikel im Sinne der NS-Ideologie veröffentlicht hatte.
Der Motorrad-Rennfahrer Gustav Adolf Baum fährt in München sieben Geschwindigkeits-Weltrekorde auf NSU-Maschinen.
28. April Der Verein "Abendländische Kunst des XX. Jahrhunderts", dessen Aufgabe die Vorbereitung einer gleichnamigen Ausstellung anlässlich der Bundesgartenschau 1955 in Kassel ist, wird gegründet.
Auf der nordholländischen Insel Vlieland verbieten die Behörden aus Gründen der Schicklichkeit das Tanzen mit kurzen Hosen bei Strandfesten.
29. April Der Niederländer Adriaan Morrien erhält den Preis der Schriftstellervereinigung Gruppe 47.
30. April Bei einem Erdbeben in der griechischen Provinz Thessalien kommen 24 Menschen ums Leben.
01. Mai Der Bayrische Rundfunk nimmt das Fernsehstudio München-Freimann in Betrieb.
In Brunsbüttelkoog verhindert die Besatzung einer bundesdeutschen Hafenbarkasse die Flucht eines polnischen Matrosen in die Bundesrepublik.
"Lego" wird als Warenzeichen eingetragen.
Pablo Picasso malt das Porträt Sylvette.
02. Mai Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet in München den Deutschen Studententag, an dem etwa 4.000 Studenten aus 16 Ländern teilnehmen.
03. Mai In Hamburg findet bis zum 5. Mai der Kongress für Krebsforschung und -bekämpfung statt.
Der US-Amerikaner Charles Lindbergh erhält für sein autobiographisches Buch "The Spirit of St. Louis" (deutsch: Mein Flug über den Ozean) den Pulitzer-Preis.
Die Gesellschaft britischer Briefmarkensammler zahlt dem französischen Briefmarkenfälscher Jean de Sperati umgerechnet 100.000 DM. Im Gegenzug erklärt sich Sperati bereit, in Zukunft keine Marken mehr zu imitieren.
05. Mai Bei einem Bergwerksunglück im italienischen Grosseto kommen 43 Bergleute ums Leben.
10. Mai Das Moskauer Bolschoi-Ballett erhält überraschend in Paris Auftrittsverbot. Die französische Regierung begründet ihre Maßnahme mit der Angst vor antikommunistischen Demonstrationen nach der französischen Niederlage in Dien Bien Phu.
In Hausen im Wiesental erhält der Schriftsteller Otto Flake, der u. a. den Roman "Ein Mann von Welt" (1947) schrieb, den Johann-Peter-Hebel-Preis 1954.
In Dayton/Ohio stellt die Firma Texas Instruments den ersten Silizium-Transistor vor.
12. Mai In Düsseldorf verabschiedet der nordrhein-westfälische Landtag ein Gesetz zur Schaffung eines eigenständigen Rundfunksenders für Westdeutschland.
Die griechische Halbinsel Peloponnes wird von schweren Erdbeben heimgesucht. Besonders betroffen sind davon die Städte Patras, Pirgos und Tripolis.
14. Mai Bernhard Grzimek bringt für den von ihm geleiteten Frankfurter Zoo ein Okapi von einer Afrika-Expedition mit; das giraffenähnliche Tier gilt als zoologische Rarität.
Zur Förderung des Touristenverkehrs senkt die belgische Regierung die Benzinpreise für Ausländer, die sich länger als drei Tage in Belgien aufhalten.
Rollout der ersten 4-strahligen Boeing 707 in Seattle.
15. Mai In Düsseldorf eröffnet Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard die "Internationale Messe für Druck und Papier" (DRUPA). Die Messe geht am 30. Mai zu Ende.
17. Mai In Cuxhaven wird das neue Steubenhöft mit der Abfertigung der „Italia“ nach New York eingeweiht.
18. Mai Bei einer Versteigerung in Stuttgart kauft die Stadt Frankfurt am Main das Originalmanuskript von Heinrich Hoffmanns "Struwwelpeter" für 41.000 DM.
21. Mai Als Gedenkstätte für die Opfer der beiden Weltkriege wird in Köln das Mahnmal der "Trauernden Eltern" nach Entwürfen von Käthe Kollwitz aufgestellt.
Die Bundesbahn beschließt die Vereinheitlichung der Zuschlagstarife für Schnellzüge. Für alle Klassen und Entfernungen wird in Zukunft ein Aufschlag von 2 DM erhoben.
22. Mai Papst Pius XII. ernennt Kardinal Celso Constantini zum "Großkanzler der heiligen römischen Kirche". Das Amt war seit 1942 unbesetzt. Der Großkanzler fertigt Erlasse und Bullen des Papstes an.
In London besuchen 120.000 Menschen die Kundgebung des US-amerikanischen Evangelisten und Predigers Billy Graham im Wembley-Stadion.
25. Mai Der Aufsichtsrat der "Luftverkehrsbedarfs AG/Luftag" beschließt die Umbenennung des Unternehmens in "Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft".
Die US-amerikanische Einstufen-Rakete "Wiking" erreicht auf dem Versuchsgelände von White Sands (Neu Mexiko) mit einer Höhe von 254 km einen neuen Rekord. Der alte Rekord lag bei 218 km.
In Vietnam wird der US-amerikanische Fotoreporter Robert Capa durch eine Mine getötet.
26. Mai Bei einem Großbrand auf dem US-amerikanischen Flugzeugträger "Bennington" vor der Küste von Rhode Island (USA) kommen über 100 Besatzungsmitglieder ums Leben, 200 werden verletzt.
27. Mai In Aachen wird der Karlspreis an den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, verliehen.
28. Mai In der Nähe der Cheopspyramide bei Gise (Ägypten) wird ein über 4.000 Jahre altes "Sonnenboot" von König Cheops gefunden, der um 2530 v. Chr. lebte.
31. Mai In Rom warnt Papst Pius XII. 39 Kardinäle und 350 Erzbischöfe, die anlässlich der Heiligsprechung von Papst Pius X. nach Rom gekommen sind, die Bewegung der sog. Laientheologie zu tolerieren. Die rechtmäßigen Nachfolger der heiligen Apostel seien der Papst und die Bischöfe. Andere – "weltliche" – Christen hätten nach göttlichem Recht keine Befugnis als Kirchenlehrer.
01. Juni Der Sender Freies Berlin (SFB) nimmt seinen Betrieb auf. Die neue Rundfunkanstalt war am 12. November 1953 vom Berliner Abgeordnetenhaus per Gesetz gegründet worden.
In der DDR wird die Deutsche Lufthansa gegründet. Sie wird 1958 in "Interflug" umbenannt.
03. Juni Eine Frachtmaschine der belgischen Fluggesellschaft Sabena wird über Jugoslawien von MIG-Düsenjägern unbekannter Nationalität beschossen. Ein Besatzungsmitglied kommt ums Leben.
04. Juni Im Haus der Kunst in München wird die Große Kunstausstellung 1954 eröffnet. Bis zum 3. Oktober werden fast 1.000 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Plastik und Grafik gezeigt.
Der ägyptische Archäologe Zakaria Goneim entdeckt südlich von Kairo die unberührte Grabkammer eines Pharaonen. Ihr Alter wird auf 4.700 Jahre geschätzt.
05. Juni Bei der Hamburger Howaldts-Werft läuft der größte Tanker der Welt, die "König Saud I.", vom Stapel.
06. Juni Die Pan American Airways (PAA) beginnt mit Direktflügen von New York nach Berlin-Tempelhof.
10. Juni Baubeginn für den Stuttgarter Fernsehturm. Südfunk-Intendant Dr. Fritz Eberhard führt den ersten Spatenstich aus.
In Simbach am Inn wird ein neues Wasserkraftwerk eingeweiht. Die als Gemeinschaftsprojekt von Österreich und Bayern gebaute Staustufe hat 120 Mio. DM gekostet und wird jährlich eine halbe Mrd. Kilowattstunden Strom liefern.
Die Sterblichkeit bei Lungenentzündung ist in Deutschland seit 1934 um fast 25 % gesunken. Dies belegen Statistiken, die auf dem dritten Kongress für ärztliche Fortbildung in West-Berlin vorgelegt werden.
Über die mexikanische Provinz Sonora wird der Ausnahmezustand verhängt. Anlass ist der Versuch von etwa 2.000 Demonstranten, acht Untersuchungshäftlinge aus dem Gefängnis von Cananea zu befreien. Die inhaftierten landlosen Bauern hatten das Gelände einer US-amerikanischen Firma besetzt.
13. Juni Vor 250.000 Zuschauern verkündet Papst Pius XII. in Rom fünf Heiligsprechungen. In der fast 2.000-jährigen Geschichte der Römisch-Katholischen Kirche ist dies das erste Mal, dass fünf Selige an einem Tag heilig gesprochen werden.
15. Juni Die britische Schauspielerin Simone Silva muss die USA innerhalb von 60 Tagen verlassen, weil sie sich bei den Filmfestspielen von Cannes mit nacktem Busen fotografieren ließ.
19. Juni In West-Berlin werden das Auditorium Maximum und die Bibliothek der Freien Universität eingeweiht. Der neue Universitätstrakt im Villenvorort Dahlem wurde mit Spenden aus der US-amerikanischen Henry-Ford-Stiftung errichtet.
20. Juni In Baden-Baden wird die 19-jährige Bremerin Regina Ernst zur Miss Germany 1954 gewählt.
Die bis zum 27. Juni dauernde Kieler Woche beginnt.
24. Juni Im Düsseldorfer Rheinstadion beginnt der US-amerikanische Prediger Billy Graham seinen "Feldzug für die Erweckung zum Glauben" durch die Bundesrepublik.
26. Juni Eine viermotorige britische Verkehrsmaschine vom Typ York stürzt im Luftkorridor zwischen Hamburg und Berlin bei Kyritz in der DDR ab und brennt völlig aus. Drei Besatzungsmitglieder kommen bei dem Unglück ums Leben.
27. Juni Joseph Kardinal Wendel weiht den Hochaltar der Münchner Pfarrkirche Sankt Peter.
28. Juni Nach Angaben der italienischen Botschaft in Neu-Delhi hat nur ein Mitglied der vierköpfigen italienischen Expedition, die den 7.132 m hohen Himalaja-Berg Api besteigen wollte, überlebt. Die anderen drei Expeditionsteilnehmer erfroren bei dem Versuch, bis zum Berggipfel vorzudringen.
30. Juni Über Nordamerika und Teilen Europas wird eine Sonnenfinsternis beobachtet.
01. Juli Die Deutsche Bundespost erhöht die Gebühren.
In Düsseldorf findet der 3. Deutsche Brauertag der 2.671 Bierbrauer in der Bundesrepublik statt.
Das US-amerikanisch-mexikanische Grenzgebiet am Mittellauf des Rio Grande wird von einer Überschwemmungskatastrophe heimgesucht. 55 Menschen kommen ums Leben, 15.000 werden obdachlos.
05. Juli Der neue Bomber B-52A des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Boeing macht seinen Jungfernflug.
07. Juli In Leipzig findet bis zum 11. Juli der 6. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Rund 500.000 Protestanten aus der DDR treffen dort mit 100.000 Protestanten aus der Bundesrepublik zusammen.
08. Juli Hochwasserkatastrophe in Passau (Fotos). Die Donau erreicht den historischen Pegelstand von 12,20 Meter.
In Bhakra-Nagal (Nordindien) wird ein neuer Staudamm eingeweiht. Das darin gespeicherte Wasser soll für die Bewässerung von rund 1 Mio. ha Land eingesetzt werden.
09. Juli Als erste Werke setzt die neu gegründete Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften zwei Tarzan-Comics auf den Index.
Bayern erlebt nach einem 50stündigen Dauerregen die schwerste Hochwasserkatastrophe seit 1899. Auch Österreich und Sachsen sind vom Hochwasser betroffen.
10. Juli Zum bis zum 11. Juli dauernden “Sommertreffen der VW Hunderttausender” in Stuttgart am Killesberg kommen knapp 4.500 Teilnehmer aus aller Herren Länder.
15. Juli Auf dem Militärflugplatz von Cranfield (Großbritannien) stürzt eine Maschine vom Typ "Handley Page" ab. Die vier Mann Besatzung kommen ums Leben. Die vierstrahlige Düsenmaschine gilt als modernster Bomber der britischen Luftwaffe.
Die Boeing 367-80 startet zu ihrem Erstflug.
17. Juli Durch einen Spatenstich des österreichischen Bundeskanzlers Julius Raab werden die Bauarbeiten an der Autobahn Wien–Salzburg wieder aufgenommen. Der Bau der Strecke war während des Zweiten Weltkrieges eingestellt worden.
18. Juli In Manchester (Großbritannien) rast ein Bus, dessen Bremsen versagen, in ein Schuhgeschäft. Zwei Menschen werden dabei getötet, 20 schwer verletzt.
23. Juli In Long Beach (Kalifornien) wird die US-amerikanische Studentin Miriam Stevenson zur "Miss Universum" gewählt. "Miss Germany" Regina Ernst erreicht den vierten Platz.
In Malmö (Schweden) zerreißt Felix Graf von Luckner vor Zuschauern das 1280 Seiten umfassende Malmöer Telefonbuch. "Seeteufel" Luckner, der während des Ersten Weltkrieges mit seinem Hilfskreuzer "Seeadler" die britische Blockade durchbrach, ist 73 Jahre alt.
24. Juli Beim Zusammenstoß eines Autobusses mit einem Personenzug in der Nähe von Worms werden 26 Businsassen getötet.
25. Juli In Großbritannien beschweren sich Passagiere öffentlich über die schlechten hygienischen Zustände auf dem Auswandererschiff "Fairesa". In zwei Schlafsälen für 220 Passagiere gebe es nur 10 Waschbecken, fünf Salzwasserduschen und 12 Toiletten. Das unter panamesischer Flagge fahrende Schiff befindet sich auf dem Weg von Southampton nach Cuxhaven, um dort 2.000 deutsche Auswanderer für Australien an Bord zu nehmen.
26. Juli Wissenschaftler der US-Universität Pennsylvania entdecken rund 140 km nördlich des Polarkreises, auf der Melville-Halbinsel (Nordwestkanada), zahlreiche Überreste einer etwa 1.000 Jahre alten Siedlung.
29. Juli Bei Leer wird der Leda-Staudamm eingeweiht. Mit der Regulierung des Nebenflusses der Ems sollen 25.000 ha Grünland vor der bisher üblichen jährlichen Überschwemmung bewahrt werden.
Der erste Band von Tolkiens "Der Herr der Ringe" erscheint in England.
31. Juli Den Italienern Achille Compagnoni, Lino Lacedelli und Ardito Desio gelingt  als Teil einer großen italienischen Expedition die Erstbesteigung des 8.611 m hohen Lambha Pahar (K2).
02. August In Moskau wird eine neue Fluglinie zwischen Paris und Moskau eröffnet.
Erstmals seit 1945 werden in Neumünster Häuser mit Luftschutzkellern gebaut, die bei Atombombenangriffen "vollkommenen Schutz" bieten sollen.
03. August Der erste britische Senkrechtstarter (VTOL) absolviert seinen Jungfernflug.
In Hamburg beginnt ein Lohnstreik der städtischen Verkehrsbetriebe, der Gas- und Wasserwerke.
Eine italienische Himalaja-Expedition bezwingt mit dem 8.611 m hohen K 2 den zweithöchsten Berg der Welt.
04. August In Hamburg wird die "Deutsche Lufttransport GmbH" (DLT) gegründet.
In San Francisco stellt der Chirurg John Lundy ein neuartiges Betäubungsmittel für chirurgische Eingriffe vor. Das "Dolitrone" genannte Mittel soll die schmerzfreie Behandlung des gesamten Körpers ermöglichen, ohne dass der Patient das Bewusstsein verliert.
05. August In Bremerhaven kommt es zu Schlägereien zwischen Werftarbeitern und Polizeikräften. Die Arbeiter wehren sich gegen den geplanten Abriss der Wohnsiedlung "Am Blink".
Großbritannien entwickelt mit dem Düsenjäger P1, der eine Spitzengeschwindigkeit von 1.500 km erreicht, das derzeit schnellste Kampfflugzeug der Welt.
Ab sofort dürfen DDR-Bürger nur noch 12 Pakete jährlich in den Westen senden und genau soviel erhalten.
06. August Die Deutsche Lufthansa AG wird offiziell gegründet.
Eröffnung einer großen Gerhard-Marcks-Ausstellung in London, der ersten repräsentativen Ausstellung deutscher Kunst im Ausland nach 1945.
Zum zweiten Mal innerhalb von knapp drei Wochen stürzt ein US-amerikanischer Düsenbomber vom Typ B 47 in Großbritannien ab.
09. August In Bayern treten rund 200.000 Metallarbeiter in den Lohnstreik.
Beim Absturz eines kolumbianischen Passagierflugzeugs kommen auf der Insel Terceira (Azoren) 30 Menschen ums Leben.
Das Höchstgewicht für Pakete von der Bundesrepublik in die DDR und nach Ost-Berlin wird von 7 auf 20 kg erhöht.
14. August In New York erwirbt ein US-amerikanischer Privatsammler bei einem Antiquitätenhändler ein bisher unbekanntes Bild von Leonardo da Vinci für 450 Dollar (1.890 DM). Der tatsächliche Wert des Bildes wird von verschiedenen US-amerikanischen Fachleuten auf umgerechnet 4,3 Mio. DM geschätzt.
In Ostpakistan wird durch eine Flutkatastrophe ein Gebiet von 144.000 km² überschwemmt.
Im italienischen Cervinia wird die derzeit größte Drahtseilbahn der Welt eröffnet. Sie überwindet einen Höhenunterschied von 2.602 m.
15. August In Evanston (USA) beginnt die 2. Konferenz des Weltkirchenrates. Auf der Konferenz, die am 31. August zu Ende geht, ächten die Teilnehmer Atomwaffen und erklären Christentum und Kommunismus für unvereinbar.
In Laos stürzt ein britisches Transportflugzeug, das vietnamesische Flüchtlinge nach Südvietnam bringen sollte, in einen Fluss. Bei dem Unglück kommen 51 Menschen ums Leben.
17. August In Belfast (Nordirland) tauft die britische Königin Elisabeth II. unter dem Schutz starker Polizeikräfte das modernste britische Passagierschiff auf den Namen "Southern Cross".
18. August Mit der Geburt des einhunderttausendsten Einwohners wird Offenbach am Main zur jüngsten Großstadt Hessens.
Im Rahmen des Lohnstreikes der bayerischen Metallarbeiter kommt es vor dem Münchner Zweigwerk der Firma Siemens & Halske zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rund 1.000 Streikenden und 200 Polizisten. Die Streikenden versuchen, arbeitswillige Kollegen am Betreten des Werksgeländes zu hindern.
19. August In seinem Jahresbericht errechnet das Münchener Studentenwerk ein monatliches Existenzminimum für Studenten in München von 169 DM.
In den USA erscheint die erste Ausgabe des wöchentlichen Sportmagazins Sports Illustrated.
21. August In Hannover beginnt das zweitägige Bundessängerfest, an dem 60.000 Sänger aus zehn Nationen teilnehmen.
23. August Beim Absturz einer niederländischen Verkehrsmaschine über der Nordsee sterben 21 Menschen.
Die Lockheed C-130 Hercules absolviert ihren Erstflug.
25. August Der Bischof von Berlin-Brandenburg, Otto Dibelius, wird als erster Deutscher in das Präsidium des Weltkirchenrates gewählt.
Der österreichische Schriftsteller Fritz Weber erhebt in Wien Klage gegen den Filmregisseur, Schauspieler und Bergsteiger Luis Trenker zur Feststellung der Urheberschaft der vier Romane "Hauptmann Ladurner", "Bocca Alta", "Der Feuerteufel" und "Sterne über den Gipfeln".
In West-Berlin wird ein automatischer Briefkasten aufgestellt, der Briefe und Drucksachen frankiert und abstempelt.
28. August In Frankfurt/Main wird das Goethe-Museum wiedereröffnet.
In Nordrhein-Westfalen wird in letzter Minute der drohende Streik von 900.000 Angestellten und Arbeitern der Metallindustrie verhindert. Die Tarifpartner einigen sich auf eine Erhöhung der Ecklöhne um 10 Pf auf 1,54 DM.
Anlässlich des 205. Geburtstages des deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe wird in der Moskauer Staatsbibliothek für ausländische Literatur eine große Goethe-Ausstellung eröffnet. Sie umfasst Faksimiles von Manuskripten, Werkausgaben, Bilder und Würdigungen Goethes in Zeitschriften und Büchern.
Bei zwei Flugzeugabstürzen des US-amerikanischen Bombertyps B-36 in den US-Bundesstaaten Süd-Dakota und Texas kommen 25 Menschen ums Leben.
31. August In Bayern geht der bisher größte Lohnstreik von Arbeitern der Metallindustrie seit 1945 nach 23tägiger Dauer zu Ende.
Unter dem Motto "Ihr sollt mir Zeugen sein" wird in Fulda der 76. Deutsche Katholikentag, der bis zum 5. September dauert, eröffnet.
01. September Vertreter der Bundesbahn, der kommunalen Verkehrsbetriebe und privater Busunternehmen einigen sich in Bonn auf eine Erhöhung der Bustarife um 25 %. Fahrgäste müssen künftig pro Kilometer 7,5 Pfennige zahlen.
03. September In der DDR gibt es umfangreiche Preissenkung für Lebensmittel und Gebrauchswaren. Auch die Postgebühren werden gesenkt, Briefe kosten jetzt 20 Pfennig, Postkarten 10 Pfennig.
05. September In Offenbach (bis zum 11. September) Köln und Leipzig (beide bis zum 14. September) werden die traditionellen Herbstmessen eröffnet.
08. September In Düsseldorf streiken 423 Schüler einer Volksschule gegen die Errichtung einer katholischen Konfessionsschule im gleichen Gebäude.
09. September In Orleansville, Algerien fordert ein Erdbeben der Stärke 6,8 ca. 1.250 Menschenleben.
10. September Die Handschrift des "Hildebrandsliedes", eines der bedeutendsten Dokumente deutscher Literaturgeschichte aus dem 9. Jahrhundert, wird der Bundesrepublik von den USA in Washington zurückgegeben, nachdem sie während des Zweiten Weltkriegs aus der Landesbibliothek Kassel verschwunden war.
Aus Angst vor einem Ermittlungsverfahren wegen verbotener Schwangerschaftsabbrüche begeht ein Arzt zusammen mit seiner vierköpfigen Familie in Gelnhausen bei Hanau Selbstmord.
17. September In West-Berlin wird die neue Amerika-Gedenkbibliothek eröffnet. Die Freihandbibliothek mit 110.000 Büchern wurde mit Hilfe einer US-Spende in Höhe von 5,4 Mio. DM errichtet.
Durch die Fertigstellung des Frachtschiffs "Gutenfels" erreicht die bundesdeutsche Handelsflotte mit über 2 Mio. Bruttoregistertonnen die Hälfte der deutschen Vorkriegskapazität.
18. September In München wird das 121. Oktoberfest eröffnet.
Bernhard Grzimeks Tierreport "Kein Platz für wilde Tiere" wird erstmals als Serie in der Illustrierten "Revue" vorabgedruckt.
23. September Das Bundesarbeitsministerium gibt bekannt, dass in der Bundesrepublik 600.000 Lehrlinge in der gewerblichen Wirtschaft ausgebildet werden. Das sind 60.000 mehr als im Frühjahr 1953.
In Frankfurt am Main wird die sechste Internationale Buchmesse eröffnet. 1.014 Verlage sind auf der Messe vertreten, die am 28. September endet.
Der schweizerische Historiker und Schriftsteller Carl Jacob Burckhardt erhält den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.
25. September Auf dem Messegelände am Funkturm in Berlin wird von Vizekanzler Franz Blücher (FDP) die 5. Deutsche Industrie-Ausstellung eröffnet. 1.000 Firmen aus 26 Ländern stellen ihre Produkte aus.
26. September In Hannover wird das Niedersachsenstadion eingeweiht, das mit einem Fassungsvermögen von 80.000 Zuschauern das größte Stadion in der Bundesrepublik ist.
In einem Wirbelsturm vor Hokkaido sinkt das japanische Fährschiff "Doya Maru". 1.172 Menschen ertrinken.
30. September Mit einem Konzert des Radio-Sinfonie-Orchesters unter der Leitung von Karl Böhm wird der Große Sendesaal des Hessischen Rundfunks eingeweiht.
Die USS Nautilus, das erste nukleargetriebene U-Boot der Welt, wird in Dienst gestellt.
03. Oktober Die Deutsche Welle beginnt in Köln mit der Ausstrahlung fremdsprachiger Nachrichtensendungen.
In Dortmund kommt es auf der Zeche Hansa zu einem Grubenunglück, bei dem neun Bergleute getötet werden.
05. Oktober Die satirische Zeitschrift Simplicissimus erscheint erstmals nach 1944 wieder.
In Österreich entscheidet der Verfassungsgerichtshof, dass das Rundfunkwesen unter die Zuständigkeit des Bundes fällt.
06. Oktober In Bremen wird die während des Zweiten Weltkriegs fast völlig zerstörte Böttcherstraße wieder eröffnet.
Heinrich Mauersberger, der Erfinder der Malimo-Technologie, erhält den Nationalpreis der DDR.
07. Oktober In Bremerhaven läuft das größte Handelsschiff der Bundesrepublik, die "Esso Düsseldorf", vom Stapel.
Mit seiner Enzyklika "Ad sinarum gentem" nimmt Papst Pius XII. Stellung zur Kirche in China.
09. Oktober Per Ausnahmegenehmigung wird vom US-Hauptquartier das Segelfluggelände Wasserkuppe in der Rhön wieder freigegeben.
Der 100.000. VW-Transporter läuft vom Band, pro Tag werden 80 Fahrzeuge produziert.
11. Oktober Der auf der Neptun-Werft als Reparationsleistung gebaute 3.000-Tonner "Rostock" bleibt in DDR-Besitz, nachdem die Sowjetunion auf weitere Reparationen verzichtet hat.
16. Oktober In Düsseldorf findet bis zum 31. Oktober die Internationale Ausstellung "Jagd und Sportfischerei" statt.
18. Oktober In den USA wird das erste kommerzielle Transistorradio, das Regency TR-1 vorgestellt.
19. Oktober Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald teilt mit, dass die durch Kriegszerstörungen entstandenen Kahlschläge inzwischen fast völlig aufgeforstet worden seien.
Herbert Tichy, Sepp Jöchler und Pasang Dawa Lama gelingt die Erstbesteigung des 8201 m hohen Cho Oyu.
20. Oktober In Großbritannien erscheint mit "Return of the King" der dritte Teil von Tolkiens "The Lord of the Rings".
21. Oktober Chefredakteure von DDR-Zeitungen beschweren sich in Berlin bei der Abteilung Presselenkung des SED-Zentralkomitees über die satirische DDR-Zeitschrift "Eulenspiegel". Sie überschütte andere Presseorgane mit "unerträglichen Stänkereien und Bevormundungen".
22. Oktober Der Intendant des Düsseldorfer Schauspiels Gustaf Gründgens löst sein Engagement, um die Leitung des Schauspielhauses im Hamburg zu übernehmen.
24. Oktober Der Kölner Verlag "Kiepenheuer & Witsch" tritt Darstellungen der dänischen Zeitung "Information" entgegen, der neue Roman von Erich Maria Remarque, "Zeit zu leben – Zeit zu sterben", sei für fremdsprachige Lizenzfassungen zensiert worden.
28. Oktober Der Schriftsteller Alfred Döblin erhält von der Akademie der Wissenschaften in Mainz den mit 10.000 DM dotierten Literaturpreis 1954 zugesprochen. Der schwer kranke Döblin schrieb u. a. den Roman "Berlin Alexanderplatz".
31. Oktober In Kassel wird das Deutsche Musikgeschichtliche Archiv eröffnet.
01. November Die ARD beginnt offiziell mit ihrem Gemeinschaftsprogramm, beteiligt sind Bayrischer Rundfunk, Hessischer Rundfunk, Nordwestdeutscher Rundfunk, Süddeutscher Rundfunk, Südwestfunk und Sender Freies Berlin.
In Potsdam-Babelsberg wird die Deutsche Hochschule für Film gegründet.
06. November Der Bayrische Rundfunk strahlt die ersten eigenen Programmbeiträge über den Sender Wendelstein. Die erste Fernsehansagerin ist Annette von Aretin.
08. November Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) beschließt, für die Ergreifung von Autodieben Prämien auszusetzen.
10. November In Nordrhein-Westfalen steigen die Brotpreise um durchschnittlich 2 Pf an. Ein 750 g schweres Brot kostet jetzt in Dortmund 1,10 DM.
Die alliierten Hochkommissare erlauben der bundesdeutschen Lufthansa den Ankauf von vier US-amerikanischen Flugzeugen des Typs "Convair 340".
11. November In Großbritannien erscheint mit „The Two Towers“ der zweite Teil von Tolkiens „The Lord of the Rings“.
12. November In Frankreich wird die Fluggesellschaft "Air Inter" gegründet.
14. November In Königstein werden verloren geglaubte Fresken des expressionistischen Malers Ernst Ludwig Kirchner wiederentdeckt.
15. November Erster Linienflug über die Polarroute durch die skandinavische Fluggesellschaft SAS. Der Flug geht von Kopenhagen nach Los Angeles.
22. November In West-Berlin wird die Kuppel des Reichstags zum Einsturz gebracht. Die 300 t schwere Dachkonstruktion war baufällig.
25. November Auf der Strecke Baden-Baden – Karlsruhe werden zehn Streckenarbeiter der Deutschen Bundesbahn von einem Personenzug erfasst und getötet.
29. November Die ersten beiden Convair in den Lufthansa-Farben blau-gelb landen in Hamburg-Fuhlsbüttel.
30. November Der Stadtsender von Billerbeck bei Münster muss aufgrund einer Entscheidung der Oberpostdirektion Münster den Sendebetrieb einstellen. Der Sender war 1945 wegen des schlechten Hörfunkempfangs von einem Rundfunkhändler errichtet worden und strahlte seitdem das NWDR-Programm sowie gelegentlich eigene Beiträge aus.
01. Dezember Kraft Foods eröffnet in Fallingbostel ein Werk zur Produktion von Ketchup.
02. Dezember Auf der Rückfahrt vom Fußball-Länderspiel England gegen Deutschland entgleist ein Sonderzug mit bundesdeutschen Fußballfans bei Löwen (Belgien). 20 Personen werden getötet, 80 verletzt.
04. Dezember Das Essener Ruhrlandmuseum wird wiedereröffnet.
In Miami (Florida) eröffnet das erste Schnellrestaurant der Fastfood-Kette Burger King.
07. Dezember In Leuna wird in einer Versuchsanlage Polyäthylen, ein Kunststoff auf Erdölbasis, gewonnen.
09. Dezember Die mit einer Länge von 567 Metern größte Hängebrücke Europas, die Autobahnbrücke über den Rhein bei Köln-Rodenkirchen, wird für den Verkehr freigegeben.
Bundesdeutsche Filmproduzenten und Vertreter der staatlichen DDR-Filmgesellschaft DEFA einigen sich in West-Berlin auf mehrere gemeinsame Co-Produktionen im Jahr 1955.
11. Dezember Der amerikanische Flugzeugträger USS Forrestal läuft vom Stapel.
18. Dezember Ein schweres Eisenbahnunglück am Dortmunder Hauptbahnhof fordert 15 Menschenleben, 34 Schwer- und 32 Leichtverletzte.
Wolfgang Koeppens neuer Roman "Tod in Rom" erscheint. Der Autor kritisiert darin die noch weit verbreitete nationalsozialistische Ideologie im Nachkriegs-Deutschland.
Der Intendant der Städtischen Bühnen Erfurt (DDR), Willi Semmelrogge, bittet in West-Berlin um Asyl. Eine Parteikontrollkommission der SED hatte ihm "parteifeindliche Einstellung" vorgeworfen.
19. Dezember In München geht die Ausstellung des norwegischen Malers und Graphikers Edvard Munch zu Ende, dem der europäische Expressionismus wichtige Impulse verdankt. Die Ausstellung hatte am 12. November begonnen.
20. Dezember Die geschätzten 15 Mio. Tannenbäume, die Weihnachten 1954 in der Bundesrepublik benötigt werden, kommen aus den bayerischen Staatsforsten, Schleswig-Holstein und dem Eifelgebiet. Vor dem Zweiten Weltkrieg waren der Harz, der Thüringer Wald und Österreich die Hauptlieferanten.
22. Dezember In West-Berlin übernimmt Herbert von Karajan als Nachfolger von Wilhelm Furtwängler die Leitung der Berliner Philharmoniker.
23. Dezember Am Peter Bent Brigham Hospital in Boston führt der Arzt Joseph Edward Murray in einer fünfeinhalbstündigen Operation die erste erfolgreiche Nierentransplantation durch.
27. Dezember Starke Niederschläge und Tauwetter führen in Nordwestdeutschland zu Überschwemmungen. Auf den Flüssen Weser und Neckar muss die Schifffahrt eingestellt werden.

 

1950 1951 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959


Witze der 50er Jahre

Sie haben auch einen? Dann nichts wie her damit:

Immer mehr Haushalte bekommen Telefon. Klein Sybille schiebt einen Stuhl an die Anrichte, klettert drauf, greift zum Hörer, wählt. "Ist da der Gemüsemann?" "Ja." "Meine Mutter kommt gleich. Sagen Sie ihr, Sie haben keinen Spinat mehr..."
Wie man weiß, tat sich der frühere Bundespräsident Lübke mit Ansprachen etwas schwer. Und so bekam er manchmal von seiner Frau Wilhelmine Stichwörter zugeflüstert. Auf einer dieser Reden sprach er über Einladungen. Und so meinte er: "Wir freuen uns immer, dass wir eingeladen werden zu verschiedenen Festen und ......" dann wusste er nicht mehr weiter. Wilhelmine leise von der Seite "Bällen, Heinrich, Bällen!" Daraufhin Lübke erleichtert: "Wau, Wau!"
"Ich habe eine vertrauliche Information für Sie", wendet sich ein Herr aus gut informierten Kreisen an einen Reporter aus Frankreich: "Erich Ollenhauer wird nach seiner Rückkehr aus den USA vor dem Bundestag eine sensationelle Erklärung abgeben." "Vor dem Bundestag?" fragt der Korrespondent nach. "Soll das heißen, dass man ihn nicht mehr hineinlässt?"
Zwei Freundinnen unterhalten sich: "Du, stell dir vor, mein Mann hat mir von seiner Reise einen Chinchilla mitgebracht!" - "Ach, mach dir doch deswegen keine Sorgen! Mit Penicillin kriegst du das in ein paar Tagen wieder weg."
Im Jahre 1954 stirbt der Präsident des Bundestages, Dr. Hermann Ehlers. Nach einem Staatsakt in Bonn wird er in seiner Heimatgemeinde Sülze im niedersächsischen Landkreis Celle beerdigt. Die Deutsche Presse-Agentur bringt die Nachricht unter dem Titel: "Ehlers in Sülze beigesetzt". Adenauer entsetzt: "Mein Gott, wie pietätlos."
Karl Böhm, Furtwängler und Karajan streiten sich, wer der beste Dirigent für Mozart ist.
Sagt Furtwängler: "Schau'n sie sich die Kritiken an, alles sagt, ich sei der beste Mozart-Dirigent."
Böhm fährt ihn an: "Das kann nicht sein! Mir ist im Traum der liebe Gott persönlich erschienen und hat gesagt: "Du bist der beste Dirigent für Mozart."
Springt Karajan auf und faucht: "Was?! Das soll ich gesagt haben?!
Ein Student sitzt vor dem Bundeshaus in Bonn und isst Gras. Nach einer Weile kommt Heinrich Lübke und fragt: "Kein Geld?" Der Student nickt. Lübke gibt ihm 20 Mark, damit er sich richtig satt essen kann. Etwas später kommt Kiesinger. Er spendiert eine Mark für eine Currywurst. Wieder etwas später kommt Adenauer, sieht den immer noch Gras essenden Studenten, greift in die Tasche und gibt ihm 40 Pfennig. "Hier", sagt Adenauer, "fahren Sie mit der Fähre nach Rhöndorf. Da ist das Gras höher und saftiger."

Sie haben auf der Seite einen Fehler entdeckt? Dann informieren Sie mich bitte: