Wahlplakate
der Jahre 1953 und 1957
| 1950 | 1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955 | 1956 | 1957 | 1958 | 1959 |
| 01. Januar |
Das Saarland wird
elftes
Bundesland der Bundesrepublik.
Hubert Ney wird erster Ministerpräsident. Bundespräsident der Schweiz wird Hans Streuli. In der DDR tritt eine neue Straßenverkehrsordnung in Kraft. In Deutschland werden die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung von 3 auf 2 % gesenkt. |
| 02. Januar | In 12 Großbetrieben der DDR wird die 45-Stunden-Woche eingeführt. |
| 04. Januar | In Wien stirbt der österreichische Politiker und Bundespräsident Theodor Körner. |
| 05. Januar |
Die ersten drei Divisionen der Bundeswehr werden unter das Kommando der NATO
gestellt. US-Präsident Dwight D. Eisenhower verkündet die "Eisenhower-Doktrin", eine Schutzgarantie der USA für Nahost-Staaten. In Prag stirbt der tschechoslowakische Schachmeister Oldřich Duras. |
| 09. Januar | Infolge der Sueskrise tritt der britische Premierminister Anthony Eden zurück. |
| 10. Januar |
Als Nachfolger von Anthony Eden wird
Harold Macmillan britischer
Premierminister. In Hempstead, New York, stirbt die chilenische Dichterin, Diplomatin und Nobelpreisträgerin (Literatur 1945) Gabriela Mistral. |
| 11. Januar | In Budapest demonstrieren Tausende von Arbeitern für höhere Löhne und bessere Lebensbedingungen. Die Proteste werden durch Miliz und sowjetische Panzereinheiten unterbunden. |
| 12. Januar | Bei einem Rennen im neuseeländischen Ardmore verunglückt der englische Formel-1-Rennfahrer Ken Wharton tödlich. |
| 14. Januar | Der amerikanische Schauspieler Humphrey Bogart stirbt in Hollywood. |
| 15. Januar | Die israelischen Streitkräfte räumen El Arish, die größte Stadt der Sinai-Halbinsel mit etwa 26.000 Einwohnern. Damit ist die erste Phase des israelischen Rückzugs aus Ägypten beendet. |
| 16. Januar |
Das Bundeskabinett beschließt einstimmig, dem geplanten Gemeinsamen Markt der
sechs Montanstaaten und der Europäischen Atomgemeinschaft beizutreten. In New York stirbt der italienische Dirigent Arturo Toscanini. |
| 17. Januar | Das Gesetz über die "Örtlichen Organe der Staatsmacht" führt den "Demokratischen Zentralismus" in der DDR ein. |
| 18. Januar | Die DDR-Volkskammer beschließt das Gesetz über die schrittweise Verkürzung der Arbeitszeit, nachdem zum Jahreswechsel in einigen Betrieben die 45-Stunden-Woche eingeführt worden ist. Die Arbeitszeitverkürzung soll ohne zusätzliche Arbeitskräfte und ohne Lohnreduzierung durchgeführt werden. |
| 19. Januar |
In Budapest werden zwei Führer des ungarischen Volksaufstandes vom Oktober 1956
hingerichtet. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York fordert Israel ultimativ auf, die besetzten Gebiete auf dem Sinai vollständig zu räumen und sich hinter die Waffenstillstandslinie aus dem Jahr 1949 zurückzuziehen. Der Staatsratsvorsitzende und Außenminister der Volksrepublik China, Zhou Enlai, beendet eine zwölftägige Reise durch mehrere Ostblockstaaten. Die Arbeitgeberverbände des Bauhauptgewerbes und die IG Bau, Steine und Erden einigen sich nach mehrmonatigen Verhandlungen auf eine Arbeitszeitverkürzung von 48 auf 45 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Regelung gilt ab 1. April. Das erste nach Kriegsende von deutschen Ingenieuren und Arbeitern konstruierte Flugzeug, ein einmotoriger Hochdecker vom Typ "Do 27", wird in Unterpfaffenhofen an Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) übergeben. |
| 20. Januar |
Bei den Wahlen zum polnischen Parlament, dem Sejm, erringt die Polnische
Vereinigte Arbeiterpartei mit 51,7% der Stimmen (237 von 458 Mandaten) die
absolute Mehrheit. 63 Abgeordnete der neuen Volksvertretung, darunter 12
Vertreter der Katholiken, sind parteilos. Der österreichische Bundeskanzler Julius Raab schlägt in einer Rundfunkansprache einen neutralen Status für Ungarn vor. Die Regierungschefs von Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und Syrien erklären ihre Ablehnung der Eisenhower-Doktrin. Die Deutsche Partei (DP) und die Freie Volkspartei (FVP) kommen überein, eine einheitliche Partei unter dem Namen Deutsche Partei zu bilden. In New York stirbt der erste Olympiasieger der Neuzeit, James Brendan Connolly. |
| 21. Januar |
Mit dem Gesetz über die
Rentenreform führt der Bundestag die "Dynamische
Rente" ein. In rund 550 Musterungsbezirken in der Bundesrepublik beginnt die Musterung der ersten etwa 100.000 Wehrpflichtigen. In Bremen stirbt der deutsche Politiker und ehemalige Kommodore der legendären Bremen, Adolf Ahrens. |
| 22. Januar |
In Bad Reichenhall stirbt die deutsche Chanson-Sängerin
Claire
Waldoff. Israel zieht sich vom Sinai zurück. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entscheidet, dass die Fünf-Prozent-Klausel im Bundeswahlgesetz von 1953 und in Kommunalwahlgesetzen nicht gegen das Grundgesetz verstößt. Die Bayernpartei und die Gesamtdeutsche Volkspartei hatten in Verfassungsbeschwerden vorgebracht, dass die Sperrbestimmungen die Wahlrechtsgleichheit beeinträchtigen. In Waterbury/Connecticut nimmt die Polizei den 53-jährigen Werkzeugmacher George Metesky fest, der in den vergangenen 16 Jahren mindestens 32 Zeitbomben an öffentlichen Plätzen in New York deponiert und zur Explosion gebracht hat. |
| 24. Januar |
Auf dem 8. Bundesparteitag der FDP in West-Berlin wird der frühere
Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Reinhold Maier, zum Parteivorsitzenden
gewählt. In Berlin stirbt der deutsche Schauspieler Ludwig Trautmann. In Zürich stirbt der deutsche Schriftsteller Alexander Moritz Frey. |
| 25. Januar |
Mit 544 gegen 32 Stimmen stimmt die französische Nationalversammlung für den Bau
des seit Jahren geplanten Straßentunnels durch den Montblanc. In Starnberg stirbt der bayrische Prinz Franz Maria Luitpold von Bayern. |
| 28. Januar | Der Bundesnachrichtendienst (BND) wird offizielles Staatsorgan, General a. D. Reinhard Gehlen wird zum ersten Präsidenten ernannt. |
| 29. Januar | Die 83. Zivilkammer des Landgerichts West-Berlin entscheidet in einer seit 20 Jahren umstrittenen Erbschaftsangelegenheit, dass es sich bei der in Unterlengenhardt bei Bad Liebenzell lebenden Anna Anderson nicht um die Tochter des Zaren Nikolaus II., die Großfürstin Anastasia, handelt. |
| 30. Januar | Auf dem bis zum 1. Februar dauernden 30. Plenum des ZK der SED legt Walter Ulbricht eine von der SED erarbeitete neue Deutschland-Konzeption vor, in der von einer Konföderation beider deutschen Staaten (BRD und DDR) die Rede ist. |
| 31. Januar |
Die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik beträgt im Januar 1.476.416,
davon 1.128.933 Männer und 347.483 Frauen. Die erhebliche Zunahme der
Arbeitslosen, es sind rund 223.700 mehr als im Januar 1956, wird auf das
winterliche Wetter zurückgeführt. Der deutsche Erfinder des Radars und Unternehmer Christian Hülsmeyer stirbt. |
| 01. Februar | In Dresden stirbt der deutsche Generalfeldmarschall und Armeekommandeur im Zweiten Weltkrieg Friedrich Paulus. |
| 02. Februar | Nach fünftägiger Debatte erzielt die französische Nationalversammlung einen Kompromiss über die Neuordnung in den Kolonien. Die 13 Afrika-Besitzungen mit Ausnahme der arabischen Territorien erhalten halbautonomen Status. |
| 04. Februar | In Stuttgart stirbt der Schauspieler Erich Ponto. |
| 06. Februar |
Der Bundestag beschließt gegen vier CSU-Stimmen, dass Berlin die Hauptstadt
Deutschlands ist. Mit dem Bau eines Parlamentsgebäudes und Bauten für künftige
Bundesbehörden sollte begonnen werden. Der Umzug der Bundesministerien nach
Berlin ist vorgesehen. Die Nachfolgefirmen der IG Farben verpflichten sich zu Entschädigungszahlungen an ehemalige jüdische KZ-Häftlinge. |
| 08. Februar |
In Heidelberg stirbt der deutsche Physiker
und Nobelpreisträger (Physik 1954) Prof. Dr.
Walter
Bothe. In Washington, DC, stirbt der österreich-ungarische Mathematiker und einer der Väter der Informatik, John von Neumann. Das österreichische Innenministerium legt für den Sohn des letzten österreichischen Kaisers Karl I. den Namen Otto Habsburg-Lothringen fest. |
| 09. Februar | Bei der Einweihung der neuen Wertpapierbörse in Frankfurt am Main kündigt Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard Maßnahmen der Regierung an, um Kleinsparern die Eigentumsbildung durch Aktienerwerb zu ermöglichen. |
| 14. Februar |
Nach vier Monaten wird der Streik in der Metallindustrie Schleswig-Holsteins
durch einen Kompromiss beendet, der die Forderung der Arbeiter nach
Gleichstellung mit Angestellten bei Lohnfortzahlung im Krankheitsfall weitgehend
erfüllt. Allgemeine Protestkundgebungen und Vorlesungsstreiks kündigt der Verband Deutscher Studentenschaften für den Fall an, dass Bund und Länder die Studentenförderung nicht verbessern. Gefordert wird eine Summe von wenigstens 120 Mio. DM im neuen Haushaltsjahr. |
| 15. Februar |
Die Inneren Truppen des MfS der DDR werden in das Ministerium des Innern (MdI)
eingegliedert. Das Wachregiment Berlin bleibt der einzige militärische Verband
des MfS. Andrej Gromyko wird Außenminister der Sowjetunion. |
| 18. Februar |
In Budapest beginnt der erste Schauprozess gegen Beteiligte am Volksaufstand in
Ungarn vom Oktober 1956. Zum ersten Mal seit Kriegsende wird an den Zeitungskiosken in Warschau die internationale Ausgabe der "New York Times" verkauft. |
| 19. Februar |
Die Bundesrechtsanwaltskammer und der Deutsche Anwaltsverein fordern in einem
Gesetzesvorschlag die Einführung einer Pflichtversicherung für freie Berufe, die
vom Staat Zuschüsse erhalten soll. Befürworter der Rassentrennung in den USA verüben in Knoxville/Tennessee einen Sprengstoffanschlag auf den schwarzen Jazz-Trompeter Louis Armstrong. Die Explosion reißt ein Loch in den Boden der Stadthalle, in der 3.000 streng getrennt sitzende Weiße und Farbige einem Konzert Armstrongs zuhören. Menschen kommen bei dem Sprengstoffattentat nicht zu Schaden. |
| 20. Februar |
Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und der Ratsvorsitzende der Evangelischen
Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Otto Dibelius, unterzeichnen einen Vertrag
über die Militärseelsorge in der Bundeswehr, der die Unabhängigkeit kirchlicher
Verkündigung sichert. Die Regierungschefs und Außenminister der sechs Staaten der Montanunion einigen sich in Paris darauf, einen Gemeinsamen Markt und eine Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) zu errichten. In den Gemeinsamen Markt sollen auch die Überseebesitzungen der Mitgliedstaaten einbezogen werden. |
| 21. Februar |
Nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist nach dem Urteil des
Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe die gemeinsame Veranlagung von Ehegatten
zur Einkommensteuer, wie sie im Einkommensteuergesetz von 1952 festgelegt wurde.
Mit ihrem Antrag, die Absetzbarkeit von Parteispenden bei der Einkommensteuer aufzuheben, löst die SPD im Bundestag eine heftige Debatte über die Parteienfinanzierung aus. Einstimmig beschließt der Bundestag die Errichtung einer Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit Sitz in West-Berlin. |
| 22. Februar |
Ein klares Nein zum Karneval fordert der westfälische Präses Ernst Wilm in einem
Schreiben an die Pfarrer seiner Landeskirche. Bedenken seien angebracht, weil
die Vergnügungsindustrie den Karneval auch dort, wo er keine Tradition habe,
künstlich hochtreibe und zur Zuchtlosigkeit geradezu aufmuntere, nur um Geld zu
verdienen. Bundeskanzler Konrad Adenauer und der EKD-Ratsvorsitzende Otto Dibelius unterzeichnen den Militärseelsorgevertrag. Nach viertägiger Dauer werden die deutsch-schweizerischen Verhandlungen über den Grenzverlauf im Raum Schaffhausen erfolgreich abgeschlossen. Der Schweizer Bundesrat befürwortet in einem 124 Seiten umfassenden Papier die Einführung des Frauenstimm- und -wahlrechtes in eidgenössischen Angelegenheiten. |
| 25. Februar | Der spanische Staatschef Generalissimus Francisco Franco Bahamonde bildet seine Regierung um. Es werden 12 neue Minister ernannt und zwei neue Ministerien – für wirtschaftliche Koordination und für Wohnbau – eingerichtet. |
| 26. Februar |
Ein Militärgericht in Syrien verurteilt 13 Oppositionelle wegen Teilnahme an
einer Verschwörung zum Tod. Bei den Parlamentswahlen in Thailand erringt die Regierungspartei von Ministerpräsident Luang Pibul Songgram einen knappen Sieg. Sie erhält 81 der 158 Parlamentssitze. |
| 27. Februar |
Der Bundestag verabschiedet den Grünen Plan 1957, ein Unterstützungsprogramm für
die Landwirtschaft, das u. a. hohe Subventionen für Milchbauern vorsieht. In Frohburg/Sachsen stirbt der stellvertretende Ministerpräsident der DDR, Otto Nuschke. Mao Zedong ruft in der Volksrepublik China die Kulturrevolution aus. |
| 28. Februar |
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar um 364.085 auf 1.112.331 (770.625
Männer und 341.706 Frauen) gesunken. Der deutliche Rückgang wird auf das milde
Februarwetter zurückgeführt. Deutsche Banknoten zu 1 und 2 DM verlieren ihre Gültigkeit. Sie werden durch Münzen ersetzt. |
| 01. März |
In mehreren Betrieben der Bundesrepublik wird die 45-Stunden-Woche
eingeführt. In Düsseldorf stirbt der deutsche Industrielle und Gründer des Henkel-Konzerns Fritz Henkel. Mit nur acht Stimmen Mehrheit gewinnt die italienische Regierung unter Ministerpräsident Antonio Segni die Abstimmung über die Vertrauensfrage im Parlament in Rom. Nachdem vor einem Monat die Schweizer Mineralölgesellschaft Migrol ihre Benzinpreise gesenkt hatte, verringern nun auch die anderen Gesellschaften die Kraftstoffpreise um 2 Rappen (etwa 2 Pfennig) auf 56 Rappen. |
| 02. März | Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Heinrich Weitz, beendet seine zehntägigen Verhandlungen in Moskau über Fragen der Familienzusammenführung und der in der Sowjetunion vermissten Deutschen ohne konkretes Ergebnis. |
| 03. März |
In einer Volksabstimmung lehnen die Schweizer eine Verfassungsvorlage zur
Einführung der Dienstpflicht im zivilen Luftschutz ab. Bei den Parlamentswahlen in Chile erleidet die Landarbeiter-Partei von Präsident General Carlos Ibañez del Campo eine Niederlage. Wahlgewinner sind die Zentrumsparteien. Auf den siebenbürger Journalisten und Juristen Rudolf Kasztner wird in Tel Aviv ein Attentat verübt. |
| 04. März |
In Stiebar/Niederösterreich stirbt die ehemalige Prinzessin von Bayern,
Elisabeth Marie Auguste. Ohne zuvor die formelle Zustimmung seines Kabinetts einzuholen, ordnet der israelische Ministerpräsident David Ben Gurion den vollständigen Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen und vom Golf von Akaba an. |
| 05. März | Bei den Neuwahlen zum irischen Parlament erreicht die seit drei Jahren oppositionelle Fianna-Fail-Partei unter Eamon de Valera die absolute Mehrheit. |
| 06. März |
Aus den ehemaligen britischen Kolonien Goldküste und Britisch-Togo wird die
Republik Ghana, der erste unabhängige schwarzafrikanische Staat, gebildet. Das israelische Parlament lehnt nach einer scharfen Debatte drei Misstrauensanträge gegen die Regierung David Ben Gurion ab. |
| 07. März |
Bundesatomminister Siegfried Balke rechnet damit, dass zwischen 1965 und 1970
das erste deutsche Kernkraftwerk an das Stromversorgungsnetz angeschlossen wird. Ein Kontingent der UN-Streitmacht rückt in den Gazastreifen ein, der kurz zuvor von den israelischen Truppen geräumt wurde. |
| 08. März |
Energisches Vorgehen gegen unberechtigte Preiserhöhungen kündigt die
Bundesregierung in Bonn nach einer Sondersitzung an, auf der Maßnahmen gegen den
Preisauftrieb bei Brot, Fleisch, Fett und anderen wichtigen Nahrungsmitteln
beraten werden. Bundespräsident Theodor Heuss appelliert an die Bevölkerung, auch in diesem Jahr während der Sommerferien Berliner Kinder bei sich aufzunehmen. Die Gesamtdeutsche Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, die von Halle nach West-Berlin verlegt worden war, billigt den Vertrag über die Militärseelsorge in der Bundeswehr vom 20. Februar. Wegen Verbreitung des Buches "Adolf Hitler, sein Kampf gegen die Minusseele", das im Prometheus-Verlag in Buenos Aires erschienen ist, verurteilt das Stuttgarter Landgericht den Versandbuchhändler Erich Teich zu drei Monaten Gefängnis ohne Bewährung. |
| 09. März |
Zu Zuchthausstrafen zwischen zwei und zehn Jahren wegen Staatsverrats werden in
der DDR der Dissident
Wolfgang Harich und zwei weitere Mitglieder seiner Gruppe
verurteilt. Mit 350 gegen 60 Stimmen befürwortet der US-amerikanische Kongress die Eisenhower-Doktrin vom 5. Januar. |
| 10. März |
Bei den Landtagswahlen in der Steiermark kann die regierende ÖVP 24 Sitze
gewinnen. 21 Sitze entfallen auf die SPÖ, 3 auf die FPÖ. Die Kommunisten, die
bisher ein Mandat hatten, sind im Landtag nicht mehr vertreten. In Riad wird der saudi-arabische Terrorist Osama Bin Laden geboren. |
| 11. März |
Die ersten Nachkriegsmusterungen in der Bundesrepublik sind abgeschlossen. In Gaildorf in Baden-Württemberg stirbt der deutsche Schauspieler Albert Florath. In Boston stirbt der amerikanische Polarforscher Richard Evelyn Byrd. Er überflog angeblich am 9. Mai 1926 als erster Mensch den Nordpol. |
| 12. März |
Das Landgericht München weist die Klage des Bundesverbandes Deutscher
Zeitungsverleger und des Verlags "Nürnberger Presse" gegen Werbespots im
Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks ab. In Österreich wird die paritätische Kommission für Lohn- und Preisfragen gebildet. Die UdSSR und die DDR schließen einen Truppenvertrag, der die rechtlichen, finanziellen und verwaltungstechnischen Angelegenheiten der sowjetischen Truppenverbände in der DDR regelt. In New York stirbt die amerikanische Schauspielerin Josephine Hull (Arsen und Spitzenhäubchen). |
| 13. März |
Das Bundeskabinett billigt die Prägung von 200 Mio. neuen 2-DM-Stücken. Die
Münze unterscheidet sich von den bisher umlaufenden durch ein Bildnis des
Physikers und Nobelpreisträgers Max Planck auf der Vorderseite. Eine Erhöhung der monatlichen Diäten der Abgeordneten von 300 auf 500 DM beschließt der Landtag von Nordrhein-Westfalen. In Berlin stirbt der deutsche Schauspieler und Regisseur Paul Bildt. |
| 14. März |
Die Bundesminister für Wirtschaft und Ernährung, Ludwig Erhard und Heinrich
Lübke, stimmen einer Anhebung des Brotpreises um drei Pfennig je Kilo zu. Der Ältestenrat des Bundestages in Bonn erlässt ein Fotografierverbot in den Plenarsitzungen bis zum Ende der Legislaturperiode. In Modena verunglückt der italienische Automobilrennfahrer Eugenio Castellotti tödlich. Der indonesische Präsident Achmed Sukarno proklamiert im ganzen Land den Kriegs- und Belagerungszustand, der ihm als Oberbefehlshaber der Streitkräfte praktisch diktatorische Gewalt einräumt. |
| 15. März |
Die Verkürzung der Arbeitszeit auf 45 Stunden pro Woche und die Neuregelung der
Besoldung sind die Hauptforderungen auf dem Vertretertag des Deutschen
Beamtenbundes in Bad Godesberg. Die USA teilen mit, dass ihre Streitkräfte in der Bundesrepublik über Atomwaffen verfügen. Der siebenbürger Journalist und Jurist Rudolf Kasztner stirbt an den Folgen des am 3. März 1957 in Tel Aviv auf ihn verübten Attentats. |
| 16. März |
Nach Angaben der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft ist in der Bundesrepublik
Deutschland jede fünfte Frau berufstätig. In der Bundesrepublik wird das „Gesetz zur Durchführung einer Repräsentativstatistik“, kurz Mikrozensus, verkündet. Die UdSSR warnt die diplomatischen Vertreter der Westmächte vor der Errichtung der EURATOM und des Gemeinsamen Marktes und legt eigene Pläne für eine gesamteuropäische Zusammenarbeit vor. |
| 17. März | Der philippinische Staatspräsident Ramon Magsaysay kommt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Sein Nachfolger wird der bisherige Vizepräsident Carlos García. |
| 18. März |
In London tritt das Subkomitee der Abrüstungskommission der Vereinten Nationen
zusammen. Der Ministerrat der Westeuropäischen Union billigt die Reduzierung der britischen Streitkräfte in der Bundesrepublik. |
| 19. März | Eine lange umstrittene Strafrechtsreform, die eine Verhängung der Todesstrafe nur noch für wenige Vergehen vorsieht, wird in Großbritannien endgültig verabschiedet. |
| 20. März |
In einer Fragestunde befasst sich der Bundestag in Bonn mit dem "Buch der
Etikette", das von der stellvertretenden Protokollchefin des Auswärtigen Amtes,
Erica Pappritz, mitverfasst worden ist. Das französische Verteidigungsministerium in Paris eröffnet vor einem Militärgericht ein Verfahren gegen den Chefredakteur der Wochenzeitschrift "L'Express", Jean-Jacques Servan-Schreiber, der in zwei Artikeln seine Erfahrungen als Leutnant in der französischen Kolonie Algerien beschrieben hat. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor Erbschäden durch die Anwendung von Kernenergie und durch radioaktive Strahlung. |
| 21. März |
In ihrer Frühjahrssession, die am 4. März begonnen hat, beschließen die
Eidgenössischen Räte u. a., dass die Schweiz nicht dem europäischen Gemeinsamen
Markt beitreten wird, um die Neutralität der Eidgenossenschaft zu wahren. Im Rahmen der Wiederherstellung politischen Organisationsstruktur nach sowjetischem Muster wird "Der Kommunistische Jugendverband Ungarns" gegründet. Er ist die einzige landesweite Jugendorganisation und steht unter der Führung der Partei (USAP). |
| 23. März |
Das Bundesarbeitsgericht in Kassel stellt fest, dass das
Gleichberechtigungsgesetz auch beim Abschluss von Tarifverträgen gilt.
Dementsprechend sind tarifliche Bestimmungen, die für Frauen bei gleicher
Tätigkeit einen geringeren Lohn vorsehen als für Männer, nichtig. Der sowjetische Ministerpräsident Nikolai A. Bulganin schlägt in einem Schreiben an Bundeskanzler Konrad Adenauer Regierungsverhandlungen über den Ausbau der deutsch-sowjetischen Handelsbeziehungen vor. |
| 24. März | Der Schweizer Bundesanwalt René Dubois begeht Selbstmord, nachdem er der Beteiligung an einem Spionagefall verdächtigt worden war. Die ägyptische Botschaft im Bern hatte im November 1956 angegeben, ihre Telefongespräche mit Kairo würden abgehört und deren Inhalt an französische Stellen weitergeleitet. |
| 25. März |
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bestätigt die Gültigkeit des
Reichskonkordats mit dem Vatikan von 1933. Die saarländische Regierung unter Ministerpräsident Hubert Ney tritt zurück, weil ihr für die Bewältigung der bevorstehenden Aufgaben eine sichere parlamentarische Grundlage fehle. Die Koalition aus CDU und SPD verfügt über 24 der 50 Landtagssitze. Vertreter der Benelux-Staaten, Frankreichs, Italiens und der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnen die Römischen Verträge über die Schaffung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM). Brüssel wird Sitz der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). |
| 26. März |
Der Regisseur
Max Ophüls stirbt im Alter von 54 Jahren in Hamburg. Das Bundesverfassungsgericht bestätigt, dass das Reichskonkordat von 1933, abgeschlossen zwischen dem Vatikan und dem Deutschen Reich, weiter Gültigkeit hat. Unter dem Verdacht, seit geraumer Zeit vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund der DDR große Geldsummen für die illegale Tätigkeit der verbotenen Kommunistischen Partei in der Bundesrepublik erhalten zu haben, wird der frühere Leiter des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts des DGB, Viktor Agartz, festgenommen. UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld und der ägyptische Staatspräsident Gamal Abd an Nasser erzielen nach langwierigen Verhandlungen eine Übereinkunft über die Suezkanalgebühren und den Gasastreifen. |
| 27. März | Dem österreichischen Bundesheer werden die ersten Düsenjäger übergeben. |
| 28. März |
Eine große Musiktruhe als Gastgeschenk überreicht Bundeskanzler Konrad Adenauer
Schah Mohammed Resa Pahlawi zu Beginn seines sechstägigen Staatsbesuchs im Iran. Zum ersten Mal seit Ausbruch des Suezkonflikts im Oktober 1956 passiert ein Schiffskonvoi den Suezkanal. Die britische Regierung hebt die Verbannung des Erzbischofs von Zypern, Makarios III., auf und erlaubt ihm, die Seychellen-Inseln zu verlassen. Er darf jedoch zunächst nicht nach Zypern zurückkehren. |
| 29. März | In Oxford (England) stirbt der irische Schriftsteller Joyce Cary. |
| 30. März | Bei den indischen Parlamentswahlen erreicht die regierende Kongresspartei des Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru im Zentralparlament die Zwei-Drittel-Mehrheit und in elf der 14 Landesversammlungen die absolute Mehrheit. |
| 31. März |
Die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik ist im März um 410.099 auf
702.232 (402.492 Männer und 299.740 Frauen) gesunken. In den 12 Territorien Französisch-Schwarzafrikas und den sechs Provinzen der Insel Madagaskar werden die Territorialversammlungen gewählt. |
| 01. April |
Die ersten 10.000 Wehrpflichtigen
rücken in die Bundeswehrkasernen ein. In Bad Ems beginnt der erste Generalstabslehrgang der Bundeswehr für Heeresoffiziere. Alle 81 Teilnehmer waren Wehrmachtsoffiziere des Zweiten Weltkriegs. General Hans Speidel wird zum Oberbefehlshaber der NATO-Landstreitkräfte in Mitteleuropa ernannt. In Indien wird die Dezimalwährung eingeführt. |
| 02. April | Bundeskanzler Konrad Adenauer beendet seinen fünftägigen Besuch im Iran, bei dem u. a. die deutsche Unterstützung beim Aufbau von Gewerbeschulen und landwirtschaftlichen Musterbetrieben vereinbart wurde. |
| 03. April |
Der französische Justizminister François Mitterrand bestätigt, dass in Algerien
Gefangene misshandelt worden sind. Die Vereinten Nationen veröffentlichen einen Bericht über die soziale Lage der Welt. |
| 04. April |
Als eine Weiterentwicklung der Artillerie, auf
die in der Bundeswehr nicht verzichtet werden könne, bezeichnet Bundeskanzler
Konrad Adenauer die taktischen Atomwaffen. Der Bundestag billigt einstimmig die achte Novelle zum Lastenausgleichsgesetz, das die Gesamtentschädigungssumme um etwa 10,5 Mrd. DM auf etwa 75 Mrd. DM bis zum Jahr 1979 erhöht. Eine Ehrenerklärung für den Abgeordneten Herbert Wehner, der bis 1942 der Kommunistischen Partei angehörte, gibt der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer vor dem Bundestag ab. In einem Weißbuch über ihre künftige Verteidigungspolitik kündigt die britische Regierung an, dass sie ihre Streitkräfte bis 1962 nahezu halbieren wird. Die seit dem 23. März streikenden britischen Schiffsbau- und Maschinenbauarbeiter beenden ihren Ausstand, um ihren Standpunkt neu zu überdenken. Nach dem Rücktritt der Regierung unter Ministerpräsident Hussein Ala übernimmt der bisherige Hofminister und Rektor der Universität Teheran, Manutschehr Eghbal, die iranische Regierung. Der neue Ministerpräsident kündigt die Aufhebung des seit Jahren bestehenden Kriegsrechts und die Zulassung einer parlamentarischen Opposition an. |
| 06. April |
US-Vizepräsident Richard M. Nixon kehrt von einer mehrwöchigen Reise durch
afrikanische Länder zurück. In der Sowjetunion werden die Steuersätze für die Lohn- und Einkommensteuer gesenkt. Danach bleiben Einkommen bis zu 370 Rubel (rund 148 DM) monatlich steuerfrei, der höchste Steuersatz beträgt 13%. |
| 07. April | Bundesaußenminister Heinrich von Brentano betont, dass für die Wiedervereinigung Deutschlands die Grenzen von 1937 und nicht die von 1939 anzustreben seien. Er stellt sich damit gegen die Forderungen der Vertriebenenverbände nach einer Einbeziehung vom Sudetengebiet und Memelland in ein wiedervereinigtes Deutschland. |
| 08. April |
Mit Todesurteilen für drei der elf Angeklagten endet in Budapest der erste
Prozess gegen die Beteiligten am ungarischen Volksaufstand vom Oktober/November
1956. Der indonesische Präsident Achmed Sukarno setzt mit der Bildung eines außerparlamentarischen Notstandskabinetts der innenpolitischen Krise des Landes ein vorläufiges Ende. |
| 09. April |
Der seit November 1956 blockierte Suezkanal ist geräumt und für Schiffe aller
Tonnagen und Flaggen mit Ausnahme der israelischen geöffnet. Österreichische Schiffe können die Donau wieder bis zum Schwarzen Meer befahren. Dies legt ein Abkommen zwischen Österreich und der UdSSR fest. Der bisher längste Mordprozess in der Geschichte des Londoner Schwurgerichts "Old Bailey" endet mit einem Freispruch für den angeklagten Arzt John Bodkin Adams. |
| 10. April |
Einmütig sprechen sich die Bundestagsfraktionen gegen die Einführung einer
gleitenden Arbeitswoche aus, die auch den Sonntag als Arbeitstag einbezieht. Der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer wird zum Kanzlerkandidaten seiner Partei für die Bundestagswahl am 15. September nominiert. Jugoslawien und die UdSSR schließen ein Handelsabkommen für 1958 bis 1960. Die Sowjetunion wird dabei Rohstoffe sowie Maschinen und Ausrüstungsgegenstände liefern, Jugoslawien exportiert u. a. Zement, chemische Produkte und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Nach dreimonatiger Prozessdauer verurteilt das Landgericht Berlin den Vorsitzenden des "Sparverein Südost", Gerhard Hirschfeld, zu sieben Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Der Sueskanal wird nach dreimonatiger Schließung wieder geöffnet. |
| 11. April |
Der Bundestag beschließt das Gesetz über den Wehrbeauftragten. Großbritannien gewährt seiner bisherigen Kronkolonie Singapur, einem wichtigen britischen Flottenstützpunkt zwischen Indien und China, ab dem 1. Januar 1958 die Selbstregierung innerhalb des Britischen Commonwealth. In Teheran werden die Schlussdokumente über die Markierung der sowjetisch-iranischen Staatsgrenze unterzeichnet. Die Schweiz, Österreich und Irland heben die Einschränkungen für den Benzinverbrauch auf, die während der Suezkrise Ende 1956 getroffen worden waren. |
| 12. April |
Im "Göttinger
Manifest" fordern 18 führende deutsche Atomwissenschaftler die
Bundesregierung zum Verzicht auf die atomare Bewaffnung der Bundeswehr auf. Bundesinnenminister Gerhard Schröder gibt Einzelheiten über die neue Wahlordnung bekannt, die u. a. die Möglichkeit der Briefwahl vorsieht. |
| 13. April | In Budapest wird nach fast sechs Monaten die Ausgangssperre aufgehoben. |
| 15. April |
Vor Beginn der Urlaubssaison weist das Bundesinnenministerium darauf hin, dass
Bundesbürger bei der Einreise nach Belgien, Luxemburg, Frankreich und in die
Schweiz einen Personalausweis benötigen, für alle übrigen europäischen Länder
ist ein Reisepass erforderlich. Spanien, Jugoslawien und die Ostblockstaaten
verlangen zusätzlich ein Visum. Mit einem Truppenstationierungsabkommen zwischen Rumänien und der UdSSR wird der rechtliche Status der sowjetischen Truppen in Rumänien festgelegt. |
| 16. April | In der Sowjetunion wird die bislang schwerste Atombombenexplosion ausgelöst. |
| 17. April |
In Brüssel werden das Protokoll über die Vorrechte und Befreiungen der
Europäischen Gemeinschaften und das Protokoll über die Satzung des Europäischen
Gerichtshofs unterzeichnet. In einer gemeinsamen Erklärung sprechen sich Bundeskanzler Konrad Adenauer und fünf Mitunterzeichner der "Göttinger Erklärung" nach einem mehrstündigen Gespräch gegen die Atombewaffnung in Ost und West aus. Nach den Parlamentswahlen im März bildet der indische Premierminister Jawaharlal Nehru eine neue Regierung. In Moskau wird ein Wirtschaftshilfeabkommen zwischen der UdSSR und Albanien unterzeichnet, durch das Albanien Kreditschulden erlassen und umfangreiche Lebensmittellieferungen zugesichert werden. Die Polizei-Gewerkschaft in West-Berlin protestiert gegen die Regelung, die Polizeiangehörigen das Betreten der DDR verbietet. Imre Nagy und seine Mitstreiter werden unter strengster Geheimhaltung mit verbundenen Augen und in Fesseln aus Rumänien zurück nach Budapest gebracht. |
| 18. April |
In Rabat wird ein Handelsabkommen zwischen Marokko und der Sowjetunion
unterzeichnet. Der nordafrikanische Staat liefert landwirtschaftliche Produkte
sowie Felle und erhält dafür Werkzeugmaschinen, Erdöl, Holz und Konserven. In einer über den Rundfunk verbreiteten Erklärung gibt das japanische Sozialministerium bekannt, dass die Atmosphäre über Japan durch die Atomwaffenversuche zunehmend radioaktiv verseucht wird. Die Hausfrauen werden aufgefordert, Lebensmittel vor der Zubereitung sorgfältig zu waschen. Nach einer Mitteilung des österreichischen Verteidigungsministeriums haben sich bei den Musterungen die Städter als gesünder erwiesen als die auf dem Land wohnenden Wehrpflichtigen. Die Rekruten aus ländlichen Bezirken leiden vor allem an hochgradigen Zahnschäden, Sehfehlern sowie an Herzklappen- und Herzmuskelerkrankungen. |
| 19. April |
In einer Note an die drei Westmächte kündigt die Sowjetunion die Ausrüstung des
Ostblocks mit Atom- und Fernlenkwaffen an, falls die Verbündeten der USA
vergleichbare Waffen erhalten sollten. Nach einem 48stündigen Warnstreik nehmen die französischen Eisenbahner ihre Arbeit wieder auf. |
| 22. April | Nach dem Rücktritt von vier Ministern der Landarbeiterpartei bildet der chilenische Präsident Carlos Ibañez del Campo eine neue Regierung, die er als administrativ-militärisch bezeichnet. |
| 23. April | Rund 150 Rundfunkanstalten übertragen weltweit eine Ansprache des Nobelpreisträgers Albert Schweitzer, der vor den Gefahren durch Atomstrahlen warnt und zur Einstellung der Atomwaffen-Versuche aufruft. |
| 25. April |
500 Mio. DM zuwenig hat die Bundesregierung nach Ansicht des
Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft im Haushaltsjahr 1957/58 für
Forschung, Lehre und Bildung vorgesehen. Auf seiner Jahresversammlung in
Wiesbaden schlägt der Verband u. a. vor, die gewerbliche Wirtschaft solle
steuerbegünstigte Rücklagen schaffen, die langfristig für die industrielle
Forschung eingesetzt werden könnten. Der jordanische König Hussein verhängt den Belagerungszustand über sein Land, nachdem es in den vergangenen Wochen einen zweimaligen Regierungswechsel und einen Umsturzversuch in Jordanien gegeben hat. |
| 26. April | Die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) fordert eine baldige Verkürzung der Arbeitszeit für die Arbeiter, Angestellten und Beamten der Länder und Gemeinden. |
| 27. April |
Auf seinem Bundesparteitag in Düsseldorf fordert der Gesamtdeutsche Block/Bund
der Heimatvertriebenen und Entrechteten (GB/BHE) die Wiedervereinigung
Deutschlands in den Grenzen von 1937 unter Einbeziehung des Sudeten- und des
Memellandes. Das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung ausschließlich der nach
dem Krieg zugezogenen solle durch Volksabstimmungen gewahrt werden. Vor einer Atomrüstung in der Bundesrepublik warnt die sowjetische Regierung in einem Schreiben an die Bundesregierung. Statt dessen schlägt die UdSSR ein Abkommen vor, nach dem weder in der Bundesrepublik noch in der DDR Atomwaffen stationiert werden. Die Volkskammer der DDR berät den Staatshaushalt für 1957/58, der Einnahmen in Höhe von 39.109 Mio. Mark und Ausgaben in Höhe von 39.104 Mio. Mark vorsieht. Der Verteidigungshaushalt umfasst rund 976 Mio. Mark, für Volksbildung, Kultur sowie Sozial- und Gesundheitswesen sind 500 Mio. Mark vorgesehen. Der stellvertretende Ministerpräsident der UdSSR, Anastas I. Mikojan, beendet seinen fünftägigen Staatsbesuch in Österreich. Neben Vereinbarungen über eine Intensivierung der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen werden im Abschlusskommuniqué das sowjetisch-österreichische Einvernehmen und die Neutralität der Donaurepublik besonders hervorgehoben. |
| 29. April |
In Erwiderung auf die sowjetische Note vom 27. April erklärt Bundesaußenminister
Heinrich von Brentano, dass derzeit nicht die Absicht bestehe, die Bundeswehr
mit taktischen Atomwaffen auszurüsten. Diese Möglichkeit käme erst in Betracht,
wenn in den nächsten zwei Jahren keine echte atomare Abrüstung erreicht werde.
Die Mitgliedstaaten des Europarats mit Ausnahme Österreichs und der Türkei unterzeichnen in Straßburg eine Konvention über die friedliche Beilegung und Schlichtung von Streitfällen innerhalb des Europarats und verpflichten sich, gegeneinander keine Waffengewalt anzuwenden. |
| 30. April |
Im April sinkt die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik um 113.712 auf
588.520. 313.290 der Arbeitslosen sind Männer, 275.230 Frauen. Gegenüber dem
Stand von April 1956 sind 46.400 Arbeitslose weniger registriert. Der Beauftragte des UN-Sicherheitsrats für die Vermittlung im Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan, Gunnar Jarrings, erklärt seine Mission für gescheitert, nachdem seine Vermittlungsvorschläge nicht angenommen wurden. |
| 01. Mai | An der österreich-ungarischen Grenze wird mit der Errichtung neuer Mienensperren begonnen. |
| 02. Mai | In Bethesda, Maryland, stirbt der als Kommunistenjäger bekannt gewordene US-Senator Joseph McCarthy. |
| 03. Mai |
Das Gesetz über die
Gleichberechtigung von Mann und Frau wird vom Bundestag verabschiedet. Der Bundestag verabschiedet das "Arbeitnehmer-Erfinder-Gesetz". Zum Abschluss ihrer zweitägigen Sitzung in Bonn bekräftigen die Außenminister der 15 Mitgliedsstaaten des westlichen Militärbündnisses NATO, dass sie die Teilung Deutschlands nicht hinnehmen werden. US-Außenminister John Foster Dulles erklärt, dass die US-amerikanischen Truppen in Europa auf dem gegenwärtigen Stand beibehalten werden sollen. |
| 04. Mai | Bundesatomminister Siegfried Balke teilt mit, dass er in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr für sein Amt zur Verfügung stehe, weil er fest entschlossen sei, keine militärische Anwendung der Atomenergie in der Bundesrepublik mitzumachen. |
| 05. Mai | Zum neuen österreichischen Bundespräsidenten wird Vizekanzler Adolf Schärf (SPÖ) gewählt. |
| 06. Mai |
Im Unterausschuss der UN-Abrüstungskommission, der seit dem 18. März in London
tagt, bringt Großbritannien einen neuen Vorschlag zur Registrierung, Begrenzung
und Einstellung von Atomwaffenversuchen ein. Die italienische Koalitionsregierung aus Christdemokraten (15 Minister), Sozialdemokraten (4) und Liberalen (3) unter Ministerpräsident Antonio Segni tritt zurück, nachdem die vier sozialdemokratischen Kabinettsmitglieder ihr Ausscheiden erklärt haben. |
| 07. Mai |
Den Bau von Atomkraftwerken mit einer Gesamtleistung von 15 Mio. kWh in den
sechs Montanstaaten fordern die drei "Atom-Weisen" in einem Bericht über den
Energiebedarf Europas. Im Auffanglager für ungarische Flüchtlinge in Österreich bricht ein Hungerstreik aus. Ausgelöst wurde er durch die Entscheidung der USA, keine ungarischen Flüchtlinge mehr aufzunehmen. Mehr als hundert ungarische Studenten demonstrieren gegen diese Entscheidung vor der Botschaft der USA in Wien. |
| 08. Mai |
In der Haushaltsdebatte des Bundestags fordert die SPD-Fraktion, die Ausgaben
für Wissenschaft und Forschung von 72 Mio. DM auf 755 Mio. DM zu
Lasten des Verteidigungsetats zu erhöhen. Das wird jedoch abgelehnt. Bundespostminister Ernst Lemmer gibt bekannt, dass Kranke, Invaliden und Rentner über 75 Jahre ihre Rente künftig auf Antrag mit der Post zugestellt bekommen. Aus moralischen Gründen lehnt der baden-württembergische Landtag die Zulassung von Zahlenlotto ab. Damit bleibt Baden-Württemberg das einzige Bundesland, in dem das Lottospiel verboten ist. US-Präsident Dwight D. Eisenhower bringt seine Sympathie mit dem sowjetischen Vorschlag vom 30. April für eine kontrollierte neutralisierte Zone in Europa zum Ausdruck. |
| 09. Mai |
Die Äußerung von Bundesaußenminister Heinrich von Brentano, die späte Lyrik
Bertolt Brechts sei mit der des nationalsozialistischen "Märtyrers" Horst Wessel
zu vergleichen, löst Kontroversen aus. In Amsterdam stirbt der deutsche Maler und Grafiker Heinrich Campendonk. Die erste Sitzung des ungarischen Parlamentes findet statt. Das Kossuth–Wappen wird durch ein neues Wappen der Volksrepublik Ungarn, dem so genannten Kádár–Wappen ersetzt. |
| 10. Mai |
Nach einer zweitägigen Debatte über die atomare Bewaffnung der Bundeswehr
appellieren die Bundestagsfraktionen an die Großmächte, Vorschläge zur
Kontrolle, Begrenzung und Einstellung von Atomwaffentests zu machen. Österreich und die USA schließen ein Abkommen, wonach Österreich bis Juni 1958 amerikanische Überschussgüter, darunter Futtermais, Weizen, Baumwolle, Schmalz und Tabak, erhalten soll. Ein Teil davon ist als Entschädigung für die österreichischen Aufwendungen zugunsten der ungarischen Flüchtlinge gedacht. Der Oberste Sowjet erlässt gesetzliche Bestimmungen zur Dezentralisierung der Wirtschaft. Eine fünfköpfige Militärjunta unter Führung von Kriegsminister General Gabriel Paris zwingt den kolumbianischen Präsidenten General Gustavo Rojas Pinilla zum Rücktritt. |
| 11. Mai |
Das Bundesarbeitsgericht erklärt die so genannte "Zölibatsklausel" für ungültig,
nach der ein Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst mit der Eheschließung
einer Arbeitnehmerin endet, sofern das Familieneinkommen für ihre
wirtschaftliche Versorgung ausreicht. Bei einem Treffen in Washington bekräftigen US-Präsident Dwight D. Eisenhower und der südvietnamesische Präsident Ngô Dinh Diêm ihre Absicht, gemeinsam gegen die Ausbreitung des Kommunismus in Indochina vorzugehen. |
| 12. Mai |
In einem Fernsehinterview sagt der Oberbefehlshaber der Streitkräfte des
Nordatlantikpakts in Europa, US-General Lauris Norstad, dass die NATO in einem
Krieg mit der Sowjetunion wenn nötig auch als erste Atomwaffen einsetzen würde. Bei der Mille Miglia verunglückt der spanische Automobilrennfahrer und Bobsportler Alfonso de Portago nahe dem Dorf Guidizzolo, zwischen Mantua und dem Ziel in Brescia, tödlich. |
| 13. Mai | Bundespräsident Theodor Heuss beendet seinen neuntägigen Staatsbesuch in der Türkei. |
| 14. Mai |
Zu je 18 Monaten Haft wegen Beihilfe zur Ermordung des SA-Stabschefs Ernst Röhm
und Tötung von sechs SA-Führern am 30. Juni 1934 (Röhmputsch) werden der
ehemalige SS-General Sepp Dietrich und der ehemalige SS-Wachen-Kommandant im KZ
Dachau, Michael Lippert, verurteilt. Bei den Neuwahlen zum dänischen Parlament, dem Folketing, verlieren die Sozialdemokraten, die bislang mit Unterstützung der Radikalen Partei eine Minderheitenregierung gebildet hatten, vier Sitze und verfügen damit nur noch über 70 der 175 Mandate. Gewinne können die Agrarpartei (45 Sitze) und die Rechtsstaatspartei (9 Sitze) verzeichnen. |
| 15. Mai |
Auf ihrem Parteitag in Hamburg, der nach viertägiger Dauer beendet wird, rückt
die CDU teilweise von ihrem Ahlener Programm ab. Statt der dort geforderten
Sozialisierung soll nun vorrangig das persönliche Eigentum gefördert werden. In Niedersachsen tritt ein Erlass des Kultusministers über Erziehungsmaßnahmen an Schulen in Kraft, der für Jungen unter bestimmten Bedingungen die körperliche Züchtigung erlaubt. Nahe den Weihnachtsinseln im Pazifik zündet Großbritannien trotz japanischer Proteste seine erste Wasserstoffbombe. Die Schweizerische Nationalbank erhöht den Diskontsatz um 1% auf 2,5%. In der Sowjetunion werden Gerichtswesen und Strafvollzug neu geordnet. |
| 16. Mai |
In Coudersport, Pennsylvania, stirbt der
Finanzbeamte und Prohibitionsagent
Eliot Ness.
Er wurde für seine Bemühungen, als Leiter der legendären Gruppe mit dem
Spitznamen "Die Unbestechlichen" Al Capones Alkoholhandel zu bekämpfen, bekannt. Der ehemalige Reichswirtschaftsminister Walter Funk, der im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess 1946 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, wird wegen seines schlechten Gesundheitszustands vorzeitig aus der Haft entlassen. Wegen des steigenden Energiebedarfs will die Schweiz nach einer Mitteilung von Bundesrat Max Petitpierre bis 1975 Atomkraftwerke mit einer Jahresleistung von sechs Mrd. kWh errichten. |
| 18. Mai |
Auflösung der "Gesamtdeutschen Volkspartei" (GVP), ihre Mitglieder, darunter
Gustav Heinemann und Helene Wessel, schließen sich überwiegend der SPD an. Die Delegiertenkonferenz der Saar-CDU wählt den amtierenden Kultusminister Egon Reinert zum neuen Landesvorsitzenden der Partei. Er wird Nachfolger von Hubert Ney, der am 25. März mit seiner Regierung zurückgetreten ist und sich seither vergeblich um die Regierungsneubildung bemüht hatte. In einer Botschaft an den französischen Ministerpräsidenten Guy Mollet schlägt der sowjetische Ministerpräsident Nikolai A. Bulganin bilaterale französisch-sowjetische Abrüstungsverhandlungen vor. Auf dem 9. Plenum des Zentralkomitees der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei wird die Politik von Parteiführer Wladyslaw Gomulka bestätigt. Die rivalisierenden Richtungen innerhalb der Partei bleiben jedoch bestehen. |
| 19. Mai |
Die Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP) löst sich auf und empfiehlt ihren
Mitgliedern, der SPD beizutreten. Zu den ersten, die sich den Sozialdemokraten
anschließen, gehört der GVP-Vorsitzende Gustav Heinemann. Der bisherige italienische Budgetminister Adone Zoli bildet eine Minderheitenregierung, an der nur die Christdemokraten beteiligt sind. Diese verfügen im Parlament über 263 der 590 Sitze. Die frühere Koalitionsregierung war am 6. Mai zurückgetreten. Bei den Gemeindewahlen in der Tschechoslowakei, an denen nach amtlichen Angaben 99,26% der Stimmberechtigten teilnehmen, erhält die Einheitsliste der Kandidaten der Nationalen Front 99,06% der Stimmen. |
| 20. Mai | In einem Memorandum an die UdSSR zur Wiedervereinigung Deutschlands lehnt die Bundesregierung Verhandlungen mit der DDR, ein Ausscheiden der Bundesrepublik Deutschland aus dem westlichen Militärbündnis NATO und Pläne zur Bildung einer deutschen Konföderation ab. |
| 21. Mai |
Laut Feststellung des Bundesverfassungsgerichts ist West-Berlin
ein Land der Bundesrepublik. Somit gilt auch dort das Grundgesetz. Das mit 22 Regierungsmonaten bisher langlebigste französische Kabinett nach dem Zweiten Weltkrieg unter Ministerpräsident Guy Mollet wird wegen eines Antrags auf Steuererhöhungen gestürzt. |
| 22. Mai |
In der Antwort auf die sowjetische Warnung vor einer atomaren Bewaffnung der
Bundeswehr vom 27. April stellt die Bundesregierung fest, dass weder jetzt noch
in absehbarer Zeit von einer Konzentration von Atomwaffen auf dem Gebiet der
Bundesrepublik Deutschland gesprochen werden könne. Einen Sturm auf die Lebensmittelgeschäfte löst der Direktor für wirtschaftliche Verteidigung in der schweizerischen Bundesregierung, Fritz Hummler, mit seiner Aufforderung aus, für den Ernstfall Lebensmittel in angemessenen Mengen zu bevorraten. |
| 23. Mai | Die SPD legt einen Deutschlandplan vor, in dem sie die Loslösung der Bundesrepublik und der DDR aus den jeweiligen Militärblöcken (NATO bzw. Warschauer Pakt) und die Einbindung eines wiedervereinigten Deutschlands in ein europäisches Sicherheitssystem vorschlägt. |
| 24. Mai |
Das am 20. November 1956 geschlossene Kulturabkommen
zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Chile tritt in Kraft. Aufgebrachte Chinesen stürmen die US-Botschaft in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh; sie protestieren gegen den Freispruch eines US-amerikanischen Feldwebels, der einen Chinesen erschossen hat. Polizei und Feuerwehr beobachten die Verwüstung der Botschaft, greifen jedoch nicht ein. Der Lohnkonflikt in Großbritannien, bei dem am 23. März eine Million Arbeiter in den Streik getreten waren, ist beigelegt. Die Metallarbeiter erhalten nun 11 Shilling (6,47 DM) mehr Wochenlohn, die Gewerkschaft verpflichtet sich im Gegenzug, in den nächsten 12 Monaten keine weiteren Lohnforderungen zu stellen. |
| 25. Mai | Der libysche Ministerpräsident Mustafa ben Halim tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück. Sein Nachfolger wird der bisherige stellvertretende Ministerpräsident und Außenminister Abd Al Madschid Kubar. |
| 26. Mai |
In Tübingen wird der Deutsche Bund Ungarischer Universitäts- und
Hochschulstudenten gegründet. Abd al-Madschid Kubar wird Premierminister von Libyen. |
| 27. Mai |
Nach den dänischen Parlamentswahlen vom 14. Mai bildet der bisherige
Ministerpräsident Hans Christian Hansen eine Koalitionsregierung, der neun
Vertreter der Sozialisten, vier der Radikal-Liberalen und drei der
Rechtsstaatspartei angehören. Nach dem Rücktritt der finnischen Koalitionsregierung unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Karl-August Fagerholm bildet Väino Johannes Sukselainen eine bürgerliche Minderheitsregierung, die über 79 der 200 Parlamentssitze verfügt. In Budapest unterzeichnen die UdSSR und Ungarn ein Abkommen über die zeitweilige Stationierung sowjetischer Truppen in Ungarn. Der jugoslawische Staatspräsident Marschall Josip Tito erklärt in einer Ansprache, sein Land habe gute Beziehungen zum Westen und zunehmend bessere Kontakte zu den östlichen Staaten. |
| 28. Mai |
Mit zweiwöchiger Verspätung, die durch ungünstige Wetterverhältnisse verursacht
wurde, beginnt auf dem US-amerikanischen Atomversuchsgelände in Nevada die
bislang umfangreichste US-Atomtestreihe. Bis zum 1. September sollen insgesamt
15 Explosionen erfolgen. Als Versuchstiere über die Auswirkungen der
radioaktiven Strahlen werden neben Ratten und Mäusen erstmals auch Schweine
eingesetzt. Großbritannien lockert das Handelsembargo gegenüber der Volksrepublik China, das 1950 nach Ausbruch des Koreakriegs auf Wunsch der USA von den Ländern des westlichen Militärblocks NATO verhängt wurde. Nach viermonatiger Verhandlungsdauer endet in Venedig der Prozess um den Mord an der Italienerin Wilma Montesi mit Freisprüchen für die Angeklagten, weil der Fall nach Ansicht des Gerichts nicht geklärt werden konnte. |
| 29. Mai |
Im Grenzverkehr zwischen Deutschland und Österreich wird kein Reisepass mehr
benötigt. Der Bundestag verabschiedet den Haushalt 1957/58 mit einem Umfang von 37,3 Mrd. DM, das sind 2,4 Mrd. DM mehr als 1956. Den Mitgliedern der österreichischen Broad Peak-Expedition, Fritz Wintersteller, Marcus Schmuck, Kurt Diemberger und Hermann Buhl, gelingt die Erstbesteigung des Broad Peak-Vorgipfels. In dem algerischen Dorf Melouza werden alle 303 männlichen Bewohner ermordet. |
| 30. Mai |
Bundeskanzler Konrad Adenauer beendet seinen achttägigen Besuch in den USA. Die ungarische Regierung fordert das Internationale Rote Kreuz auf, seine Tätigkeit in Ungarn bis zum 30. Juni einzustellen. |
| 31. Mai |
Der Bundestag verabschiedet ein Gesetz über die Lohnfortzahlung im
Krankheitsfall. Um 94.887 hat die Zahl der Arbeitslosen im Mai gegenüber dem Vormonat abgenommen. Arbeitslos sind im Mai 493.633 Bundesbürger, davon 252.789 Männer und 240.844 Frauen. |
| 02. Juni |
Auf einer Veranstaltung in Bamberg äußert der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler
Konrad Adenauer die Ansicht, bei der Bundestagswahl am 15. September gehe es
darum, ob Deutschland und Europa christlich bleiben oder unter kommunistische
Gewalt geraten. Die US-amerikanische Fernsehgesellschaft CBS strahlt ein Interview mit dem sowjetischen Parteichef Nikita S. Chruschtschow aus, in dem dieser sich für eine friedliche Koexistenz der Weltmächte ausspricht. Auf Initiative des Physikers und Chemienobelpreisträgers Linus Pauling wenden sich 2.000 US-amerikanische Wissenschaftler an die Atommächte und fordern die Einstellung aller Kernwaffenversuche. |
| 03. Juni |
15 Soldaten der Bundeswehr ertrinken in der Iller, die sie im Rahmen einer Übung
durchwaten. 2.000 US-amerikanische Wissenschaftler unterzeichnen einen Appell, in dem ein Abkommen über die Einstellung der Kernwaffenversuche gefordert wird. |
| 04. Juni |
Mit der Wahl des amtierenden Kultusministers Egon Reinert zum saarländischen
Ministerpräsidenten endet eine zweimonatige Regierungskrise im Saarland. Der CDU-Vorsitzende Konrad Adenauer und der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer äußern sich zustimmend über die Aktivitäten des Kuratoriums Freies Wochenende. Sie wollen darauf hinwirken, das letzte Wochenende im Monat von Veranstaltungen freizuhalten, die nicht der Erholung und der Besinnung dienen. Im Prozess um den Brand der Wiener Börse im April 1956, bei dem ein Sachschaden von 150 Mio. Schilling (25 Mio. DM) entstanden war, werden der ehemalige Saalchef und der Löschmeister der Feuerwehr zu drei bzw. fünf Monaten Haftstrafe mit Bewährung verurteilt. Bei Kämpfen zwischen algerischen Aufständischen und französischen Kampfgruppen im Kabylengebirge östlich von Algier kommen nach französischen Angaben 125 Algerier und zehn Franzosen ums Leben. |
| 05. Juni |
Für das Jahr 1957 muss die Bundesrepublik für die alliierten Truppen auf ihrem
Territorium 1,2 Mrd. DM an Stationierungskosten bezahlen. Abtreibung und Sterilisierung werden in der Volksrepublik China als Gesundheitsmaßnahmen legalisiert. |
| 06. Juni |
Zum Abschluss ihres zweitägigen Parteikongresses in Hamburg verabschiedet die
FDP ein sieben Punkte umfassendes Aktionsprogramm, in dem u. a. die
Wiedervereinigung Deutschlands und der Verzicht auf Atomwaffen für die
Bundeswehr gefordert werden. Vom Ministerrat der DDR wird die Gründung des Beirates für naturwissenschaftlich-technische Forschung und Entwicklung beim Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik, kurz Forschungsrat der DDR, beschlossen. |
| 07. Juni | In Washington einigen sich die USA und Polen auf ein Abkommen, nach dem Polen wirtschaftliche Hilfe in Höhe von 95 Mio. US-Dollar (400 Mio. DM) erhält, die überwiegend der Entwicklung des Kohlebergbaus und der Landwirtschaft dienen sollen. |
| 08. Juni | In einer Verbalnote an die sowjetische Regierung erklärt die Bundesregierung, dass sie Verhandlungen über die Rückführung deutscher Staatsangehöriger aus der UdSSR als unabdingbare Voraussetzung für die Aufnahme von Handelsgesprächen ansieht. |
| 10. Juni |
Der erst seit dem 19. Mai amtierende italienische Ministerpräsident Adone Zoli
reicht seinen Rücktritt ein, nachdem er am Tag zuvor eine Vertrauensabstimmung
im Parlament nur durch die Stimmen der von ihm abgelehnten Neofaschisten
gewinnen konnte. Der überraschende Wahlsieg der Konservativen Partei beendet die 22-jährige Herrschaft der Liberalen in Kanada. Neuer Ministerpräsident wird John Diefenbaker als Nachfolger des seit 1948 regierenden Louis Stephen Saint Laurent. Die Nachricht von der Erkrankung des US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower – er leidet an einer Magenstörung – löst eine Verkaufswelle an der New Yorker Börse aus. Führende Papiere sinken um bis zu fünf US-Dollar (21 DM). |
| 11. Juni |
Der Radikalsozialist und bisherige Verteidigungsminister Maurice
Bourgès-Maunoury wird neuer französischer Ministerpräsident. Die alte Regierung
unter Guy Mollet war am 21. Mai zurückgetreten. Der erste Abschuss der US-amerikanischen Interkontinentalrakete "Atlas" missglückt: Das Geschoß, das eine Reichweite von 9.000 km – etwa die Entfernung New York-Moskau – haben soll, steigt zwar senkrecht auf, explodiert jedoch nach kurzer Zeit. |
| 12. Juni |
Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht eine Untersuchung über
die Eigentumsverhältnisse in deutschen Aktiengesellschaften. Demnach befinden
sich höchstens 40% der Aktien im Besitz freier Aktionäre, der Rest ist
Schachtel- oder Dauerbesitz. In La-Chaux-de-Fonds in der Westschweiz versammeln sich 6.000 Menschen, die den Verzicht auf alle künftigen Experimente mit Kernwaffen fordern. |
| 13. Juni | Während eines diplomatischen Empfangs beurteilt das sowjetische Politbüromitglied Anastas I. Mikojan den Vorschlag von US-Außenminister John Foster Dulles über den Austausch von Fernsehsendungen grundsätzlich positiv. |
| 14. Juni |
Ab dem 1. Oktober soll die Arbeitszeit für Arbeiter und Angestellte der
Gemeinden bei gleichem Lohn von 48 auf 45 Stunden verkürzt werden. Darauf
einigen sich die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft sowie die Gewerkschaft
Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr einerseits und die Vereinigung
Kommunaler Arbeitgeberverbände andererseits. Eine Militärjunta unter Brigadegeneral Antonio Krebeau übernimmt die Regierung in Haiti, nachdem sie den Präsidenten Daniel Fignole zum Rücktritt gezwungen hat. Anschließende blutige Unruhen fordern mindestens 50 Todesopfer und 200 Verletzte. |
| 15. Juni |
Bundeskanzler Konrad Adenauer beendet seinen dreitägigen Staatsbesuch in
Österreich. Die SPD verabschiedet zum Abschluss ihres zwei Tage dauernden Wahlkongresses in Dortmund ein zehn Punkte umfassendes Wahlprogramm. |
| 16. Juni |
Das am 17. Mai 1956 unterzeichnete Kulturabkommen
zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Griechenland tritt in Kraft. Über 100 französische Flugzeuge greifen ein Gebiet in den Bergen Ostalgeriens an, weil sie dort Aufständische vermuten. Es ist der bisher schwerste Luftangriff der französischen Armee in Algerien. |
| 17. Juni |
Nach 18 Jahren hält das österreichische Bundesheer zum ersten Mal wieder ein
Manöver ab. In Panama City stirbt der 19. Staatspräsident von Panama und Sohn des ehemaligen Präsidenten Federico Boyd, Augusto Samuel Boyd. |
| 18. Juni |
Der
Gehorsamsparagraph (§ 1354 Bürgerliches Gesetzbuch) wird ersatzlos
gestrichen. Die Bundesrepublik und weitere Staaten schließen sich der Teilaufhebung des Handelsembargos gegen die Volksrepublik China an, die Großbritannien am 28. Mai verkündet hatte. Die Bundesmarine läuft in Kiel zu ihrem ersten Manöver aus, das fünf Tage dauern wird und an dem fast alle Schiffe der Flotte beteiligt sind. |
| 19. Juni |
Neuer Ministerpräsident des Irak wird Ali Jawdat Ayoubi, der als Anhänger des
Bagdadpaktes und der Zusammenarbeit mit dem Westen gilt. Die bisherige Regierung
unter Nuri es Said war am 8. Juni zurückgetreten. In der Nähe der tschechoslowakischen Grenze wird der "Frauenschreck von Steyr", der 37-jährige Fabrikarbeiter Alfred Engleder, verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, in den vergangenen zwei Jahren in der oberösterreichischen Stadt Steyr zwei Sexualmorde sowie mehrere Überfälle und Vergewaltigungen begangen zu haben. |
| 20. Juni |
Der Ungarn-Ausschuss der Vereinten Nationen berichtet über seine Untersuchungen
zum ungarischen Volksaufstand im Oktober des Jahres 1956. Die französische Regierung hebt die seit der Suezkrise im November 1956 bestehende Benzinrationierung auf und erhöht zugleich den Benzinpreis von 81 auf 90 Francs (rund 1,08 DM). |
| 21. Juni |
In Traunstein stirbt der deutsche Physiker und
Nobelpreisträger (Physik 1919)
Johannes
Stark. John George Diefenbaker von der Konservativen Partei wird neuer kanadischer Premierminister. Die Vereinigten Staaten sichern zu, dass sie ihre Streitkräfte in Japan abziehen werden, sobald Japan eine eigene Armee aufgebaut hat. In den USA wird der sowjetische Spion Rudolf Iwanowitsch Abel verhaftet. |
| 22. Juni | Eine französisch-nordafrikanische Gemeinschaft, die durch General Charles de Gaulle zu verwirklichen wäre, schlägt der tunesische Ministerpräsident Habib Burgiba zur Lösung der algerischen Frage vor. |
| 23. Juni | Bei den Wahlen in der DDR erhält die Einheitsliste eine Zustimmung von 99,5%. Die Wahlbeteiligung liegt bei 97,2%. |
| 24. Juni |
Das bayerische Kultusministerium kündigt an, dass 1958 in zwei Klassenstufen der
Oberrealschule Garmisch-Partenkirchen versuchsweise die Fünf-Tage-Woche
eingeführt wird. Zwei der wegfallenden Unterrichtsstunden sollen nachmittags
nachgeholt werden, der Rest entfällt. US-amerikanische Wissenschaftler teilen Präsident Dwight D. Eisenhower mit, dass die USA eine Wasserstoffbombe herstellen könnten, die zu fast 95% frei von radioaktiver Ausschüttung sei. |
| 25. Juni | Der italienische Ministerpräsident Adone Zoli erklärt dem Parlament die Zurücknahme seines Rücktritts, den er am 10. Juni ausgesprochen hatte. |
| 26. Juni |
Der Bundestag verabschiedet das Gesetz über die Lohnfortzahlung im
Krankheitsfall, womit Arbeiter und Angestellte annähernd gleichgestellt sind. Der Bundestag in Bonn verabschiedet eine provisorische Neuregelung für die Ehegattenbesteuerung, die verschiedene Wahlmöglichkeiten zwischen einer getrennten und einer gemeinsamen Veranlagung zulässt. Die bisherige Regelung wurde vom Verfassungsgericht in Karlsruhe am 21. Februar für verfassungswidrig erklärt. In Emmendingen stirbt der Schriftsteller Alfred Döblin. |
| 27. Juni |
Das Bundeskabinett in Bonn erhöht die Mindestsätze der amtlichen Gebührenordnung
für Ärzte um 33 1/3 %. In ersten Stellungnahmen bezeichnen Ärzteverbände die
Erhöhung lediglich als eine Abschlagszahlung. Die sowjetische Regierung warnt die Bundesregierung abermals davor, die Bundeswehr mit Atomwaffen auszurüsten. Damit riskiere sie, "als Totengräber der Einheit Deutschlands in die Geschichte einzugehen". Das Oberste Schweizer Bundesgericht in Lausanne entscheidet, dass ein Frauenstimmrecht in der Schweiz nicht ohne Verfassungsänderung eingeführt werden darf. Der österreichische Bergsteiger Hermann Buhl verunglückt tödlich im zentralasiatischen Karakorum. |
| 28. Juni |
Der Bundestag verabschiedet ein neues Beamtenbesoldungsgesetz, das die Erhöhung
der Gehälter von 155% des Satzes von 1927 auf 165% vorsieht. Eine heftige Debatte geht der Abstimmung über das Ordensgesetz voraus. Vor allem die SPD-Fraktion im Bundestag wendet sich gegen die Bestimmung, dass ein Eisernes Kreuz aus dem Ersten Weltkrieg am schwarz-weiß-roten Band getragen werden darf. |
| 29. Juni |
Der Bundestag verabschiedet das Gesetz über die Wahl von Vertrauensmännern in
den Streitkräften. Sie sollen zur einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen
Vorgesetzten und Untergebenen beitragen. In Zürich stirbt der schweizer Schriftsteller Adrien Turel. |
| 30. Juni |
Im Juni sinkt die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik um 39.961 auf
453.672 (237.257 Männer und 216.415 Frauen). In der Dortmunder Westfalenhalle eröffnet die CDU ihren Wahlkampf. Um 8,4% sind die Bruttolöhne und -gehälter in der Bundesrepublik im ersten Halbjahr 1957 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gestiegen. Im ersten Halbjahr 1957 hat die Zahl der Arbeitnehmer mit tariflich vereinbarter Arbeitszeitverkürzung auf 45 Stunden bei vollem Lohnausgleich um 28% auf rund 8,6 Mio. zugenommen. Mit einem überwältigenden Sieg der prowestlichen Regierungsparteien enden die am 9. Juni begonnenen Parlamentswahlen im Libanon. 50 der 66 Sitze gehen an die Regierungsparteien, 13 an die proägyptische Opposition und drei an prowestliche Unabhängige. |
| 01. Juli |
Die ersten drei Divisionen der
Bundeswehr werden der
NATO unterstellt. Bei einer Umfrage des sozialwissenschaftlichen Instituts Emnid in Bielefeld sprechen sich 55% der Befragten für die Neutralität der Bundesrepublik Deutschland aus. Im Jahr zuvor waren es noch 62%. Das Honnefer Modell zur Unterstützung bedürftiger Studenten, das bereits vor anderthalb Jahren erarbeitet wurde, wird erstmals angewendet. In Feldberg (Schwarzwald) stirbt der deutsche Flugpionier August Euler. In den USA tritt der "Narcotic Control Act" in Kraft. Dadurch wird der Drogenhandel zu einem Bundesvergehen. Die Pekinger Volkszeitung meldet, dass die Regierung der Volksrepublik China gegen ungerechtfertigte Kritiken vorgehen werde, wie sie vor einem Monat in dem Organ veröffentlicht wurden. |
| 02. Juli |
Der Bundestag in Bonn billigt eine Änderung des Kindergeldgesetzes, wonach das
Kindergeld vom dritten Kind an von 25 DM auf 30 DM monatlich erhöht wird. Bei den Londoner Abrüstungsgesprächen legen die Westmächte neue gemeinsame Vorschläge über die vorübergehende zehnmonatige Einstellung von Atomwaffenversuchen vor. Der demokratische US-Senator John F. Kennedy fordert die amerikanische Regierung auf, ihren Einfluss zur Lösung des Algerienkonflikts geltend zu machen und sich nicht auf "lauwarme Moralpredigten für beide Seiten" zu beschränken. Präsident Dwight D. Eisenhower lehnt eine aktive Intervention der USA zugunsten eines unabhängigen Algerien ab und bezeichnet den Konflikt als innerfranzösisches Problem. |
| 03. Juli |
Der Bundestag verabschiedet das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen
(Kartellgesetz). Durch das Gesetz zur Alterssicherung der Landwirte, das vom Bundestag gebilligt wird, wird erstmals eine Selbständigengruppe zwangsversichert. In Stralsund stirbt die deutsche Malerin Elisabeth Büchsel. |
| 04. Juli |
Der Bundestag verabschiedet das Kartellgesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen.
Der Aufbau des Bundeskartellamtes zur Sicherung des freien Wettbewerbes stellt
eine der Grundlagen der freien Marktwirtschaft dar. Der Bundestag verabschiedet das Gesetz über die Errichtung einer Deutschen Bundesbank als Währungs- und Notenbank. Der luxemburgische Ministerpräsident Joseph Bech beendet seinen zweitägigen Besuch in Bonn. Nach ihrem Ausschluss aus dem ZK der KPdSU am 29. Juni werden Wjatscheslaw M. Molotow, Georgi M. Malenkow und Lasar M. Kaganowitsch nun auch ihrer Regierungs- bzw. Parteiämter enthoben. In der Öffentlichkeit werden sie der "Fraktionstätigkeit" und weiterer Vergehen beschuldigt. |
| 05. Juli |
Gegen die Stimmen der FDP und des Gesamtdeutschen Blocks/Bund der
Heimatvertriebenen und Entrechteten (GB/BHE) billigt der Bundestag in Bonn die
Verträge über die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische
Atomgemeinschaft (EURATOM). Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Adolf Heusinger, unterstellt die ersten drei Bundeswehrdivisionen dem Kommando des westlichen Militärbündnisses NATO. |
| 06. Juli |
Der Bundestag billigt das Fernstraßen-Ausbaugesetz, das einen Zehn-Jahres-Plan
für Neu- und Umbauten von Autobahnen, Bundesstraßen und besonderen
Fremdenverkehrsstraßen festlegt. Zum dritten Mal scheitert der Versuch, im Bundestag mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit eine Grundgesetzänderung durchzusetzen, die als Voraussetzung für das geplante Atomgesetz notwendig ist. Nach fünftägiger Dauer geht in Wien der 5. Kongress der Sozialistischen Internationale zu Ende, an dem über 160 Delegierte aus 40 Ländern teilgenommen haben. Der Kongress beschäftigte sich mit der Abrüstung, der Wiedervereinigung Deutschlands, den Problemen der Entwicklungsländer, der Algerienfrage und dem Zypernproblem. |
| 07. Juli | Überraschend beruft der britische Premierminister Harold Macmillan eine Kabinettssitzung über die Zypernfrage ein, nachdem es die Regierung in London in letzter Zeit abgelehnt hatte, sich weiter mit diesem Problem zu befassen. |
| 08. Juli |
Die ersten 125 Kinder aus West-Berlin werden von der US-amerikanischen Luftwaffe
zu ihren Ferieneltern in der Bundesrepublik geflogen. Insgesamt sollen 2.000
Berliner Kinder über die Ferienluftbrücke transportiert werden. Aufgrund eines neuen Regierungserlasses werden in der Republik Irland über 60 Angehörige der illegalen Irisch Republikanischen Armee (IRA) verhaftet und in einem Militärlager interniert. Der Erlass ermächtigt zur Verhaftung jeder Person, die nach Auffassung eines Ministers Tätigkeiten ausübt, die den Frieden stören könnten. |
| 09. Juli |
Als erstes Bundesland erhält Bayern ein Atomgesetz, das den Bau und den Betrieb
von Kernreaktoren und die Anwendung radioaktiver Isotopen regelt. Der französische Staatspräsident René Coty spricht sich gegen die Unabhängigkeit Algeriens aus. |
| 10. Juli |
Das Bundeskabinett in Bonn beschließt die Senkung der Zölle für gewerbliche
Güter um 25% für die Zeit vom 15. August bis zum Jahresende. Damit sollen
Preisauftriebstendenzen gedämpft und die Gläubigerstellung der Bundesrepublik in
der Europäischen Zahlungsunion abgebaut werden. Erst nach mehrfachem Eingreifen des UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld wird ein zehnstündiges Feuergefecht an der israelisch-syrischen Waffenstillstandslinie beendet. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die Waffenruhe verletzt zu haben. In London stirbt der jüdische Schriftsteller und Dramatiker Schalom Asch. |
| 11. Juli |
Das Schwurgericht Nürnberg verurteilt den "Badewannenmörder" Georg Alt aus Fürth
zu lebenslanger Haft. Er wurde für schuldig befunden, am 9. Juli 1956 seine Frau
Pauline mit einem Stromschlag in der Badewanne getötet zu haben. Sultan Mohammed Shah, der dritte Träger des Titels Aga Khan, der seinem Großvater von der britischen Königin Victoria verliehen wurde, stirbt in Versoix am Genfer See. Sein Nachfolger als Oberhaupt der Ismailiten und vierter Aga Khan wird sein Enkel, Prinz Karim. |
| 12. Juli |
Der SPD-Vorsitzende Erich Ollenhauer bezeichnet die Wahlreden von Bundeskanzler
Konrad Adenauer als eine Verwilderung der politischen Sitten und ein Abgleiten
des Wahlkampfes auf das Niveau der Unanständigkeit. Adenauer hatte auf einer
Wahlveranstaltung behauptet, ein Wahlsieg der Sozialdemokraten bedeute den
Untergang Deutschlands. Die US-amerikanische Regierung bringt zur Information der Öffentlichkeit ein 579 Seiten umfassendes Handbuch der Atomgefahren heraus. Gleichzeitig läuft in den USA die bislang größte Atomluftschutzübung an. |
| 13. Juli |
In Tunis endet die fünfte Tagung des Internationalen Bundes Freier
Gewerkschaften, die am 5. Juli begonnen hatte. Die polnische Regierung in Warschau gestattet den privaten Landerwerb bis zu 15 ha. |
| 14. Juli |
Bei den ersten Wahlen zur ägyptischen Nationalversammlung in Kairo haben die
Stimmberechtigten die Wahl zwischen verschiedenen Kandidaten, die jedoch alle
vor den Wahlen der Billigung der Regierung bedurften. Im neu gewählten
ägyptischen Parlament mit 345 Sitzen sind auch zwei weibliche Abgeordnete
vertreten. Bei einem Jubiläumsrennen der Formel 2 auf dem Circuit de Reims-Gueux verunglückt der amerikanische Rennfahrer Herbert MacKay-Fraser tödlich. |
| 15. Juli |
In der Bundesrepublik tritt das Krankenpflegegesetz in Kraft. Der spanische Ministerpräsident Luis Carrero Blanco kündigt die Einführung der Monarchie in Spanien nach dem Tod des diktatorisch regierenden Staatschefs General Francisco Franco Bahamonde an. Zwischen der staatlichen Österreichischen Mineralölverwaltung AG und der Mineralölgesellschaft BP wird ein Konsortialvertrag über gemeinsame Erdölforschung und -förderung in Österreich abgeschlossen. |
| 16. Juli |
US-Verteidigungsminister Charles E. Wilson ordnet die Verringerung der
amerikanischen Streitkräfte um 100.000 Mann innerhalb der nächsten sechs Monate
an. Der österreichische Ministerrat in Wien lehnt die Forderung des Aachener Domkapitels ab, die Reichskleinodien auszuliefern. |
| 17. Juli |
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Adolf Heusinger, begrüßt den
100.000. Bundeswehrsoldaten. DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl und seine Frau helfen Genossenschaftsbauern in Waltersdorf (Kreis Königswusterhausen) bei der Maispflege und jäten Unkraut. Etwa 100 Mitarbeiter verschiedener Regierungsstellen haben sich ebenfalls für den Arbeitseinsatz gemeldet. |
| 18. Juli |
Die Bundesrepublik und Frankreich unterzeichnen ein Abkommen mit der "American
Telephone and Telegraph Company" über das Verlegen und den Betrieb eines zweiten
Telefonkabels zwischen Europa und Nordamerika. Das Kabel, das im Sommer 1959 mit
einem Kostenaufwand von 40 Mio. US-Dollar (164 Mio. DM) verlegt werden soll,
kann gleichzeitig 36 Gespräche übertragen. Bisher werden Telefonverbindungen
über Funk hergestellt, nur Großbritannien ist seit 1956 durch ein Überseekabel
telefonisch mit Nordamerika verbunden. Die französische Wochenschrift "France Observateur" berichtet über Kontaktversuche der französischen Regierung mit algerischen Rebellenführern. |
| 19. Juli |
Der Bundesrat wählt den Regierenden Bürgermeister von West-Berlin, Otto Suhr,
für das am 1. September beginnende Geschäftsjahr zum Präsidenten. Bei einem Geheimtreffen der Parteiführer von Jugoslawien, Bulgarien und Albanien mit dem sowjetischen Parteichef Nikita S. Chruschtschow werden Möglichkeiten erörtert, wie die Beziehungen zu Albanien verbessert werden können. Auf dem Atomversuchsgelände Yucca Flat in Nevada wird zum ersten Mal eine US-amerikanische atomare Luft-Luft-Rakete abgefeuert. |
| 20. Juli | Der Ministerrat der Sowjetunion sperrt die Gewässer von Wladiwostok, dem bedeutendsten Kriegshafen der UdSSR am Pazifik, für ausländische Schiffe und weitet zugleich seine Territorialgewässer in diesem Gebiet aus. Die Maßnahme führt zu heftigem Protest Japans. |
| 21. Juli | Britische Truppen greifen zugunsten des Sultans von Oman Said Ibn Taimur in einen Aufstand im Innern des Landes ein. |
| 22. Juli | Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm (DP) kündigt an, dass künftig der Ausbau des Autobahnnetzes Vorrang vor anderen Straßenbaumaßnahmen haben soll. Künftig sollen jährlich mindestens 200 km Autobahnstrecke neu gebaut werden. |
| 23. Juli |
In Moskau werden die deutsch-sowjetischen Regierungsverhandlungen über
gegenseitige Wirtschaftsbeziehungen und die Repatriierung der in der Sowjetunion
lebenden Deutschen aufgenommen. In Rom stirbt der italienische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Giuseppe Tomasi di Lampedusa (Der Leopard). |
| 24. Juli |
Der von Israel gecharterte dänische Frachter "Brigitte Toft" passiert den
Suezkanal. Ein israelisches Besatzungsmitglied wird von den ägyptischen Behörden
in Suez unter Spionageverdacht verhaftet. In Paris stirbt der französische Schauspieler Sacha Guitry. |
| 25. Juli |
Nach Auskunft des Bundesernährungsministeriums bleibt Obst in diesem Jahr teuer
und knapp, weil die schlechte Inlandsernte durch Importe nicht ausgeglichen
werden kann. In Bonn stirbt der deutsche Schriftsteller Adolf von Hatzfeld. In Tunesien wird die seit 250 Jahren bestehende Monarchie abgeschafft und die Republik ausgerufen. Die verfassungsgebende Versammlung wählt den bisherigen Ministerpräsidenten Habib Bourguiba zum ersten Präsidenten der Republik. |
| 26. Juli |
Durch das Bundesbankgesetz wird in Frankfurt/Main die
Deutsche Bundesbank als zentrale Finanzstelle der Bundesrepublik und West-Berlin
eingerichtet. In West-Berlin wird das Bundeskartellamt eingerichtet. Das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen (Ordensgesetz) tritt in Kraft. 52% der Bundesbürger glauben nicht, dass eine Wiedervereinigung Deutschlands in absehbarer Zeit auf friedlichem Weg möglich ist. Dies ist das Ergebnis einer Repräsentativumfrage des Emnid-Instituts. In der DDR wird der am 6. Dezember 1956 wegen konterrevolutionärer Verschwörung verhaftete Verleger und Mexiko-Emigrant Walter Janka zu fünf Jahren Zuchthaus mit verschärfter Einzelhaft verurteilt. |
| 27. Juli |
Die Regierung der DDR schlägt die Bildung eines Staatenbundes/Konföderation
zwischen der DDR und der Bundesrepublik vor. Das Gesetz über den Ausbau der Bundesfernstraßen tritt in Kraft. |
| 28. Juli |
Der französische Verteidigungsminister André Morice gibt bekannt, dass
Frankreich in Ostalgerien eine mit Stacheldraht und Wachttürmen befestigte
Grenzlinie aufbaut, die eine Unterstützung der Algerier von tunesischem Gebiet
aus verhindern soll. In Argentinien werden die 205 Abordneten einer verfassungsgebenden Versammlung gewählt. Dabei erhalten die eine Verfassungsreform befürwortenden Parteien 115 Sitze, deren Gegner 90 Mandate. Etwa ein Drittel der abgegebenen Stimmen sind weiße Zettel, die von den Anhängern des 1955 gestürzten Präsidenten Juan Domingo Perón stammen. |
| 29. Juli |
Der Staatskirchenvertrags, in dem unter anderem die evangelische
Militärseelsorge geregelt wird, wird verkündet. Der Bundestag beschließt ein neues Jugendschutzgesetz, eine Korrektur des Ladenschlussgesetzes von 1956 sowie die Einführung einer Verkehrssünderkartei beim Kraftfahrzeugbundesamt in Flensburg. Die drei Westmächte und die Bundesrepublik veröffentlichen die "Berlin-Erklärung" zur deutschen Einheit. Darin wird die Forderung nach Viermächte-Verhandlungen und Abschluss eines Friedensvertrages mit einer frei gewählten gesamtdeutschen Regierung gestellt. In der DDR ist entsprechend dem Befehl 60/57 des Ministers für Nationale Verteidigung bis zum 15. August das Regierungs- und Verbindungsfliegergeschwader der Deutschen Demokratischen Republik zu bilden. Gründung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA). US-Außenminister John Foster Dulles legt bei den Abrüstungsgesprächen in London einen gemeinsamen Luft- und Bodeninspektionsplan der Westmächte vor. |
| 31. Juli |
In der Bundesrepublik erreicht die Arbeitslosenzahl im Juli den tiefsten Stand
seit Kriegsende. Die Zahl hat sich gegenüber dem Vormonat um 63.422 auf 390.250
verringert, davon 204.381 Männer und 185.869 Frauen. In Österreich liegt die Zahl der Arbeitslosen Ende Juli bei knapp 65.000 und erreicht damit den niedrigsten Stand seit 1918. |
| 01. August |
Aufgrund des Bundesbankgesetzes vom 26.7. wird in Frankfurt/Main die
Deutsche Bundesbank als
zentrale Notenbank der Bundesrepublik und West-Berlins gegründet. Ihr Präsident
wird Wilhelm Vocke, der auch schon an der Spitze der Bank deutscher Länder
gestanden hat. Das Schöffengericht München-Land verurteilt den 51-jährigen "Wunderdoktor" Bruno Gröning wegen fortgesetzten Verstoßes gegen das Heilpraktikergesetz zu einer Geldstrafe von 2.000 DM. Das wissenschaftliche UN-Komitee legt einen ersten Bericht über die Gefahren radioaktiver Verseuchung vor. Es wird vermutet, dass die Strahlen genetische Veränderungen hervorrufen und bestimmte Krebsarten erzeugen können. Eine Reduzierung der Streitkräfte um 620.000 Soldaten in der Volksrepublik China gibt deren stellvertretender Ministerpräsident und Verteidigungsminister Marshall Peng Tehhuai bekannt. |
| 02. August |
Das Bundesverteidigungsministerium richtet eine Überwachungsstelle gegen
Korruption ein. Anlass ist ein Bestechungsskandal im Bundeswehrbeschaffungsamt
in Koblenz. In Geheimbesprechungen zwischen dem sowjetischen Parteichef Nikita S. Chruschtschow und dem jugoslawischen Staatschef Marschall Josip Tito wird Einigkeit über die unabhängige Stellung Jugoslawiens erzielt. |
| 03. August |
Eine heftige Debatte löst in Großbritannien Lord John Grigg Alkicham mit seiner
Kritik an Königin Elisabeth II. und dem Hof aus. Australien und die Bundesrepublik treffen neue Vereinbarungen über deutsche Auswanderer nach Australien. |
| 04. August | Die Regierung der Volksrepublik China gibt die Einrichtung von Arbeitsbesserungslagern für soziale Schädlinge und gesetzlose Elemente bekannt. |
| 05. August |
Der Rat der Stadt Lüneburg verurteilt in einer außerordentlichen Sitzung
einstimmig die Übergriffe britischer Soldaten gegenüber der deutschen
Bevölkerung. In der Garnisonsstadt ist es seit April zu 54 Zwischenfällen,
darunter ein Sittlichkeitsverbrechen, elf Körperverletzungen und sechs
Diebstähle, gekommen, an denen britische Soldaten beteiligt waren. In München stirbt der Chemiker und Nobelpreisträger von 1927, Heinrich Otto Wieland. Acht europäische Staaten, die während der NS-Zeit von Deutschland besetzt waren, lehnen Vorschläge der Bundesregierung zur Entschädigung politischer Häftlinge aus dieser Zeit unter Protest ab. |
| 06. August |
Im Wehrbereichskommando IV (Hessen und Rheinland-Pfalz) beginnt ein regelmäßiges
Austauschprogramm zwischen Bundeswehr und US-amerikanischer Armee. In Moskau beendet eine syrische Regierungsdelegation ihre einwöchigen Gespräche mit der Sowjetunion. Das Ergebnis: Syrien soll Eisenbahnmaterial und Industrieeinrichtungen auf Kredit erhalten. |
| 07. August |
Durch die Aufstellung eines schweren Pionierbataillons in Koblenz-Metternich
beginnt in der Bundesrepublik der Aufbau einer bodenständigen Landverteidigung. Der sowjetische Parteichef Nikita S. Chruschtschow trifft an der Spitze einer Regierungsdelegation zu einem einwöchigen Besuch in Ost-Berlin ein. Zum Nachfolger des zurückgetretenen US-Verteidigungsministers Charles E. Wilson ernennt US-Präsident Dwight D. Eisenhower den ehemaligen Präsidenten einer großen Seifenfabrik, Neil E. McElroy. Der amerikanische Schauspieler Oliver Hardy (Dick & Doof) stirbt in Hollywood. |
| 08. August |
In Bad Godesberg stirbt der deutsche Maler, Grafiker
und Karikaturist André Osterritter. Die französische Regierung billigt eine Kürzung des Haushaltes für 1958 um 676 Mio. Francs (acht Mio. DM), mit der das Haushaltsdefizit auf fast die Hälfte verringert wird. Die Sparmaßnahmen gehen hauptsächlich zu Lasten der Militärausgaben, die französischen Truppen müssen bis zum Jahresende um 130.000 Soldaten reduziert werden. |
| 09. August |
Das Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen legt den zweiten
Tätigkeitsbericht des 1952 gegründeten Forschungsbeirats für Fragen der
Wiedervereinigung Deutschlands vor. Darin wird es als dringlichste Aufgabe
bezeichnet, die zentralistische Planwirtschaft in der DDR in eine
marktwirtschaftliche Ordnung zu überführen. Die FDP wendet sich dagegen, dass der Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Konrad Adenauer seine Wahlkampfreise in einem Sonderzug der Bundesbahn absolviert, den die CDU nach Ansicht der Freien Demokraten nicht ordnungsgemäß bezahlt. Regierungssprecher Felix von Eckardt hält dem entgegen, der Kanzler müsse auch während des Wahlkampfes die Regierungsgeschäfte leiten, ziehe aber eine deutliche Trennlinie zwischen Regierungs- und Parteiangelegenheiten. |
| 11. August |
Auf ihrem Landesparteitag in Saarbrücken erklärt sich die Demokratische Partei
Saar unter Beibehaltung ihres Namens zum Landesverband Saar der FDP. Die Festung Naswa, Hauptstadt des Aufstandsgebietes im Sultanat Oman, ergibt sich den Truppen des Sultans, die von britischen Einheiten unterstützt werden. Frankreich subventioniert Exporte mit 20% und schlägt auf Importe, mit Ausnahme von Rohstoffen, 20% auf, was einer Abwertung des Francs um 20% gleichkommt. Damit sollen die Ausfuhr gesteigert und die unausgeglichene Zahlungsbilanz verbessert werden. US-Senator Hubert Humphrey fordert eine Lebensmittelbevorratung für den Kriegsfall in den europäischen Mitgliedstaaten des westlichen Militärpakts NATO. Der Mangel an Nahrungsmittelreserven sei eine lebensgefährliche Lücke in den US-amerikanischen Verteidigungsplänen. |
| 13. August |
Die syrische Regierung weist drei US-amerikanische Botschaftsangehörige aus,
weil diese eine Verschwörung gegen den Staatspräsidenten Schukri Al Kuwwatli
angezettelt haben sollen. Aus gesundheitlichen Gründen tritt der neuseeländische Premierminister Sidney Holland, der seit 1949 regierte, zurück. Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter Keith Holyoake. |
| 14. August | Der nordafrikanische Staat Marokko wird künftig als Königreich und nicht mehr als scherifisches Reich bezeichnet. Der Sultan von Marokko wird als Muhammad V. König des Landes, das 1956 von Frankreich und Spanien (Französisch- bzw. Spanisch-Marokko) unabhängig wurde. |
| 15. August |
Auf der letzten SPD-Parteikonferenz vor der Bundestagswahl am 15. September
vergleicht der Bundestagsabgeordnete Heinz Kühn die Regierung Konrad Adenauer
mit der DDR-Regierung. Beide lebten von der Teilung Deutschlands. In der DDR wird unter dem Kommando von Oberstleutnant Kurt Bauditz das Regierungs- und Verbindungsfliegergeschwader gegründet. Sitz ist in Marxwalde. Die britischen Truppen im Sultanat Oman ziehen sich aus der Festung Naswa zurück, an deren Eroberung vier Tage zuvor sie beteiligt waren. Der frühere Ministerpräsident der Kronkolonie Britisch-Guayana. Cheddi Jagan, der vor vier Jahren wegen Kommunistenfreundlichkeit abgesetzt und später verhaftet wurde, erringt bei den Parlamentswahlen einen beachtlichen Erfolg. Seine Fortschrittliche Volkspartei gewinnt neun der 14 Sitze. |
| 16. August |
Eine Denkschrift über Ausmaß und Ursachen des Geburtenrückgangs legt das
Bundesfamilienministerium vor. Eine mehrstündige Sitzung der deutsch-sowjetischen Regierungsverhandlungen in Moskau endet ohne Ergebnis. Beide Seiten können sich nicht über die Frage der Repatriierung Deutscher aus der Sowjetunion einigen. Der deutsche Delegationsleiter Rolf Lahr wird nach Bonn zurückbeordert. In Woods Hole, Massachusetts, stirbt der amerikanische Chemiker, Physiker und Nobelpreisträger (Chemie 1932) Irving Langmuir. |
| 17. August |
Durch einen Wechsel in der syrischen Armeeführung wird die Wende zu einem
arabisch-nationalistischen Kurs in der syrischen Politik, die in den letzten
Wochen ihren Anfang genommen hat, manifestiert. Die Montanunion beschließt die Einführung einer Arbeitskarte, die es anerkannten Facharbeitern in Berufen der Kohlen- und Stahlindustrie gestattet, innerhalb dieser europäischen Gemeinschaft eine Beschäftigung aufzunehmen. |
| 19. August | Der Vorsitzende der US-amerikanischen Atomenergiekommission, Lewis L. Strauss, teilt dem Kongress mit, dass nach seiner Auffassung eine Armbanduhr mit einem leuchtenden Zifferblatt für den Menschen gefährlicher sei als alle radioaktiven Niederschläge nach Atomexplosionen. |
| 20. August |
Das Rösten, Mahlen und Mischen von Kaffee wird nach einem Beschluss des
Bundeskabinetts von der Großhandels-Umsatzsteuer befreit. Es wird erwartet, dass
die Kaffeepreise von durchschnittlich 10 DM bis 13 DM je kg ab 1. September um
0,80 DM bis 1,80 DM sinken werden. Der UN-Sicherheitsrat lehnt einen Antrag der arabischen Staaten ab, das britische Eingreifen im Sultanat Oman zu erörtern. |
| 21. August |
US-Präsident Dwight D. Eisenhower schließt eine militärische Intervention in
Syrien nach Maßgabe der Eisenhower-Doktrin gegenwärtig aus. Gleichzeitig sticht
die 6. US-amerikanische Flotte im Mittelmeer in See. Laut Marinehauptquartier
handelt es sich um ein Routinemanöver. Der römische Polizeipräsident weist alle Polizeireviere in der Stadt und der Provinz Rom an, "Unsitten und Mangel an Anstand in der Bekleidung" energisch zu bekämpfen. Die Verordnung richtet sich in erster Linie gegen ausländische Touristen, die in Shorts und anderer leichter Kleidung auf Straßen und Plätzen der Ewigen Stadt flanieren. Die weltweit erste Interkontinentalrakete, die sowjetische R-7, macht ihren ersten erfolgreichen Testflug. |
| 22. August | Alfred Kantorowicz, Leiter des Germanistischen Seminars an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin, bittet in der Bundesrepublik Deutschland um politisches Asyl. |
| 23. August |
Im Prozess um das Unglück an der Iller, bei dem am 3. Juni 15 Bundeswehrsoldaten
ertrunken sind, werden die Urteile gefällt. Der Oberstabsjäger, der den Befehl
zur Durchquerung des Flusses gegeben hat, wird zu acht Monaten Gefängnis auf
Bewährung verurteilt. Die Mitangeklagten, ein weiterer Oberstabsjäger und ein
Oberleutnant, werden freigesprochen. Auf einer Tagung der Volkskammer der DDR wird der Forschungsrat der DDR gegründet. In den Vereinigten Staaten wird der Diskontsatz von 3% auf 3,5% erhöht und erreicht damit den höchsten Stand seit 23 Jahren. |
| 24. August | Konstituierung des "Forschungsrates" als zentrales Organ des Ministerrates der DDR für naturwissenschaftlich-technische Forschung. |
| 25. August |
In Bad Ischl stirbt der österreichische
Schriftsteller
Leo Perutz. Die sowjetische Regierung in Moskau erklärt die Erschließung Sibiriens für den Getreideanbau zur wichtigsten Staatsaufgabe. |
| 26. August | Die Sowjetunion gibt den ersten Start einer Interkontinentalrakete bekannt. |
| 27. August | Wegen der Bestechungsaffäre im Bundeswehrbeschaffungsamt in Koblenz konstituiert sich der Verteidigungsausschuss des Bundestages zu einem Untersuchungsausschuss. Mit knapper Mehrheit lehnt die CDU den Antrag der übrigen Fraktionen ab, die Ausschuss-Sitzungen öffentlich zu machen. |
| 28. August | Frankreich friert die Preise auf dem Stand vom 31. Juli ein und ergreift weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Preisniveaus. |
| 29. August |
In Bonn tritt der Zweite Bundestag zu seiner letzten Sitzung zusammen.
Haupttagesordnungspunkt ist die Ansprache von Bundestagspräsident Eugen
Gerstenmaier zur Auflösung des Parlaments. Bei der UN-Abrüstungskonferenz in London legen die Westmächte einen Gesamtplan über ihre Abrüstungsvorschläge vor. Der sowjetische Delegierte Valerian A. Sorin kritisiert den Plan und wirft dem Westen vor, er zeige keinerlei Entgegenkommen gegenüber den Vorschlägen der Sowjetunion. |
| 31. August |
Auf einer Veranstaltung in Mannheim erklärt der SPD-Politiker Carlo Schmid, in
seiner Partei wolle niemand mehr eine Verstaatlichung der Wirtschaft. Die Arbeitslosenzahl ist in der Bundesrepublik im August um 25.248 auf 365.002 gesunken. Es sind 187.610 Männer und 177.392 Frauen arbeitslos gemeldet. Die Föderation Malaya in Südostasien wird zu einem unabhängigen Staat innerhalb des Britischen Commonwealth. |
| 01. September | Französische Truppen verfolgen eine Gruppe algerischer Aufständischer von Algerien bis auf tunesisches Gebiet und töten dabei sechs Algerier und fünf Tunesier. |
| 02. September | Am Abend vor Schulbeginn postierte der Gouverneur des US-Staates Arkansas, Orval Faubus, in Little Rock Truppen seiner Nationalgarde vor der örtlichen High School, um neun schwarze Schüler (bekannt geworden unter dem Namen "Little Rock Nine") am Betreten der Schule für Weiße zu hindern. |
| 04. September |
In einem gemeinsamen Appell warnen 20 deutsche Schriftsteller vor den Folgen
einer atomaren Bewaffnung der Bundeswehr. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums sind die Geburtenziffern im ersten Halbjahr 1957 wieder leicht angestiegen. |
| 05. September |
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entscheidet, dass allen zugelassenen
Parteien für ihre Wahlwerbung Sendezeit im Hörfunk eingeräumt werden muss. Der
Norddeutsche Rundfunk hatte dem Bund der Deutschen (BdD) Sendezeit verweigert,
weil die Partei nicht im Bundestag vertreten ist. Zwischen Bund und Ländern wird ein Verwaltungsabkommen über die Einrichtung eines Wissenschaftsrates unterzeichnet. Das Schwurgericht Berlin-Moabit verurteilt den ehemaligen Aufseher im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, Otto Locke, wegen Mordes in mindestens sieben Fällen zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe. |
| 06. September |
Der Bundesrat wählt seinen bisherigen Präsidenten, den Hamburger Bürgermeister
Kurt Sieveking, erneut in dieses Amt, nachdem der zunächst gewählte Berliner
Regierende Bürgermeister Otto Suhr am 30. August verstorben ist. Nicht an der Bereitstellung von Kriegsgütern mitarbeiten wollen 101 bundesdeutsche Professoren. Sie unterstützen mit dieser Ankündigung die "Göttinger Erklärung" vom 12. April. In Kiel schließen Arbeitgeberverbände und Industriegewerkschaft Metall einen Vertrag über die grundsätzliche Lohngleichheit für männliche und weibliche Arbeiter in Schleswig-Holstein. Die Vereinbarung, die erste ihrer Art in der Bundesrepublik, tritt rückwirkend zum 1. September in Kraft. |
| 07. September | In einer Note zur Wiedervereinigung stellt die Sowjetunion die Bundesrepublik vor die Alternative, sich aus der NATO zu lösen und mit der DDR einen Staatenbund zu bilden oder die bisherige Politik beizubehalten, die zu einer Gefährdung der Bevölkerung führen könne. |
| 09. September | In der Sowjetunion beginnt ein Prozess gegen Leningrader Studenten, die 1956 an der Leningrader Universität Sympathiekundgebungen mit Ungarn organisiert und Flugblätter verteilt hatten. Sie werden zu Haftstrafen bis zu zehn Jahren verurteilt. |
| 14. September |
Der Schah von Afghanistan, König Mohammed Sahir, beendet seinen zweitägigen
Besuch in der Bundesrepublik Deutschland. In Wien stirbt der österreichische Theater- und Filmschauspieler und Schauspiellehrer Alfred Neugebauer. |
| 15. September |
Bei den Wahlen zum 3. Deutschen
Bundestag erreicht die CDU/CSU mit 50,2% die absolute Mehrheit. Nach amtlichen Angaben beteiligen sich 99,8% der Wahlberechtigten an den bulgarischen Parlamentswahlen. 99,95% der Stimmen entfallen auf die Einheitsliste der Vaterländischen Front. |
| 16. September | Der deutsche Botschafter in Belgrad, Karl Georg Pfleiderer, wird nach Bonn beordert, nachdem der jugoslawische Staatspräsident, Marschall Josip Tito, die Oder-Neiße-Linie als Grenze zwischen Deutschland und Polen als "die einzige und dauernde Lösung" bezeichnet hat. |
| 17. September | Malaysia wird Mitglied bei den Vereinten Nationen. |
| 19. September | Die Bundesbank in Frankfurt am Main senkt zum zweiten Mal in diesem Jahr den Diskontsatz um 0,5% auf 4% und den Lombardsatz von 5,5% auf 5%. |
| 20. September | In Järvenpää bei Helsinki stirbt der finnische Komponist Jean Sibelius. |
| 21. September |
In Essen stirbt
Bertha Krupp von Bohlen und Halbach. Der norwegische König Haakon VII. stirbt in Oslo. Der Nürnberger Oberbürgermeister Otto Bärnreuther stirbt im Alter von 49 Jahren. In Rom stirbt der italienische Filmregisseur und Drehbuchautor Aldo Vergano. |
| 24. September | Präsident Eisenhower entsendet auf Bitte des Bürgermeisters von Little Rock Truppen der 101. US-Luftlandedivision, um den schwarzen Schülern (Little Rock Nine) den Schulbesuch zu ermöglichen. |
| 25. September |
Eine Erhöhung der bundesdeutschen Militärausgaben von neun auf
12 Mrd. DM
jährlich verlangt der NATO-Oberbefehlshaber in Europa, General Lauris Norstad. Der SPD-Vorstand erklärt, dass die CDU schamlos Millionen von Wählern irregeführt habe, wie sich an den Preiserhöhungen kurz nach der Wahl zeige. |
| 27. September | Die UdSSR und die DDR schließen ein Handelsabkommen für die Jahre 1958 bis 1960. Die DDR soll vorwiegend Maschinenbauerzeugnisse liefern und erhält dafür Rohstoffe. |
| 30. September |
Die Arbeitslosenzahl in der Bundesrepublik ist im September weiter um 2.475 auf
367.477 gesunken. Es gibt 189.500 arbeitslose Männer und 177.977 Frauen ohne
Beschäftigung. Die Bundesrepublik und die Volksrepublik China schließen ein Rahmenabkommen, das einen Warenaustausch von je 230 Mio. DM in beide Richtungen vorsieht. Die Chinesen werden in erster Linie Rohstoffe und Nahrungsmittel liefern, die Bundesrepublik exportiert Eisen und Stahlerzeugnisse, Industrieanlagen und Maschinen sowie elektrische und feinmechanische Instrumente. In Genf wird unter Anleitung der Wirtschaftskommission für Europa das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße beschlossen. |
| 01. Oktober |
Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard scheitert mit seinen Bemühungen, den
Unternehmensverband Ruhrkohle zur Verschiebung der Kohlepreiserhöhung auf den 1.
November zu bewegen. In der Bundesrepublik und West-Berlin haben etwa zehn Mio. Arbeiter und Angestellte eine tariflich vereinbarte Wochenarbeitszeit von weniger als 48 Stunden. Dies sind etwas mehr als die Hälfte aller Beschäftigten. |
| 02. Oktober |
Der polnische Außenminister Adam Rapacki schlägt in einer Rede vor der
UN-Vollversammlung in New York eine kernwaffenfreie Zone in Europa vor, die
Polen, die Bundesrepublik Deutschland und die DDR umfassen soll. In Varese stirbt der italienische Radrennfahrer und erster Gesamtsieger des Giro d’Italia, Luigi Ganna. |
| 03. Oktober | Willy Brandt wird als Nachfolger von Otto Suhr zum Regierenden Bürgermeister von West-Berlin gewählt. |
| 04. Oktober | Mit "Sputnik 1" startet die Sowjetunion den ersten künstlichen Erdsatelliten. |
| 05. Oktober |
Die Außenminister der USA und der UdSSR, John Foster Dulles und Andrei A.
Gromyko, treffen sich in Washington zu einem knapp vierstündigen Gespräch. Der ehemalige jugoslawische Parteisekretär Milovan Djilas wird in einem Geheimverfahren wegen seines in den USA erschienenen Buchs "Die neue Klasse" zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. |
| 06. Oktober | Die Hamburger FDP kündigt an, dass sie für die Bürgerschaftswahlen am 10. November eine eigene Liste aufstellen will. Sie bricht damit aus dem Hamburg-Block von CDU, FDP und DP aus, der die Regierung bildet. Daraufhin entschließt sich auch die CDU zu einer eigenen Liste. |
| 07. Oktober | Auf Beschluss der Volks- und der Länderkammer wird die Amtszeit von Wilhelm Pieck als Präsident der DDR um weitere vier Jahre verlängert. |
| 08. Oktober |
Die bayerische Landesregierung unter Ministerpräsident
Wilhelm Hoegner (SPD)
tritt zurück, nachdem der GB/BHE und die Bayernpartei ihre Minister aus dem
Kabinett zurückgezogen haben. In Gräfelfing stirbt der bayerische Intendant, Regisseur, Film- und Hörspielautor Alois Johannes Lippl. |
| 15. Oktober |
Der dritte Deutsche Bundestag tritt in West-Berlin zu seiner konstituierenden
Sitzung zusammen. Eugen Gerstenmaier (CDU) wird erneut zum Bundestagspräsidenten
gewählt. Das Münchner Schwurgericht verurteilt den ehemaligen Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner wegen Totschlags und versuchten Totschlags zu viereinhalb Jahren Gefängnis. Er hatte während des Zweiten Weltkriegs in drei Fällen Erschießungsbefehle gegen Soldaten gegeben, ohne dass diese zuvor vor ein Kriegsgericht gestellt wurden. Die DDR und Jugoslawien nehmen gegenseitig diplomatische Beziehungen auf. |
| 16. Oktober |
Hanns Seidel (CSU) wird zum neuen bayerischen Ministerpräsidenten gewählt. In Zürich stirbt der österreichische Komponist Ralph Benatzky. |
| 18. Oktober | Das Soldatenhilfswerk der Bundeswehr wird gegründet. Anlass war das Illerunglück vom 3. Juni, bei dem 15 Soldaten in dem Fluss ertranken. |
| 19. Oktober | Im Fall Jugoslawiens wird erstmals die Hallstein-Doktrin angewandt und die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Jugoslawien abgebrochen. |
| 22. Oktober |
Konrad Adenauer wird erneut zum
Bundeskanzler gewählt. Die Regierung besteht aus CDU, CSU und DP. Weil er seine politische Überzeugung nicht verleugnen wolle, tritt der schleswig-holsteinische Sozialminister Hans Adolf Asbach (GB/BHE) zurück. Nachfolgerin wird Lena Ohnesorge, die ebenfalls dem GB/BHE angehört. François Duvalier tritt das Amt als Präsident Haitis an. |
| 23. Oktober | Der Bundesgerichtshof erkennt die Züchtigungsbefugnis der Lehrer gegenüber den Schülern grundsätzlich an, verweist aber darauf, dass diese nur in Ausnahmefällen angewendet werden sollte. |
| 24. Oktober | Im italienischen Kurort Montecatini stirbt der Modeschöpfer Christian Dior nach einem Herzanfall. |
| 25. Oktober |
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, wird zum Präsidenten des
Deutschen Bundesrates gewählt. Gegen den am 21. Juni 1957 verhafteten sowjetischen Spion Rudolf Iwanowitsch Abel wird in den USA Anklage erhoben. In einem Friseursalon im Park Sheraton Hotel in New York wird Albert Anastasia, hochrangiges Mitglied der Cosa Nostra in New York City und Anführer der Gambino-Familie, erschossen. |
| 26. Oktober | In Freiburg im Breisgau stirbt Nikos Kazantzakis, einer der bedeutendsten griechischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts (Alexis Sorbas). |
| 27. Oktober | Gründung des Bundes der Vertriebenen (BdV) in Deutschland. |
| 28. Oktober | Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) stellt in Bonn sein neues Kabinett vor. 15 Minister gehören der CDU/CSU, zwei der DP an. |
| 29. Oktober | Die Fortführung der Sozialreform und eine breite Streuung des Eigentums nennt Bundeskanzler Konrad Adenauer in seiner Regierungserklärung als zwei wichtige Ziele der kommenden Legislaturperiode. |
| 31. Oktober |
Aufgrund der Verhandlungen des Deutschen Roten
Kreuzes mit osteuropäischen Ländern über eine Familienzusammenführung sind
bisher rund 117.000 Deutsche aus dem Osten in der Bundesrepublik und West-Berlin
eingetroffen. Im Oktober steigt die Arbeitslosenzahl in der Bundesrepublik geringfügig um 1.160 auf 368.637 (187.904 Männer, 180.733 Frauen). Als erstes deutsches Kernkraftwerk geht in Garching bei München ein Forschungsreaktor ("Atom-Ei") in Betrieb. |
| 01. November |
Rosemarie Nitribitt, eine 24-jährige Prostituierte, wird erwürgt in ihrer
Wohnung in Frankfurt/Main aufgefunden. Ernst Wollweber, Staatssicherheitsminister der DDR, tritt nach offiziellen Angaben aus Gesundheitsgründen zurück. Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter Erich Mielke. |
| 02. November | In Ungarn wird das Standrecht aufgehoben. |
| 03. November | Die UdSSR startet ihren Satelliten Sputnik 2, an dessen Bord sich mit der Hündin Laika das erste Lebewesen im Weltraum befindet. |
| 05. November | Der Deutsche Bundestag beschließt das Allgemeine Kriegsfolgengesetz. |
| 06. November |
Die gemeinsame Fraktion von CDU und DP im niedersächsischen Landtag zieht sich
aus der Regierungskoalition mit der FDP und GB/BHE zurück. Dieser Schritt
richtet sich gegen sechs Abgeordnete der rechtsradikalen Deutschen Reichspartei,
die von der FDP-GB/BHE-Fraktion als Hospitanten aufgenommen wurden. Félix Gaillard wird bisher jüngster Premierminister Frankreichs. |
| 08. November |
Mit einem Acht-Punkte-Programm zur Gesunderhaltung der Familie wendet sich der
Deutsche Hausfrauenbund an die Bundesregierung in Bonn. Großbritannien zündet seine erste thermonukleare Bombe. |
| 10. November | Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg gewinnt die SPD mit 53,9% der Stimmen die absolute Mehrheit. Bisher hatte der sog. Hamburg-Block aus CDU, FDP und DP die Regierung gestellt. |
| 12. November |
Der bisherige niedersächsische Ministerpräsident Heinrich Hellwege (DP) bildet
nach der Auflösung der Koalition mit FDP und GB/BHE am 6. November eine
Regierung aus CDU, SPD und DP. Wegen des Mordes an einem Polizeimeister in Tateinheit mit besonders schwerem Raub verurteilt das Mannheimer Schwurgericht zwei Bankräuber zu lebenslangen Zuchthausstrafen. |
| 14. November |
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) gibt in Bonn bekannt, dass
die Bundeswehr mit Raketen, nicht aber mit Atomwaffen ausgerüstet wird. In der Gemeinde Apalachin in New York findet eine Zusammenkunft fast aller Bosse der amerikanischen La Cosa Nostra (LCN) statt. Die am 16. August vertagten deutsch sowjetischen Regierungsverhandlungen werden in Moskau fortgesetzt, nachdem die UdSSR ihre Bereitschaft erklärt hat, auch über Repatriierungsfragen zu sprechen. |
| 15. November |
Als Konsequenz aus der Bestechungsaffäre im Koblenzer Bundeswehrbeschaffungsamt
soll in Koblenz ein neues Amt für Wehrtechnik und Beschaffung gebildet werden.
Generalmajor Fritz Stambach übernimmt die Leitung des Amtes, sein Vorgänger,
Ministerialdirektor Wilhelm Rentrop, wird in den vorläufigen Ruhestand versetzt.
Die gerichtliche Klärung der Vorgänge steht noch aus. Der Spion Rudolf Iwanowitsch Abel wird in den USA vor Gericht in allen Anklagepunkten für schuldig befunden und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. |
| 16. November | Die Interzonenhandelsbehörden der Bundesrepublik und der DDR vereinbaren ein neues zweijähriges Handelsabkommen. Außer der Erhöhung des "Swings" von bisher 100 auf 150 Mio. DM enthalten die neuen Abmachungen keine wesentlichen Änderungen gegenüber den früheren Vereinbarungen. |
| 17. November |
35.000 Südtiroler fordern auf
Schloss Sigmundskron eine neue Autonomie. Abebe Aragai wird Ministerpräsident von Äthiopien. |
| 18. November |
Bundesatomminister Siegfried Balke (CSU) kündigt an, dass die Bundesrepublik
Deutschland bis zum Jahr 1965 vier bis fünf Kernkraftwerke mit einer
Gesamtleistung von 500 Megawatt installieren will, um die seit zwei Jahren
bestehende Abhängigkeit von importierter Energie wieder zu reduzieren. Franz Hengsbach wird zum Bischof des neu gegründeten Bistums Essen berufen. |
| 22. November | Einzelne Werke der eisenschaffenden Industrie kündigen eine Erhöhung der Stahlpreise um 3% bis 5% an. Dies wird als Reaktion auf die Anhebung der Kohlepreise zum 1. Oktober gewertet. |
| 24. November | In einer Rundfunkrede bezeichnet der ehemalige US-amerikanische Botschafter in Moskau und Geschichtsprofessor an der Universität von Princeton, George F. Kennan, die deutsche Frage als Mittelpunkt der Weltspannungen. |
| 25. November | Das Landgericht Hannover verkündet die Einstellung des Strafverfahrens gegen den "Spiegel"-Redakteur Hans-Konrad Schmeißer. Er hatte am 9. Juli 1952 in einem Artikel Bundeskanzler Konrad Adenauer, Botschafter Herbert Blankenhorn und Generalkonsul Adolph Reifferscheidt als ehemalige Mitarbeiter eines französischen Agentennetzes bezeichnet. Die Betroffenen hatten ihn daraufhin wegen Verleumdung und übler Nachrede verklagt. |
| 26. November |
Erziehungsfachleute aus zehn Nationen erörtern im UNESCO-Institut für Pädagogik
in Hamburg die Neufassung des Begriffs "Allgemeinbildung". Sie plädieren für
eine Verbreiterung der Erziehungsmaßstäbe, weil die früheren Ideale nur auf eine
Elite zugeschnitten gewesen seien. Das Schöffengericht Passau verurteilt einen der führenden Weinimporteure aus dem Balkan zu sieben Monaten Haft und 70.000 DM Geldstrafe, weil er rund eine Mio. Liter jugoslawischen Weins unter falschen oder irreführenden Bezeichnungen in den Handel gebracht hat. |
| 27. November |
Das Bundeskabinett beschließt die Streichung von fünf der insgesamt sieben
Subventionszahlungen für Mehl und Getreide per 1. Januar 1958. Der Bund spart
dadurch jährlich etwa 140 Mio. DM. Der Brotpreis wird um etwa vier bis fünf
Pfennig je kg erhöht. Bundespräsident Theodor Heuss beendet seinen neuntägigen Staatsbesuch in Italien, in dessen Verlauf er auch im Vatikan von Papst Pius XII. empfangen wurde. Hans Furler wird zum Präsidenten der Gemeinsamen Versammlung der EGKS gewählt. Caroline Bouvier Kennedy, die Tochter des späteren Präsidenten der USA John F. Kennedy und seiner Frau Jacqueline, wird geboren. J. Edgar Hoover verkündet das "Top Hoodlum Program", mit dem das FBI den Kampf gegen die Cosa Nostra aufnimmt. |
| 29. November |
Das Landgericht München verurteilt die Bilanzbuchhalterin Ursula Sonntag zu vier
Jahren Gefängnis, weil sie 1943 den Direktor der Deutschen Bank in Hindenburg
(Oberschlesien) an die nationalsozialistischen Behörden denunziert hatte. Jugendstrafen zwischen sechs Monaten und dreieinhalb Jahren verhängt das Landgericht Nürnberg-Fürth über 16 Mitglieder der Jugendbande "Rote Teufel". Der Motorradbande werden Einbruch, Diebstahl, Körperverletzung, Urkundenfälschung, Unzucht und Landfriedensbruch zur Last gelegt. In Los Angeles stirbt der österreichische Komponist Erich Wolfgang Korngold. |
| 30. November |
Im November steigt die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik um 110.479
auf 479.116. Es gibt 264.983 arbeitslose Männer und 214.133 arbeitslose Frauen. In Rotholz bei Jenbach stirbt der Landeshauptmann des österreichischen Bundeslandes Tirol, Alois Grauß. In Rom stirbt der italienische Tenor Beniamino Gigli. In Rom stirbt der Erzbischof und Patriarch von Venedig, Adeodato Giovanni Piazza. |
| 02. Dezember |
Zu 15 Jahren Zuchthaus wegen fünffachen Totschlags verurteilt das Schwurgericht Hagen den ehemaligen
SS-Sturmmann und Leiter des jüdischen Zwangsarbeiterlagers in Galizien, Paul Thomanek. In Shippingport, Pennsylvania, geht der erste kommerzielle Atomreaktor in Betrieb. |
| 03. Dezember | Im ersten Prozess um den Bestechungsskandal im Koblenzer Bundeswehrbeschaffungsamt wird ein Amtsrat zu einer Strafe von zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Insgesamt wurden 160 Ermittlungsverfahren eingeleitet. |
| 04. Dezember | Die bei den Hamburger Bürgerschaftswahlen vom 10. November erfolgreiche SPD bildet zusammen mit der FDP eine Koalitionsregierung. Dem Senat unter Leitung von Max Brauer (SPD) als Erstem Bürgermeister gehören neun SPD-Senatoren und drei FDP-Senatoren an. |
| 05. Dezember |
Bundesaußenminister Heinrich von Brentano (CDU) beendet seinen zweitägigen
Besuch in London. In Leningrad läuft der erste atomgetriebene Eisbrecher der Welt, die "Lenin", vom Stapel. |
| 06. Dezember |
Lohnerhöhungen um 5% bis 6% ab 1. Januar 1958 und die Einführung einer
44-Stunden-Woche ab 1. Januar 1959 vereinbaren der Gesamtverband der
metallindustriellen Arbeitgeberverbände und die IG Metall in Bad Soden. Der erste Startversuch eines US-Satelliten schlägt fehl, die Rakete explodiert auf dem Versuchsstand. |
| 07. Dezember | Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Nürnberg wurden 1957 7.725 Italiener auf Arbeitsplätze in der Bundesrepublik vermittelt. Dies sind etwa 2.500 weniger als im Jahr zuvor. 3.272 Italiener wurden in der Landwirtschaft, 1.642 im Bergbau eingesetzt. |
| 09. Dezember |
Das am 8. Februar 1956 unterzeichnete Kulturabkommen zwischen der
Bundesrepublik Deutschland und Italien tritt in Kraft. In Baasrode stirbt der flämische Bildhauer und Landschaftsmaler Achilles Moortgat. |
| 10. Dezember | Albert Camus erhält den Literaturnobelpreis. Der Friedensnobelpreis geht an den kanadischen Außenminister Lester Bowles Pearson, der sich besonders für die Lösung der Suezkrise eingesetzt hat. |
| 11. Dezember |
Das Bundesatomministerium legt ein erstes kommerzielles Atomprogramm der
Bundesrepublik vor, das bis 1965 verwirklicht werden soll. Die DDR-Volkskammer billigt die Änderung der Passgesetze, wonach künftig die "Republikflucht", die unerlaubte Ausreise aus der DDR, mit Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren belegt wird. |
| 13. Dezember |
Zehn Professoren der Universität Heidelberg, an ihrer Spitze der Soziologe
Alfred Weber, appellieren an Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU), auf die
Errichtung von Abschussbasen für Atomwaffen auf dem Gebiet der Bundesrepublik zu
verzichten. Wegen Mangel an Beweisen wird der ehemalige Leiter des wirtschaftswissenschaftlichen Instituts des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Viktor Agartz, vom Vorwurf des Hochverrats freigesprochen. Die Bundesrepublik Deutschland schließt mit der Dominikanischen Republik einen Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag. Max Brauer (SPD) löst in Koalition mit der FDP die Regierung von Kurt Sieveking ab und wird erneut Erster Bürgermeister von Hamburg. |
| 17. Dezember | In Witham, Essex, stirbt die englische Schriftstellerin Dorothy L. Sayers. |
| 18. Dezember |
Mit der Einführung der reinen Fünf-Prozent-Klausel in das nordrhein-westfälische
Wahlgesetz können Parteien, die weniger als 5% der Stimmen erhalten, auch dann
nicht mehr in den Landtag einziehen, wenn sie ein Direktmandat gewinnen. Wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung verurteilt das Schöffengericht Würzburg den Torwart des Fußballvereins Unterleinbach. Er hatte im April einen gegnerischen Spieler geschlagen und mit Füßen getreten. |
| 20. Dezember | Der österreichische Bundesrat verabschiedet ein Gesetz, dass für untere und mittlere Einkommen bis zu einer Höhe von 145.000 Schilling (etwa 24.000 DM) im Jahr die Steuerprogression ab 1. Januar 1958 spürbar mildert. |
| 21. Dezember | Einen sechstägigen Weihnachtsurlaub tritt die Hälfte der Bundeswehrangehörigen an, während die andere Hälfte am 28. Dezember die Kaserne verlassen darf. |
| 23. Dezember | 29% der Bundesbürger schicken vor Weihnachten Pakete und Päckchen in die DDR. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Bielefelder Emnid-Instituts für Meinungsforschung. |
| 25. Dezember |
In seiner Weihnachtsansprache ruft Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) zur
inneren Besinnung auf. Politische Themen schneidet er nicht an. In Wien stirbt die deutsche Schauspielerin Käthe Dorsch. |
| 26. Dezember | Bis zum 1. Januar 1958 findet in Kairo die Afro-Asiatische Solidaritätskonferenz statt. |
| 27. Dezember | Der deutscher Politiker und CDU-Vorsitzender in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR, sowie stellvertretender Ministerpräsident der DDR, Otto Nuschke, stirbt. |
| 31. Dezember | Mehr als verdoppelt hat sich die Arbeitslosenzahl im Dezember: Es sind 1.212.866 (930.129 Männer und 282.737 Frauen) Arbeitslose und damit 733.750 mehr als im November registriert. Der starke Anstieg wird vor allem auf das kalte Winterwetter zurückgeführt, das zahlreiche Entlassungen im Baugewerbe zur Folge hatte. |
| 1950 | 1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955 | 1956 | 1957 | 1958 | 1959 |